Schorfstrategie 

Schorfbulletin vom 18.04.2019 17:00

Aktuelle Lage

Die Stationen laufen nach Mitteleuropäischer Zeit.


Wie erwartet hat die letzte schwache Regenfront am vergangenen Dienstag und Mittwoch nur vereinzelt zu Schorf-Infektionsbedingungen geführt.
Für die Ostertage und bis mindestens Mitte nächster Woche sind gemäss aktuellen Prognosen keine Niederschläge in Sicht. Es besteht daher kein Handlungsbedarf in der Schorfbekämpfung.
In frühen Lagen beginnt die Blüte (oder hat bereits begonnen). Damit sind wir in der Feuerbrand-kritischen Zeit. Bis Oster-Montag sollte allerdings das Erregerinfektionspotenzial noch nicht die kritische Schwelle erreichen. Ab nächster Woche gilt es aber auch den Feuerbrand-Infektionsbedingungen Aufmerksamkeit zu schenken. 
Hans-Jakob Schärer
 

Bulletin vom 16.04.2019

Die schwache Niederschlagsstörung, die von heute Dienstag auf morgen Mittwoch etwas Regen bringen soll, wird kaum für gefährliche Infektionsbedingungen sorgen. Die Niederschlagsmenge sollte gering bleiben, es wird v.a. nachts regnen und damit nicht zu einem Sporenausstoss führen, und es ist allgemein eher trocken, so dass es nicht zu langen Blattnasszeiten kommen wird. Auch die steigenden Temperaturen werden zu relativ schneller Abtrocknung beitragen.
Empfehlung: 
Wo es keine Niederschläge gibt drängt sich keine Behandlung auf. 
In Gebieten, wo es schon heute Abend zu Niederschlägen kommt und wo für morgen mit bekannt langer Blattnassdauer gerechnet wird, könnte heute Nachmittag eine vorbeugende Behandlung (Kupfer oder Mycosin plus Schwefel) gemacht werden, insbesondere wenn noch gar keine Behandlung gemacht wurde. 
Alternativ kann nach den Niederschlägen morgen entschieden werden (Regenmesser, Blattnässe und RIMpro Modell konsultieren), ob eine Stop-Behandlung mit Schwefelkalk oder mit Armicarb/Vitisan plus Schwefel nötig ist.
Für Schorf-resistente Sorten besteht in der aktuellen Situation kein Handlungsbedarf.

 

Bulletin vom 12.04.2019

In vielen Regionen ist es Dienstag / Mittwoch zu Schorf-Infektionsbedingungen gekommen. Dies v.a. in den tiefen Lagen der Nordwest- und Nordostschweiz sowie des östlichen Mittellandes, wo Niederschläge während des Tages gefallen sind. In der Westschweiz und im westlichen Mittelland ist es weitgehend trocken geblieben.
Über das kommende Wochenende bleiben die Temperaturen allgemein relativ tief, erst zu Wochenbeginn soll es dann deutlich aufwärts gehen und meist trocken bleiben. Bei tiefen Temperaturen braucht es für eine Schorf-Blattinfektion deutlich länger; bei 10° C braucht es für eine Infektion ca. 11 Stunden, bei 5°C ca. 20 Stunden Blattnässe.
Die für Sonntag bei tiefen Temperaturen angesagten Niederschläge werden deshalb zu einem geringen bis mässigen Infektionsrisiko führen.
Empfehlung
Risikoanlagen (Vorjahresbefall, anfällige Sorten, aber auch resistente Sorten mit Schorfdurchbruch im letzten Jahr), die noch keine Behandlung erhalten haben, sollten vor Niederschlagsbeginn einen ausreichenden Schutzbelag aufweisen. Dort wo schon einmal behandelt wurde und die Niederschlagsmenge kleiner als ca. 10 mm war, sollte der Schutzbelag noch ausreichen. In den übrigen Risikoanlagen empfiehlt sich heute vor Niederschlagsbeginn vorbeugend zu behandeln.
In Anlagen mit geringerem Schorfinfektionsrisiko (schorfresistente und tolerante Sorten, kein Vorjahresbefall) kann mit einer Behandlung zugewartet werden. Sollten die Niederschlagsverhältnisse entgegen den Prognosen stärker ausfallen und länger anhalten, besteht immer noch die Möglichkeit notfalls am Montag eine abstoppende Behandlung bei noch feuchten Knospen durchzuführen. Wie immer gilt es die effektive Niederschlagssituation auf dem Betrieb mit Regenmesser genau zu verfolgen und mit der RIMpro-Referenzstation zu vergleichen.

 

Bulletin vom 08.04.2019

Die Westwindwetterlage macht es schwierig, genaue Zeitpunkte und Mengen von Niederschlägen vorherzusagen. Die Temperaturen sind relativ tief und werden während der Woche wenig ansteigen. Blattnassdauer bzw Abtrocknung werden wichtigen Einfluss auf die Schorfinfektionen haben.
Die Niederschläge am Mittwoch werden verbreitet (aber voraussichtlich nicht überall) zu ersten bedeutenden Infektionsbedingungen führen. Die Infektionsgefahr ist je nach Standort mässig bis gross.
Anfällige Sorten oder bekannt Schorf gefährdete Lagen sollten bis spätestens Dienstag vorbeugend behandelt werden.  
Wer mit der RIM-stop Strategie arbeitet (Schwefelkalk oder Bikarbonat plus Schwefel ins Keimungsfenster), kann mit Behandlungen noch zuwarten und die Infektionsbedingungen verfolgen. Im Moment scheint der optimale Zeitpunkt für die RIM-stop-Behandlungen am Mittwoch nach den ersten Niederschlägen zu liegen, oder spätestens am Donnerstagvormittag.

