Schorfstrategie 

Schorfbulletin vom 28.05.2019 14:30

Aktuelle Lage

Die Niederschläge des Wochenendes haben zu schwachen bis mittleren Infektionsbedingen geführt. In den meisten Regionen sind für heute und morgen nochmal Niederschläge angesagt. Das Potential an ausstossbaren Ascosporen und somit das primäre Infektionspotential hat sich weitestgehend abgebaut. Dies zeigen auch die Auszählungen unserer Sporenfalle. Für künftige Nassperioden sind somit insbesondere sekundäre Infektionen durch Konidien relevant. In Anlagen, die Befall aufweisen ist aus diesem Grunde von nun an die Grafik für die sekundären Infektionen zu konsultieren.
Je nach lokalen Bedingungen und Modellaussagen empfehlen wir die derzeitige Infektion mittels einer Stop-Behandlung zu stoppen. In befallsfreien Anlagen mit robusten Sorten muss nicht zwingend interveniert werden, sofern das Infektionsrisiko «mässig» nicht überschreitet.
 

Mittelwahl:
RIM-stop Behandlungen (nach dem Einsetzen von Regen und dem damit folgendem Sporenausstoss, in der Keimungsphase der Schorfsporen) mit Schwefelkalk oder mit Bicarbonat (Armicarb oder Vitisan) plus Schwefel
Mathias Ludwig

 

Bulletin vom 17.05.2019

Nach den trockenen Tagen diese Woche kommt ab dem Wochenende wieder eine Nassphase auf uns zu. In den westlichen Landesteilen kann es bereits heute Nachmittag oder in der Nacht von heute Freitag auf Samstag zu Niederschlägen kommen, in den östlichen Regionen wohl eher ab Samstag späterer Nachmittag.  
Es sind noch überall Ascosporen vorhanden, die letzten Tage haben trotz kühler Witterung eine bedeutende Menge heranreifen lassen. Mit dem jetzt vielerorts vorhandenen Primärbefall besteht zusätzlich die Gefahr von Sekundärinfektionen durch Sporen aus diesen ersten Befallsstellen.  
Empfehlung:
Präventive Behandlungen mit Kupfer-Produkten oder mit der Mycosin-Schwefel Mischung sollten heute Nachmittag oder spätestens morgen, vor den kommenden Niederschlägen, ausgebracht werden. Damit besteht ein Schutz für die erste Nässe-Phase am Wochenende. Je nach Niederschlagsmenge und Dauer der Blattnässephase ist am Montag oder am Dienstag, sobald es die Witterung zulässt, mit einer RIM-stop-Behandlung die Schorfbekämpfung zu unterstützen, um insbesondere auch die jungen Früchte gut zu schützen.
Hans-Jokob Schärer

 

Bulletin vom 10.05.2019

In der Nordwestschweiz, im östlichen Mittelland und in der Zentralschweiz hat bereits der Regen im April bedeutende Infektionsperioden ausgelöst. Die ersten Symptome wurden in der Folge Ende April in unbehandelten Anlagen (im Fricktal) gefunden. Und dies mitten in der nächsten und bisher bedeutendsten Infektionsperiode zwischen 25. und 30. April. 
Das seit Anfang Mai weiterhin kühl-nasse Wetter führt in kurzen Abständen zu kleineren Ascosporen-ausstössen, und in der Folge zu sich überlagernden Infektionsprozessen. Die langdauernden Nässeperioden begünstigen Infektionen, die relativ kühlen Temperaturen verlangsamen die Prozesse. 


Gemäss Prognosemodell ist weiterhin eine bedeutende Menge Ascosporen vorhanden. Mit dem ersten sporulierenden Schorfbefall nimmt aber auch die Gefahr von Sekundärinfektionen zu. Zusätzlich sind ab Ende Blüte auch die Jungfrüchte besonders zu schützen.


