Kosten und Beiträge Wirtschaftlichkeit 

Vermarktung in der Umstellungszeit

Auf dieser Seite geht es nur um die Vermarktung von Umstellungsprodukten. Wenn Sie sich über die Marktlage für Bio- bzw. Knospeprodukte ins Bild setzen möchten, dann klicken Sie oben auf die Seite Markt.

Damit die Umstellungszeit wirtschaftlich gut überstanden werden kann ist es wichtig, die Vermarktungsmöglichkeiten vorher genau abzuklären. Es gibt nur wenige Abnehmer, die Umstellungsprodukte akzeptieren. Die Gründe sind:

  • Für den Abnehmer lohnt es sich nicht, die meist kleinen Mengen an Umstellungsprodukten separat zu deklarieren und zu vermarkten.
  • Kleines Interesse der Endvermarkter (Läden, Grossverteiler).

Wichtig:
Sollen im ersten Umstellungsjahr Ernteprodukte aus überwinternden Kulturen als Umstellungsware vermarktet werden, muss der Betrieb vor dem Saattermin für die Umstellung angemeldet werden. Die entsprechenden Kulturen müssen ab Aussaat biokonform angebaut werden.

Absatzmöglichkeiten

Bei allen Umstellungsprodukten besteht selbstverständlich die Möglichkeit, sie direkt ab Hof zu verkaufen. Weitere Informationen unter
Direktvermarktung (Rubrik Markt)

In jedem Fall muss vor der Umstellung mit dem möglichen Abnehmer der Kontakt gesucht und der Absatz gesichert werden. Kommt kein Liefervertrag zustande, muss die Umstellungsware in die konventionellen Kanäle geliefert werden.

Über den Handel können die nachfolgend aufgeführten Produkte als Umstellungsware abgesetzt werden. Details finden Sie über die Links in der Rubrik Markt.

Futtergetreide (inkl. Körnerleguminosen)
Futtergetreide und Körnerleguminosen zu Futterzwecke werden zum Knospe-Preis von den Sammelstellen übernommen. Details

Mahlweizen
Eine begrenzte Menge an Umstell-Mahlweizen wird von der fenaco GOF übernommen. Ein Abnahmevertrag ist zwingend. Details

Speisekartoffeln
Abnehmer für Speisekartoffeln finden Sie hier. Für Veredelungskartoffeln besteht kein Umstellmarkt.

Kernobst
In starken Erntejahren ist der Markt gesättigt und der Absatz von Umstell-Kernobst ist schwierig. Alle Abnehmer von Umstell-Kernobst finden Sie hier.

Mostobst
Alle Abnehmer von Umstell-Mostobst finden Sie hier.

Steinobst
Steinobst ist gesucht und somit ist ein Absatz von Umstell-Steinobst möglich. Alle Abnehmer von Umstell-Steinobst finden Sie hier.

Beeren
Beeren sind begehrt und ein Absatz von Umstell-Beeren ist möglich. Alle Abnehmer von Umstell-Beeren finden Sie hier.

Wein
Individuell mit den eigenen Vermarktungskanälen abklären.

Jager
Können an Umstell- oder Vollknospe-Betriebe verkauft werden. Informationen finden Sie hier.

Mastpoulets
Können teilweise mit der Umstell-Knospe über Detailhändler vermarktet werden. Abnehmer finden Sie hier.

Mastremonten
Können auf Vollknospe-Betriebe verkauft werden. Weitere Informationen finden Sie hier.

Weiderinder
mit der Umstell-Knospe können teilweise vermarket werden. Weitere Informationen finden Sie hier.

Eier
Können teilweise mit der Umstell-Knospe über die Detailhändler vermarket werden. Wenden Sie sich dazu an einen Vermarkter.

Status der Tiere während der Umstellungszeit

Grundsätzlich gilt: Der Status eines Tieres oder eines Produkts ist nie höher als der Status des Betriebes.

1. Vor oder während der Umstellungszeit auf dem Umstellbetrieb geborene Tiere

Nach erfolgter Kontrolle und Zertifizierung, aber frühestens ab dem 1. Mai des ersten Umstellungsjahres und bis zum 31. Dezember des zweiten Umstellungsjahres, gelten diese Tiere als Umstelltiere.
Ab dem 1. Januar des dritten Jahres gelten die Tiere als Biotiere.

2. Vom Umstellbetrieb  zugekaufte Biotiere

Diese gelten während der Umstellungszeit als Umstelltiere und ab dem 1. Januar des dritten Jahres als Biotiere.

