Gestaltung des Fressplatzes für Ziegen 

Eingliedern und Separieren von Ziegen

ln der Praxis der Laufstallhaltung von Ziegen ist es bei der Bestandsergänzung oder -erweiterung üblich, dass fremde Tiere in bestehende Gruppen eingegliedert wer­den. Solche Eingliederungen führen vermehrt zu aggressiven Auseinandersetzun gen und sind für Ziegen belastend, was sich in gestörtem Liege- und Fressverhalten äussert. Weiter ist es für Ziegen als sozial lebende Tiere mit Stress verbunden, wenn sie von der Herde getrennt werden. Zum Ablammen oder aufgrund von Verletzungen beispielsweise besteht jedoch immer wieder die Notwendigkeit, einzelne Tiere vorübergehend von der Herde zu separieren. Es stellt sich daher die Frage, wie das Eingliedern in eine fremde Herde und die Separation von der Herde für Ziegen möglichst belastungsarm vorgenommen werden kann.

An der Forschungsanstalt Agroscope in Tänikon durchgeführte Versuche erforschten diese Managementmassnahmen an behornten und hornlosen Ziegen. Da es in kleinen Gruppen vermehrt zu Auseinandersetzungen kommt und Ziegen in der Schweiz vorwiegend in Kleinbeständen gehalten werden, wurden die Untersuchungen an Kleingruppen vorgenommen. Die Ergebnisse zeigen, dass das Eingliedern einer einzelnen Ziege in eine bestehende Herde für das eingegliederte Tier unabhängig von der Behornung über längere Zeit sehr stark belastend und wenn immer möglich zu vermeiden ist. Es ist daher vorteilhaft, mehrere einander bekannte Ziegen gleichzeitig in eine Herde einzugliedern und den Tieren, wie beispielsweise auf der Weide, hierbei genügend Platz zu bieten.

Ziegen sollten nur in begründeten Fällen von ihrer Herde separiert werden. ln solchen Fällen ist es empfehlenswert, den Ziegen möglichst viel Kontakt zur Herde zu ermöglichen. Können die Ziegen ihre Herde weiterhin sehen und durch die Buchtenabtrennung Kontakt aufnehmen, mindert dies die Belastung.

Die Versuchsergebnisse und Empfehlungen sind dargestellt im ART Bericht 765 «Eingliedern und Separieren von Ziegen». Der Bericht kann gratis heruntergeladen oder für vier Franken als Druckversion bezogen werden unter:

Agroscope, Publikationen (Nr. 765 ins Feld "Volltextsuche" eingeben)

 

Weiterführende Informationen zur Milchziegenhaltung

Merkblatt «Milchziegenhaltung im Biobetrieb» (FiBL-Shop)

 

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 01.09.2014

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