Goldgelbe Vergilbung der Reben 

Bioweinbautagung 2017: Spannende Zeiten für Winzerinnen und Winzer

Kein Wunder, dass die Bioweinbautagung am FiBL in Frick von Besuchern aus allen Nähten platzte. Für 2017 werden 142 Hektaren Umstellfläche von 22 Betrieben erwartet.

Um die Jahrtausendwende gab es etwa 200 Hektaren Biorebbaufläche in der Schweiz, derzeit sind es 421 Hektaren, 2017 sollen 142 Hektaren hinzukommen. Auch die Marktentwicklung hält Schritt. «Der Absatz bei Coop nimmt stetig zu. Anteilsmässig nimmt die Nachfrage nach Schaumwein überproportional. Dafür ist die Zunahme bei Rotwein weniger stark» sagt Aimée Roser vom Produktmanagement Obst und Wein der Bio Suisse. «Auffällig ist auch der Rückgang von importierten Knospe-Weinen, was mehr Raum für einheimische Knospe-Weine schafft.» Vielversprechend sind für den Bioweinbau auch die pilzwiderstandsfähigen (PiWi) Sorten, die gute Weine ohne Kupfereinsatz möglich machen. Wegen der Einkreuzung von Wildsorten, weichen sie jedoch geschmacklich von etablierten Europäersorten ab und müssen sich erst noch bei den Konsumenten etablieren.

Graubünden und Wallis – Umwälzungen im Gange

Auch in den grossen Schweizer Weinbauregionen ist ein Wandel im Gange. So soll der Weinbau im Kanton Graubünden Schritt für Schritt auf Bio umgestellt werden. Für dieses Ziel setzt sich das Team der «Biovision 2020», hervorgegangen aus dem Verband «graubünden Wein» ein. Francisca Obrecht stellte an der Tagung vor, wie das funktionieren soll: Ohne finanzielle Anreize, aber mit vielen guten Argumenten, Besichtigungen, Hilfe bei der Umstellung und regelmässigen Infos in der örtlichen Rebbauzeitung. Das ist auch nötig, denn zurzeit wird noch weniger als ein Zehntel der Fläche biologisch bewirtschaftet. «Da es sehr viele kleine Betriebe gibt, erwägen wir auch Gruppen-Zertifizierungen, um die Kosten zu senken», so Obrecht. «Wir hoffen nun im Jahr 2017 Berührungsängste abbauen zu können und das Interesse am Bioweinbau merklich zu steigern.»

Ein weiterer Kanton, der in Bewegung gerät, ist das Wallis. In den letzten Jahren hat sich dort die Rebbewirtschaftung ohne Herbizide und ohne synthetische Fungizide weiterentwickelt. Nun soll das Wissen bald organisierter ausgetauscht werden können. Dabei übernimmt Vitival, der Verband der walliser Weinproduzenten, eine Pionierrolle, indem die bestehende Organisationsstruktur mit einer Sparte «Orientation Bio» ergänzt wird. Ab diesem Frühjahr werden die aktuell rund 600 aktiven Vitival-Mitglieder die Möglichkeit erhalten, den Austausch mit erfahrenen Biowinzern zu pflegen. Bestehende Biowinzer oder Winzer, welche von IP auf Bio umstellen möchten, werden gemeinsam während der Vegetationsphase ihre Parzellen besichtigen und die unterschiedlichen Praktiken und Situationen erkennen und analysieren. Interessierte Winzer, welche die Umstellung im 2017 angeben möchten, werden so ideal unterstützt. Reto Müller, Präsident der Fachkommission Biowein bei Bio Suisse, ist hocherfreut, dass diese Zusammenarbeit nun etabliert ist. «Die Bio Winzer werden immer häufiger und es war an der Zeit, dass wir die entsprechenden Strukturen schaffen. Deshalb bin ich glücklich, dass Bio Valais und Vitival nun im Bereich biologischer Weinbau die Zusammenarbeit intensiviert. Es werden alle von dieser Organisation profitieren», erläutert Müller. Ebenfalls beim Aufbau dieser Struktur beteiligt waren neben bestehenden Biowinzern und den erwähnten Organisationen auch Mitarbeiter des Weinbauamtes.