Die (endlich) relativ ausgiebigen Niederschläge in den letzten Tagen haben präventive Fungizidbeläge mehrheitlich abgewaschen. Auf anfälligen Sorten empfiehlt sich deshalb eine RIMstop Behandlung mit Schwefelkalk oder Bikarbonaten plus Schwefel durchzuführen. Wo nur geringe Niederschlagsmengen gefallen sind sollte der präventive Belag ausreichen. Bleibt es allerdings wie prognsotiziert bei sehr langer Blattnässe empfiehlt sich auch bei weniger als 15-20mm Niederschlag eine RIMstop Behandlung.
Hans-Jakob Schärer

Bulletin vom 07.05.2019

Die Regenfälle des Wochenendes führten zu schwachen bis mittleren Ausstössen von Ascosporen. Begrenzte Blattnassdauern sowie die kühlen Temperaturen haben jedoch in den meisten Regionen nur zu geringen Infektionsrisiken geführt.
Zwar ist das Potential an ausstossbaren Sporen derzeit eher gering, jedoch können die in den kommenden Tagen angesagten Regenperioden abhängig von der Blattnassdauer zu schweren Infektionen führen.
Es ist zu bedenken, dass die prognostizierte Blattnassdauer erfahrungsgemäss tendenziell eher überschätzt wird. Daher ist es bei der Interpretation der Modellaprognosen stets notwendig, die eigenen Erfahrungen bzgl. lokaler Mikroklimata in die Entscheidungen miteinfliessen zu lassen.

Empfehlung:
Muss davon ausgegangen werden, dass der präventive Schutzbelag abgewaschen wurde (>20mm) empfiehlt es sich diesen vor den nächsten Niederschlägen zu erneuern. In Anlagen ohne starken Vorjahresbefall oder mit robusten Sorten, kann alternativ auch zugewartet werden und je nach Infektionsstärke eine Stop-Behandlung in die Keimungsphase der Sporen appliziert werden.

Mittelwahl:
Präventiv: MycoSin + Schwefel
RIM-Stop in die Keimungsphase der Schorfsporen : Bicarbonat (Armicarb/Vitisan) plus Schwefel (ins nasse Laub) oder Schwefelkalk 
 

Mathias Ludwig

 

Bulletin vom 01.05.2019

In Frick wurden am 30.04. die ersten Schorfsymptome auf unbehandelten Gala und Pinova Bäumen gefunden. Die Befallsstellen stammen mit grosser Wahrscheinlichkeit von der Infektionperiode um den 10. April.
Die Regenfälle des Wochenendes haben zu den bislang stärksten Sporenausstössen der Saison geführt. Dies konnte durch die Auszählung unserer Sporenfalle bestätigt werden. Die ausgedehnten Nassdauern sorgten in allen Region zu starken Infektionsbedingen.

In den meisten Regionen ist für die kommenden Tage erneut eine durchgehende Nassperiode prognostiziert. Lange Blattnassdauer kann somit trotz des relativ niedrigen Potentials an ausstossbaren Sporen zu starken Infektionen führen.

Empfehlung:
Es empfiehlt sich die Meteo- und Infektionsprognosen gut zu beobachten. 
Aufgrund der angesagten Nassperiode, die sich über mehrere Tage erstreckt, empfiehlt es sich den präventiven Schutzbelag im Vorfeld zu erneuern. Muss davon ausgegangen werden, dass dieser abgewaschen wurde (>= 20mm Regen), kann zusätzlich mit einer Stop-Behandlung interveniert werden.

 

Bulletin vom 28.04.2019

Die Niederschläge der vergangenen Tage haben in den meisten Regionen zu sehr starken Infektionsbedingungen geführt. Begrenzte Befahrbarkeit und teilweise vorherrschende Windböen erschwerten vielerorts die Möglichkeiten zur Intervention.


Es kann davon ausgegangen werden, dass das Potential an ausstossbaren Ascosporen vorerst erschöpft ist und mindestens bis Mitte Woche mit keinen neuen Niederschlägen zu rechnen ist.
In Risikoanlagen (anfällige Sorten, hohes Infektionspotential durch Vorjahresbefall) und in Anlagen, in denen die Infektionsperiode der letzten Tage weder präventiv noch durch eine RIM-Stop Spritzung abgedeckt war, wird empfohlen, spätestens morgen früh eine Stop-Behandlung mit Schwefelkalk oder alternativ Armicarb/Vitisan + Schwefel (ins nasse Laub) durchzuführen.
 

Bulletin vom 27.04.2019

In einigen Regionen ist es am Mittwoch zu Infektionsbedingungen für Feuerbrand gekommen. Dank den moderaten Temperaturen hat aber nicht verbreitet Infektionsgefahr geherrscht.