3. Vom Umstellbetrieb zugekaufte Nichtbiotiere

(Für Rinder, die im Rahmen eines Aufzuchtvertrages von einem Nichtbiobetrieb zurückgekauft werden, gilt die Spezialregelung unter 3.a.)

Diese Tiere gelten während der Umstellungszeit als Umstelltiere.
Ab dem 1. Januar des dritten Jahres gelten sie als Biotiere, sofern sie die Wartefristen (siehe weiter unten) fertig durchlaufen haben.

Für den Zukauf von Nichtbiotieren gelten folgende Einschränkungen:
Ein Bio- oder Umstellungsbetrieb darf pro Jahr wie folgt Nichtbiotiere zukaufen:

  • 10 % nullipare weibliche Tiere der Rinder-, Schweine- und Pferdegattung,
  • 20 % nullipare weibliche Tiere der Schaf- und Ziegengattung.
  • Männliche Zuchttiere dürfen frei zugekauft werden, jedoch keine Masttiere.

Die Prozentsätze beziehen sich auf den aktuellen Bestand an ausgewachsenen weiblichen Tieren. Für Biobetriebe mit weniger als 10 Tieren Tieren der Rinder- oder Pferdegattung, weniger als 10 Schweinen oder mit weniger als fünf Schafen oder Ziegen ist die Erneuerung auf ein Tier im Jahr beschränkt.
Für einen höheren Zukauf von Jungtieren oder für den Zukauf von adulten Tieren aus Nichtbiobetrieben wird eine Ausnahmebewilligung der Zertifizierungsstelle benötigt. Die Bewilligung wird nur unter bestimmten Bedingungen erteilt. Nichtbiologische Schweine dürfen nur ungedeckt zugekauft werden.

Wartefristen für zugekaufte Nichtbiotiere

  • 12 Monate bei Tieren der Pferde- und Rindergattung (einschliesslich Büffel- und Bison-Arten) für die Fleischerzeugung, und, bei kurzlebigen Tieren, auf jeden Fall mindestens drei Viertel ihres Lebens;
  • 6 Monate bei kleinen Wiederkäuern und Schweinen;
  • 6 Monate bei milchproduzierenden Tieren;
  • 56 Tage bei Geflügel für die Fleischerzeugung, das eingestallt wurde, bevor es drei Tage alt geworden war;
  • 6 Wochen bei Geflügel für die Eiererzeugung

3.a Vom Umstellbetrieb zugekaufte Nichtbiotiere mit Aufzuchtvertrag

Eigene Tiere des Umstellbetriebes dürfen aus einem nichtbiologischen Aufzuchtbetrieb ohne anzahlmässige Einschränkung auf den Umstellungsbetrieb zurückkehren, falls alle folgenden Bedingungen erfüllt sind:

  • Der Aufzuchtvertrag wurde vor der Anmeldung zur Umstellung abgeschlossen.
  • Die Tiere wurden vor Umstellungsbeginn auf den nichtbiologischen Betrieb in Aufzucht gegeben.
  • Die Tiere müssen innerhalb der Umstellungszeit auf den Betrieb zurückkehren.
  • Die Wartefristen (siehe unter 3.) müssen eingehalten werden.

4. Verkauf von Tieren eines Umstellungsbetriebes an einen Biobetrieb

Nach durchlaufener Wartefrist (siehe oben) gelten solche Tiere auf dem Biobetrieb als Biotiere. Die Tiere können die Wartefrist auf dem Umstellungsbetrieb oder teilweise auf dem Biobetrieb absolvieren.

Beispiel:
Ein Biobetrieb kauft Mitte Mai eine Kuh von einem Umstellungsbetrieb, der im ersten Umstellungsjahr steht. Dann kann der Biobetrieb die Milch dieser Kuh ab dem 1. Juli als Biomilch verkaufen. Das Fleisch dieser Kuh darf der Biobetrieb aber erst ab dem folgenden 1. Januar als Biofleisch verkaufen.

Vermarktung von Milch und Eiern

Die oben erwähnten Wartefristen beziehen sich auf Zucht- und Schlachttiere. Nach Beginn der Umstellungszeit dürfen die Milch und die Eier als Umstellungsprodukte vermarktet werden, sobald der Betrieb zertifiziert ist, aber frühestens ab dem 1. Mai. Das gilt auch für alle pflanzlichen Produkte, wie in der Grafik dargestellt.

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Letzte Aktualisierung dieser Seite: 26.06.2017

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