Kupferfreier Anbau nur mit Piwi-Sorten möglich

Nützliche Tipps zur Pflege der Reben haben Andreas Häseli und Hans-Jakob Schärer vom FiBL. Seit 1997 haben pilzwiderstandsfähige Sorten (PiWi) in den FiBL-Versuchen kein einziges Mal Kupfer erhalten. «Mit 2 bis 4 Behandlungen mit Tonerdemitteln während der Hauptinfektionsphase vor bis nach der Blüte können Piwis ausreichend geschützt werden», sagt Andreas Häseli, Weinbaufachmann vom FiBL. «Für mehltauanfällige Europäersorten gilt es die Lehren aus 2016 zu ziehen, dem bisher schlimmsten Mehltaujahr im neuen Jahrtausend.» Für eine gute Mehltauregulierung müssen alle Register gezogen werden: Nebst konsequenter Umsetzung indirekter Massnahmen wie Erziehung einer dünnen, gut durchlüftbaren Laubwand und zurückhaltender Düngung, muss der Pflanzenschutz den äusseren Umständen gut angepasst werden. Das heisst, in Perioden mit erhöhtem Blattzuwachs muss das Spritzintervall verkürzt werden. Als Faustregel gilt: Nach zwei neuen Blättern muss der Spritzbelag erneuert werden, sofern eine Infektionsperiode folgt. Ebenso reicht die Schutzwirkung wegen der Abwaschung nur bis zirka 20 mm Niederschlag aus, wobei die Niederschlagsart zu berücksichtigen ist. So ist der Abwascheffekt bei einem Dauerregen weitaus grösser als die gleiche Menge bei einem kurzen Starkregen. «Versuche haben auch gezeigt, dass es für eine Vollwirkung mindestens 200 Gramm Kupfer pro Behandlung braucht. 400 Gramm Reinkupfer pro Hektare bei voller Laubwand sind kein Luxus, wenn man die Verluste durch Abwaschung und Wachstum einberechnet. In der Praxis wird zum Teil weit darunter agiert. Das ist möglich, man muss sich einfach bewusst sein, dass das Risiko dann stark ansteigt.» weiss der Rebbauberater zu berichten.

Versuche des FiBL haben gezeigt, dass alternative kupferhaltige Produkte wie Labicuper, Silicuivre und Cuprum grundsätzlich ähnlich gut wirken wie klassische Kupfermittel, aber aufgrund der zu geringen Kupfermenge bei starkem Infektionsdruck wie 2016 versagen. Auch wenn die Strategie der Kupferreduktion intensiv weiterverfolgt wird, drängt sich zurzeit kein Strategiewechsel auf. Aufgrund der langzeitigen Erfahrungen empfiehlt Andi Häseli mit einem Tonerdeprodukt in Kombination Schwefel die Saison zu beginnen und dann je nach Witterung- und Infektionsverlauf meistens kurz vor oder nach der Blüte auf Kupfer zu wechseln.

Hans-Jakob Schärer, Phytopathologe am FiBL, bestätigt: «2016 konnte der Krankheitsbefall in Frick auf den PiWi-Sorten bis und mit dem Ende des Jahres unter fünf Prozent gehalten werden - ohne Kupferbehandlung. Ein sehr gutes Resultat in einem nicht ganz einfachen Jahr. Etwas anders sieht es hingegen in den Kontrollparzellen aus, die ganz ohne Behandlung belassen werden. Dort herrschte über 50 Prozent Befall.»  Auch in den PiWi-Sorten zeigte das Standard-Bioverfahren mit Mykosin-Schwefel mit fünf Behandlungen eine 90-prozentige Wirksamkeit gegen den falschen Mehltau und eine 99 prozentige Wirksamkeit gegen den echten Mehltau. Alternative Produkte ergaben eine etwa 50 prozentige Wirksamkeit.