Wiederkehrende Niederschläge und anhaltende Blattnassdauern sorgen derzeit in den meisten Regionen zu stark ansteigenden Infektionsbedingungen für Apfel- und Birnenschorf. Zwar verlangsamen die kühleren Temperaturen die Keimung der Schorfsporen, jedoch ist das Potential an verfügbaren Sporen relativ hoch. Nach dem starken Sporenausstoss zu Beginn der Niederschläge, sind weitere schwächere kontinuierliche Ausstösse und dadurch weiter ansteigende Infektionsbedingungen möglich.

Sollte kein Schutz durch eine präventive Behandlung (mehr) vorhanden sein und Bodenbedingungen es zulassen, empfiehlt es sich in einer Regenpause mit einer RIM-Stop Spritzung zu intervenieren. Windige Verhältnisse erschweren vielerorts jedoch zusätzlich die Durchführung einer Behandlung.
 

Bulletin vom 23.04.2019

Nach den trockenen und moderat warmen Ostertagen, an denen auch in den späteren Lagen die Apfelblüte fast überall begonnen hat, kommt uns nun aus Westen per zweite Wochenhälfte eine Kaltfront entgegen. Heute und Morgen herrscht aber noch eine starke Föhnlage, welche in vielen Regionen Pflanzenschutzbehandlungen erschwert oder gar verunmöglicht.
Mit dieser Konstellation herrscht nun zuerst Feuerbrandinfektionsgefahr (v.a. morgen Mittwoch) und leicht versetzt, auf Donnerstag-Freitag hin, auch hohe Schorfinfektionsgefahr. 
Empfehlung:
In (stark) Feuerbrand gefährdeten Gebieten heute Blossom Protect plus Buffer Protect einsetzen. Dann zwei Tage Abstand zu einer nachfolgenden Schorf-Behandlung mit Mycosin plus Schwefel einhalten. Falls die Niederschläge früher einsetzen, den Schorf mit einer gezielten RIMstop-Behandlung kontrollieren.
Alternativ heute mit Mycosin plus Schwefel behandeln, insbesondere in Gebieten mit moderater oder geringer Feuerbrandgefahr. Damit wird gleichzeitig ein gewisser Schutz gegen Feuerbrand geschaffen und die Schorfinfektionsperiode wird präventiv abgedeckt. Bei sehr hoher Schorfgefahr und langer Nassphase gegen Ende der Woche mit einer RIMstop-Behandlung die Schorfbekämpfung ergänzen.

Bulletin vom 18.04.2019

Wie erwartet hat die letzte schwache Regenfront am vergangenen Dienstag und Mittwoch nur vereinzelt zu Schorf-Infektionsbedingungen geführt.
Für die Ostertage und bis mindestens Mitte nächster Woche sind gemäss aktuellen Prognosen keine Niederschläge in Sicht. Es besteht daher kein Handlungsbedarf in der Schorfbekämpfung.
In frühen Lagen beginnt die Blüte (oder hat bereits begonnen). Damit sind wir in der Feuerbrand-kritischen Zeit. Bis Oster-Montag sollte allerdings das Erregerinfektionspotenzial noch nicht die kritische Schwelle erreichen. Ab nächster Woche gilt es aber auch den Feuerbrand-Infektionsbedingungen Aufmerksamkeit zu schenken. 
 

Bulletin vom 16.04.2019

Die schwache Niederschlagsstörung, die von heute Dienstag auf morgen Mittwoch etwas Regen bringen soll, wird kaum für gefährliche Infektionsbedingungen sorgen. Die Niederschlagsmenge sollte gering bleiben, es wird v.a. nachts regnen und damit nicht zu einem Sporenausstoss führen, und es ist allgemein eher trocken, so dass es nicht zu langen Blattnasszeiten kommen wird. Auch die steigenden Temperaturen werden zu relativ schneller Abtrocknung beitragen.
Empfehlung: 
Wo es keine Niederschläge gibt drängt sich keine Behandlung auf. 
In Gebieten, wo es schon heute Abend zu Niederschlägen kommt und wo für morgen mit bekannt langer Blattnassdauer gerechnet wird, könnte heute Nachmittag eine vorbeugende Behandlung (Kupfer oder Mycosin plus Schwefel) gemacht werden, insbesondere wenn noch gar keine Behandlung gemacht wurde. 
Alternativ kann nach den Niederschlägen morgen entschieden werden (Regenmesser, Blattnässe und RIMpro Modell konsultieren), ob eine Stop-Behandlung mit Schwefelkalk oder mit Armicarb/Vitisan plus Schwefel nötig ist.
Für Schorf-resistente Sorten besteht in der aktuellen Situation kein Handlungsbedarf.