 

Bulletin vom 05.04.2019

Der Kälteeinbruch hat die Schorfgefahr deutlich verringert. Die vorausgesagten Infektionen sind überall geringer ausgefallen als prognostiziert oder ganz ausgeblieben.
Über das Wochenende und am Wochen Anfang bleiben die Temperaturen bescheiden, deshalb werden nur wenige Ascosporen heranreifen. Je nachdem ob es am Sonntag oder Anfangs Woche zu einzelnen Regenfällen kommt und wie lange die Blätter dann nass bleiben, wird es zu einer Infektionsperiode kommen oder nicht. Das Infektionsrisiko für Schorf ist weiterhin gering bis mässig.

Empfehlung:
RIMpro Schorf-Infektions-Prognose und Wetterentwicklung verfolgen.

Präventive Behandlungen in Anlagen wo noch nichts gemacht wurde, auf anfälligen Sorten oder in bekannt Schorf gefährdeten Lagen könnten am Samstag gemacht werden, wenn für Sonntag Regen angesagt ist. Ansonsten scheint es am Montag die nächste Gelegenheit zu geben.
Wer mit der RIM-stop Strategie arbeitet (Schwefelkalk oder Bikarbonat plus Schwefel ins Keimungsfenster), kann weiterhin mit Behandlungen zuwarten, aktuell laufen gemäss Infektionsmodell keine relevanten Infektionen, die gestoppt werden müssten.
Es gilt aber die Situation zu verfolgen und bereit zu sein. Insbesondere längere Blattnassdauern oder höhere Temperaturen können zu Infektionsbedingungen führen und ein Eingreifen nötig machen.

 

Bulletin vom 29.03.2019

Das weiterhin schöne und trockene Wetter lässt zu, mit präventiven Behandlungen sicher noch bis Anfang nächster Woche zu warten. Gleichzeitig reifen langsam die ersten Schorf-Ascosporen heran. Die für Dienstag und Mittwoch ziemlich flächendeckend angesagten Niederschläge werden zum ersten bedeutenden Sporenausstoss führen.

Im Moment deuten die Prognosen auf relativ ausgiebige Niederschläge mit einer längeren Nassdauer, aber etwas kühleren Temperaturen. Die Verteilung und Intensität der Niederschläge werden mitbestimmen, ob es zu einer bedeutenden Schorfinfektion kommen wird oder nicht. Insgesamt ist das Infektionsrisiko noch eher gering.

Bei anfälligen Sorten in frühen und gefährdeten Lagen empfiehlt sich, eine vorbeugende Behandlung am Montag durchzuführen. Wenn mit RIMstop-Behandlung gearbeitet wird, sollte diese am Dienstag möglichst bereits nach den ersten Niederschlägen erfolgen, bevor es in die längere Nassphase geht.
Für tolerantere Sorten, bekannter Weise wenig gefährdete Lagen oder spätere Sorten ist das Infektionsrisiko sehr gering, mit einer Behandlung kann gemäss aktueller Einschätzung zugewartet werden.

 

Bulltetin vom 26.03.2019

Mit dem fast überall erreichten Wachstumsstadium 55 (Blütenknospen werden sichtbar) sind die anfälligen Apfel-Sorten bereits in einem Schorf-empfindlichen Stadium.

Parallel zur Entwicklung der Apfelkulturen reifen auch die Schorf-Ascosporen heran. Allerdings geht die Reifung bei den gegenwärtig relativ tiefen Temperaturen nur langsam voran.

Die momentan trockene Wetterlage lässt zu, die erste Behandlung noch zu etwas hinauszuzögern. Je länger diese trockene Phase aber noch dauert, umso mehr Sporen werden reifen und dementsprechend höher wird dann die Infektionsgefahr bei den nächsten Niederschlägen.

Als Schorf-Bekämpfungsstrategie kommen verschiedene Varianten in Frage:

  1.  Präventiv mit Kupfer: 200-400 g/ha Reinkupfer, möglichst gezielt vor den nächsten Niederschlägen
  2.  Präventiv ohne Kupfer: Mycosin & Schwefel, gezielt vor den nächsten Niederschlägen, bei längeren Nassphasen anschliessend zusätzlich Bicarbonate (Armicarb oder Vitisan) plus Schwefel ins nasse Laub.
  3. RIM-stop Behandlungen (nach dem Einsetzen von Regen und dem damit folgendem Sporenausstoss, in der Keimungsphase der Schorfsporen) mit Schwefelkalk oder mit Bicarbonat (Armicarb oder Vitisan) plus Schwefel

Kupfer hat in dieser frühen, kühlen Phase eine etwas bessere Wirkung als MycoSin plus Schwefel. Deshalb sollte bei längerer Nässe und hohem Infektionsrisiko gemäss RIMpro-Grafik eine RIM-stop-Behandlung mit Bikarbonat plus Schwefel die vorbeugende Behandlung mit Mycosin plus Schwefel unterstützen. Generell ist nach ca. 20mm Niederschlag davon auszugehen, dass der Spritzbelag abgewaschen ist und erneuert werden muss.

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