Kaolin für die Bekämpfung der Kirschessigfliege

«Kaolin ist ab sofort offiziell zur Bekämpfung der Kirschessigfliege Drosophila suzukii im Rebbau zugelassen», wusste ein Teilnehmer der FiBL-Weinbautagung zu berichten. Für die menschliche Gesundheit ist diese weisse Tonerde unbedenklich: Als Lebensmittelzusatzstoff wird sie auch Reibkäse und Zahnpasta beigemischt. Das Kaolin-Produkt Surround hat eine besonders feine Vermahlung, was zu einem guten Belag und damit zu einer guten Wirkung führt. «Die Testreihen haben ergeben, dass Kaolin einen relativ guten Wirksamkeitsgrad gegen die Kirschessigfliege hat, der sogar leicht besser ist wie Spinosad», sagt Claudia Daniel, Entomologin am FiBL. Damit steht für den Rebbau eine gute Lösung zur Verfügung.

Weitere Forschung ist trotzdem nötig. Insbesondere der Eignung von parasitischen Schlupfwespen wird bei Agroscope untersucht. «Das Problem dabei ist, dass einheimische Schlupfwespen gegen die neu eingewanderte Drosophila suzukii oft nicht genug wirksam sind und für Schlupfwespen aus Südostasien eine Freisetzungsbewilligung nötig ist» ergänzt Claudia Daniel. Derzeit werden deshalb ausländische Schlupfwespen nur in einem «Hochsicherheitstrakt» beim Cabi in Delemont gestestet. Sie müssen noch viele Tests bestehen, bevor sie für eine Freisetzung in Frage kommen.

Ob eine Bekämpfung im Rebbau nötig ist, hängt von vielen Faktoren ab: Einige Sorten, wie etwa Blauburgunder, sind weniger anfällig, während andere Sorten stark anfällig sind. Die umgebende Landschaft spielt auch eine grosse Rolle: viele natürliche Habitate, wie Waldränder, dichte Hecken und Brombeergestrüpp begünstigen eine Entwicklung. Feuchte, milde Witterung im Juli und August führt ebenfalls zu einer starken Vermehrung. Ausgehend von diesen Faktoren muss jeder Rebproduzent die Gefährdung von seinem Rebberg selbst abschätzen. Bei hochanfälligen Sorten in stark gefährdeten Lagen sollte bei Beginn der Traubenreife der Unterwuchs gemäht werden und die Traubenzone gut ausgelaubt werden. «Das schafft ein trockenes Klima im Rebberg, welches die Fliegen eher meiden.»

Doppelt so viel Ertrag bei Massenmulch-Saat statt Spontanbegrünung

Damit im Boden pflanzenverfügbare Nährstoffe entstehen können, braucht es eine Vielfalt an Mikroorganismen wie Bakterien, Nematoden, Amöben und Milben. «Diese vielen kleinen Mägen fressen die Biomasse im Boden», erklärt Franco Weibel, langjähriger Obstbauexperte am FiBL und heute am Landwirtschaftlichen Zentrum Ebenrain (LZE) tätig. «Unsere langjährige Versuchsresultate in einer Rebenparzelle des FiBL belegen, erst mit deren Ausscheidungen werden die Nährstoffe pflanzenverfügbar. Die Ausscheidungen verbessern auch die Bodenaggregat-Stabilität, was zu einem besseren Gasaustuasch und Wasserhaushalt führt, uns so wiederum die Mikroorganismen und Wurzelaktivität fördert.

Die höhere Bodenaktiviät im Biolandbau fördert nicht nur die Stickstoffverfügbarkeit sondern auch z.B. die Phosphoraufnahme und somit auch die Fruchtqualität und Lagerfähigkeit.» Im Gegensatz dazu ist eine mineralische Düngung direkt für die Pflanze verfügbar, sie hängt sozusagen «am Tropf». Will man aber stattdessen den Boden als «Magen» aufbauen, der für die Pflanzen Nahrung verdaut, muss man ihn organischem Material «füttern». Dazu eignet sich im Weinbau die Begrünung der Rebzeilen. Als Faustregel gilt, dass die Biomasse des oberirdischen Pflanzenwachstums in etwa dem unterirdischen Wurzelwachstum entspricht. Kein Wunder also, dass in Versuchen die Einsaat einer Massenmulchmischung am erfolgreichsten war, um die Bodenfruchtbarkeit zu erhöhen. Denn diese grössere Wurzelmasse produziert auch mehr kohlenhydratreiche Wurzelexudate als Futter für die Mikroorganismen im Boden. Mit grossem Erfolg. «Mit der Massenmulch-Mischung, die in die Rebzeilen gesät und in zehn Jahren zweimal erneuert werden musste, gab es im Vergleich zu Spontanbegrünungen, auch solchen mit Kompostgaben, meist bis zu doppelt so viel Kilo Trauben pro Rebe», fasst Franco Weibel zusammen.