 

Bulletin vom 12.04.2019

In vielen Regionen ist es Dienstag / Mittwoch zu Schorf-Infektionsbedingungen gekommen. Dies v.a. in den tiefen Lagen der Nordwest- und Nordostschweiz sowie des östlichen Mittellandes, wo Niederschläge während des Tages gefallen sind. In der Westschweiz und im westlichen Mittelland ist es weitgehend trocken geblieben.
Über das kommende Wochenende bleiben die Temperaturen allgemein relativ tief, erst zu Wochenbeginn soll es dann deutlich aufwärts gehen und meist trocken bleiben. Bei tiefen Temperaturen braucht es für eine Schorf-Blattinfektion deutlich länger; bei 10° C braucht es für eine Infektion ca. 11 Stunden, bei 5°C ca. 20 Stunden Blattnässe.
Die für Sonntag bei tiefen Temperaturen angesagten Niederschläge werden deshalb zu einem geringen bis mässigen Infektionsrisiko führen.
Empfehlung
Risikoanlagen (Vorjahresbefall, anfällige Sorten, aber auch resistente Sorten mit Schorfdurchbruch im letzten Jahr), die noch keine Behandlung erhalten haben, sollten vor Niederschlagsbeginn einen ausreichenden Schutzbelag aufweisen. Dort wo schon einmal behandelt wurde und die Niederschlagsmenge kleiner als ca. 10 mm war, sollte der Schutzbelag noch ausreichen. In den übrigen Risikoanlagen empfiehlt sich heute vor Niederschlagsbeginn vorbeugend zu behandeln.
In Anlagen mit geringerem Schorfinfektionsrisiko (schorfresistente und tolerante Sorten, kein Vorjahresbefall) kann mit einer Behandlung zugewartet werden. Sollten die Niederschlagsverhältnisse entgegen den Prognosen stärker ausfallen und länger anhalten, besteht immer noch die Möglichkeit notfalls am Montag eine abstoppende Behandlung bei noch feuchten Knospen durchzuführen. Wie immer gilt es die effektive Niederschlagssituation auf dem Betrieb mit Regenmesser genau zu verfolgen und mit der RIMpro-Referenzstation zu vergleichen.

 

Bulletin vom 08.04.2019

Die Westwindwetterlage macht es schwierig, genaue Zeitpunkte und Mengen von Niederschlägen vorherzusagen. Die Temperaturen sind relativ tief und werden während der Woche wenig ansteigen. Blattnassdauer bzw Abtrocknung werden wichtigen Einfluss auf die Schorfinfektionen haben.
Die Niederschläge am Mittwoch werden verbreitet (aber voraussichtlich nicht überall) zu ersten bedeutenden Infektionsbedingungen führen. Die Infektionsgefahr ist je nach Standort mässig bis gross.
Anfällige Sorten oder bekannt Schorf gefährdete Lagen sollten bis spätestens Dienstag vorbeugend behandelt werden.  
Wer mit der RIM-stop Strategie arbeitet (Schwefelkalk oder Bikarbonat plus Schwefel ins Keimungsfenster), kann mit Behandlungen noch zuwarten und die Infektionsbedingungen verfolgen. Im Moment scheint der optimale Zeitpunkt für die RIM-stop-Behandlungen am Mittwoch nach den ersten Niederschlägen zu liegen, oder spätestens am Donnerstagvormittag.

 

Bulletin vom 05.04.2019

Der Kälteeinbruch hat die Schorfgefahr deutlich verringert. Die vorausgesagten Infektionen sind überall geringer ausgefallen als prognostiziert oder ganz ausgeblieben.
Über das Wochenende und am Wochen Anfang bleiben die Temperaturen bescheiden, deshalb werden nur wenige Ascosporen heranreifen. Je nachdem ob es am Sonntag oder Anfangs Woche zu einzelnen Regenfällen kommt und wie lange die Blätter dann nass bleiben, wird es zu einer Infektionsperiode kommen oder nicht. Das Infektionsrisiko für Schorf ist weiterhin gering bis mässig.

Empfehlung:
RIMpro Schorf-Infektions-Prognose und Wetterentwicklung verfolgen.

