Absetzdurchfall bei Ferkeln: Vorbeugen ist das A und O 

Ferkel beim Absetzen richtig füttern

Das Ferkel verliert seine Mutter, erfährt eine Futterumstellung und muss sich mit neuen Buchtengenossen und einer fremden Umgebung auseinandersetzen – das Absetzen ist eine Stresssituation.

Zuerst zu wenig, danach zu viel Futteraufnahme

Die Ferkel nehmen anfangs «aus Frust» weniger Futter auf als sie brauchen. Die Mangelversorgung führt zum Abbau der Fettreserven und es kommt zu einer Verkürzung der Darmzotten und zur Reduktion darmeigener Enzyme. Fressen die Ferkel nach der Hungerperiode mehr, bleibt ein Teil der Nahrung unverdaut im Darm und bildet einen guten Nährboden für krankmachende Coli-Keime, was in der Regel zu Durchfall führt.

Ferkel auf das Absetzen vorbereiten

Um Durchfall vorzubeugen, sollten die Ferkel bezüglich Fütterung auf das Absetzen vorbereitet werden, d.h. durch frühe Beifütterung wird der Magen auf die Salzsäureproduktion vorbereitet. Zudem kann Futter eingesetzt werden, das den pH-Wert im Magen absenkt. Dadurch können Krankheitserreger abgetötet werden. Hierfür eignen sich Silagen von bester Qualität. Diese enthält Milchsäurebakterien und natürliche organische Säuren. Als Alternative kann 1 Prozent Obstessig in die Ration eingemischt werden. Probiotika und Joghurt unterstützen die Verdauung. Wühlerde enthält Huminsäuren, welche ebenfalls einen positiven Effekt auf die Verdauung haben.

Vermieden werden sollten Futterkomponenten oder Mischungen mit hoher Pufferkapazität, d.h. mit einem hohen Kalziumgehalt. Hierfür kann das gängige Futter mit 50 Prozent Gerste gestreckt werden oder man lässt sich ein spezielles Absetzfutter herstellen. Der Rohproteingehalt sollte auf 150 Gramm pro Kilo und der Kalziumgehalt auf 6 Gramm pro Kilo begrenzt sein. Der Rohfasergehalt sollte dagegen auf zirka 6 Prozent erhöht werden durch die Zugabe von Gerste, Hafer, Triticale, Heu oder Silage. Wichtig ist, dass bei Problemen mit Durchfall das Futter in den ersten 14 Tagen nach dem Absetzen zurückhaltend und in mehreren Mahlzeiten pro Tag verabreicht wird.

Wichtig: Futter und Wasser müssen immer frisch, die Tröge und Ställe immer sauber sein. BF


Weiterführende Informationen

Absetzdurchfall bei Ferkeln: Vorbeugen ist das A und O (Rubrik Schweine, gleiche Rubrik)

Jedes Ferkel zählt (Rubrik Schweine, gleiche Rubrik)

Längere Säugezeit für bessere Ferkelgesundheit (Rubrik Schweine, gleiche Rubrik)

Fünf Merkblätter zur Bioferkelaufzucht (FiBL-Shop)

Handbuch zur Tiergesundheit in der Bioschweinehaltung (Rubrik Schweine, gleiche Rubrik)

 

 

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 14.01.2016

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