Vor- und Nachteile der PiWi-Sorten

«Herausforderungen beim Piwi-Anbau sind derzeit Wissenslücken im Rebbau und beim Weinausbau sowie das Fehlen absolut resistenter Sorten», sagt Lena Holzwarth, Weibaupraktikerin und Masterabsolventin der HAFL an der Weinbautagung des FiBL. Bei pilzwiderstandsfähigen Rebsorten (Piwis) werden durch Züchtung gute sensorischen Eigenschaften der Europäerreben mit den Resistenzeigenschaften wilder amerikanischer und/oder asiatischer Arten kombiniert. Lena Hozwarth meint: «Bis jetzt ist man bei der Resistenzzüchtung auf die Beobachtungen der Pflanzenabwehrreaktion angewiesen, um die Resistenzeigenschaften einer Sorte zu überprüfen. In Zukunft kann die Analyse der Rebengenetik dabei helfen, polyresistente Sorten zu züchten. Mit Hilfe dieser neuen Technologie kann die Züchtung beschleunigt und präzisiert werden. Da ist man aber noch nicht soweit.

Die Fachkommission der Bio Suisse-Winzer sieht in den Piwi-Sorten eine grosse Chance zur Profilierung der Bioszene, da ein Anbau je nach Region mit wenig oder gar ohne Kupfer möglich ist, weniger Spritzdurchgänge nötig sind und so Kosten beim Pflanzenschutz eingespart werden können. Doch 2015 waren erst 200 Hektaren, also knapp 1.4 Prozent der Schweizer Rebfläche mit Piwis bestockt.» Warum das, obwohl der Piwi-Anbau klare ökonomische und ökologische Vorteile verspricht? Ein Problem ist, dass es viele verschiedene Piwi-Sorten gibt und nur wenige Erfahrungen im Anbau und Ausbau dieser vorhanden sind. Dies erschwert die Sortenwahl. Zudem ist die Resistenz nicht bei allen Sorten überzeugend. Auch die Wuchseigenschaften schwanken stark. Gibt es zu viele Triebe, also zu viel Arbeit beim Heften und mit dem Laub, sinkt der Stundenlohn genauso wie bei schwachen und schwankenden Erträgen. Gerade in der Westschweiz sind nur wenige Piwi-Sorten zum kantonalen AOC-Anbau zugelassen.

Bei der Vinifikation bestehen vor allem in der Rotweinbereitung noch Wissenslücken. «Langjährige Piwi-Winzer können aber bereits viele gute Tipps geben», berichtet Holzwarth. «Grosser Nachholbedarf besteht aber auch noch in der Vermarktung, besonders über Händler und Grossverteiler. Es fehlt an Marktakzeptanz, u.a. da der Begriff Piwi nicht bekannt ist und keine positiven Assoziationen hervorruft. Es besteht zudem keine emotionale Bindung zu diesen neuen Sorten, da sie vom Gefühl her eher sterilen Forschungsanstalten zugeordnet werden, während die Europäersorten alte berühmte Namen und Geschichten tragen.»

Was den Gaumen angeht, finden Händler, dass es durchaus Piwi-Weine gibt, besonders aus den Sorten Solaris und Cabernet Jura, die mit Weinen aus Europäer-Sorten mithalten können. Aber im Premium-Preisbereich werden derzeit kaum Chancen für Piwis gesehen. Das mag mit der als »gering wahrgenommenen» Weinqualität, aber auch mit der gegenwärtigen Marktakzeptanz zu tun haben.