Präventive Behandlungen in Anlagen wo noch nichts gemacht wurde, auf anfälligen Sorten oder in bekannt Schorf gefährdeten Lagen könnten am Samstag gemacht werden, wenn für Sonntag Regen angesagt ist. Ansonsten scheint es am Montag die nächste Gelegenheit zu geben.
Wer mit der RIM-stop Strategie arbeitet (Schwefelkalk oder Bikarbonat plus Schwefel ins Keimungsfenster), kann weiterhin mit Behandlungen zuwarten, aktuell laufen gemäss Infektionsmodell keine relevanten Infektionen, die gestoppt werden müssten.
Es gilt aber die Situation zu verfolgen und bereit zu sein. Insbesondere längere Blattnassdauern oder höhere Temperaturen können zu Infektionsbedingungen führen und ein Eingreifen nötig machen.

 

Bulletin vom 29.03.2019

Das weiterhin schöne und trockene Wetter lässt zu, mit präventiven Behandlungen sicher noch bis Anfang nächster Woche zu warten. Gleichzeitig reifen langsam die ersten Schorf-Ascosporen heran. Die für Dienstag und Mittwoch ziemlich flächendeckend angesagten Niederschläge werden zum ersten bedeutenden Sporenausstoss führen.

Im Moment deuten die Prognosen auf relativ ausgiebige Niederschläge mit einer längeren Nassdauer, aber etwas kühleren Temperaturen. Die Verteilung und Intensität der Niederschläge werden mitbestimmen, ob es zu einer bedeutenden Schorfinfektion kommen wird oder nicht. Insgesamt ist das Infektionsrisiko noch eher gering.

Bei anfälligen Sorten in frühen und gefährdeten Lagen empfiehlt sich, eine vorbeugende Behandlung am Montag durchzuführen. Wenn mit RIMstop-Behandlung gearbeitet wird, sollte diese am Dienstag möglichst bereits nach den ersten Niederschlägen erfolgen, bevor es in die längere Nassphase geht.
Für tolerantere Sorten, bekannter Weise wenig gefährdete Lagen oder spätere Sorten ist das Infektionsrisiko sehr gering, mit einer Behandlung kann gemäss aktueller Einschätzung zugewartet werden.

 

Bulltetin vom 26.03.2019

Mit dem fast überall erreichten Wachstumsstadium 55 (Blütenknospen werden sichtbar) sind die anfälligen Apfel-Sorten bereits in einem Schorf-empfindlichen Stadium.

Parallel zur Entwicklung der Apfelkulturen reifen auch die Schorf-Ascosporen heran. Allerdings geht die Reifung bei den gegenwärtig relativ tiefen Temperaturen nur langsam voran.

Die momentan trockene Wetterlage lässt zu, die erste Behandlung noch zu etwas hinauszuzögern. Je länger diese trockene Phase aber noch dauert, umso mehr Sporen werden reifen und dementsprechend höher wird dann die Infektionsgefahr bei den nächsten Niederschlägen.

Als Schorf-Bekämpfungsstrategie kommen verschiedene Varianten in Frage:

  1.  Präventiv mit Kupfer: 200-400 g/ha Reinkupfer, möglichst gezielt vor den nächsten Niederschlägen
  2.  Präventiv ohne Kupfer: Mycosin & Schwefel, gezielt vor den nächsten Niederschlägen, bei längeren Nassphasen anschliessend zusätzlich Bicarbonate (Armicarb oder Vitisan) plus Schwefel ins nasse Laub.
  3. RIM-stop Behandlungen (nach dem Einsetzen von Regen und dem damit folgendem Sporenausstoss, in der Keimungsphase der Schorfsporen) mit Schwefelkalk oder mit Bicarbonat (Armicarb oder Vitisan) plus Schwefel

Kupfer hat in dieser frühen, kühlen Phase eine etwas bessere Wirkung als MycoSin plus Schwefel. Deshalb sollte bei längerer Nässe und hohem Infektionsrisiko gemäss RIMpro-Grafik eine RIM-stop-Behandlung mit Bikarbonat plus Schwefel die vorbeugende Behandlung mit Mycosin plus Schwefel unterstützen. Generell ist nach ca. 20mm Niederschlag davon auszugehen, dass der Spritzbelag abgewaschen ist und erneuert werden muss.

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