Auf Grundlage ihrer Arbeit berichtet Lena Holzwarth von einem Bedarf an agronomisch und sensorisch besseren Sorten. Fortschritte in der Sortenzüchtung könnten diesen Anforderungen Rechnung tragen. Doch auch neue Erkenntnisse zu bereits existierenden Sorten können dazu beitragen, bisherige Herausforderungen zu überwinden. Daher empfiehlt sie, bestehende Sorten besser zu erforschen, um den Winzern die Sortenwahl zu erleichtern, die Rentabilität zu verbessern und Wissenslücken im Anbau und Weinausbau zu schliessen. Für einen verbesserten Marktzugang braucht es zudem ein geeignetes Kommunikations- und Vermarktungskonzept.

Umweltwirkung einer Flasche Wein

«Die Hauptumweltwirkung einer Flasche Wein liegt in der Traubenproduktion», sagte Ökobilanzexperte Matthias Meier vom FiBL an der Weinbautagung. In der paarweisen Untersuchung von Bio-Weinbaubetreiben und konventionellen in vier verschiedenen Schweizer Weinbauregionen hatten drei der vier betrachteten Bio-Betriebe bei den traditionellen Europäersorten die etwas bessere Ökobilanz. Auf allen Bio-Betrieben fiel dagegen die Klimabilanz der Traubenproduktion besser aus. Dies vor allem deshalb, weil in der Bioweinbauproduktion keine Emissionen aus der Kunstdüngerproduktion und der Herstellung synthetischer Pestizide anfallen.

Die Ökobilanz der Bioweinbauproduktion verbesserte sich noch einmal beträchtlich bei Anbau von Piwi-Sorten – im Einzelfall um rund 60 Prozent gegenüber dem Anbau mit traditionellen Sorten. Die verbesserte Ökobilanz bei Piwi-Sorten ist vor allem auf die geringere Anzahl an Durchfahrten mit Spritzmitteln und dem deutlich reduzierten Kupfereinsatz zurückzuführen. Spritzmittelausbringung per Helikopter scheint keine wesentlich höhere Umweltwirkung als die Ausbringung mit Traktor und Spritze zu haben. «Ein Heli braucht zwar 190 Liter Treibstoff pro Stunde, bearbeitet aber eine Hektare in zwei Minuten», so Matthias Meier. «Der Nachteil ist aber, dass die Wirkstoffanlagerung auf der Rebe erheblich geringer und deshalb oft Nachspritzen nötig ist. Zudem ist die Abdrift bei einer Helispritzung in der Regel viel grösser.» Diese Aspekte werden in der Umweltbewertung bis anhin nicht berücksichtigt. Der Abschlussbericht zu dem gemeinsam mit der ZHAW Wädenswil durchführten Projekt kann beim BAFU oder der ZHAW heruntergeladen werden.

Die Sache mit den Biorebsetzlingen

Die Teilnehmer der Tagung wurden darüber informiert, dass seit Januar 2017 eine neue Biorichtlinie in Kraft getreten ist: Es dürfen nur noch Biorebsetzlinge verwendet werden. Der Haken an der Sache ist, dass es noch keine Biosetzlinge gibt. Will also jemand Setzlinge, muss er derzeit noch eine Ausnahmebewilligung für konventionelle Setzlinge bei der Saatgutstelle (www.organicXseeds.ch) beantragen. Gleichzeitig arbeiten Bio Suisse und das FiBL mit Hochdruck daran, Rebschulen zu finden, die interessiert daran sind, auf Bio umzustellen. Bereits wurden interessierte Rebschulen und Winzer gefunden, die in die Setzlingsproduktion einsteigen möchten. Winzer werden angehalten, fünf Monate vor einem gewünschten Anbautermin einen Anbauvertrag mit einer solchen Rebschule abzuschliessen. Das Ziel von Bio Suisse und FiBL ist, dass die Biosetzlingsproduktion bis spätestens in drei Jahren rund läuft.

Franziska Hämmerli, FiBL

Weiterführende Informationen

Bioweinbau (ganze Rubrik)

Biowein (Rubrik Markt)

 

 

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 17.07.2017

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