Vermarktung in der Umstellungszeit

Auf dieser Seite geht es nur um die Vermarktung von Umstellungsprodukten. Wenn Sie sich über die Marktlage für Bio- bzw. Knospeprodukte ins Bild setzen möchten, dann klicken Sie oben auf die Seite Markt.

Damit die Umstellungszeit wirtschaftlich gut überstanden werden kann ist es wichtig, die Vermarktungsmöglichkeiten vorher genau abzuklären. Es gibt nur ein paar wenige Abnehmer, die Umstellungsprodukte akzeptieren. Die Gründe sind:

  • Für den Abnehmer lohnt es sich nicht, die meist kleinen Mengen an Umstellungsprodukten separat zu deklarieren und zu vermarkten.
  • Kleines Interesse der Endvermarkter (Läden, Grossverteiler).
  • Keine Exportmöglichkeit für Umstellungsprodukte.

Wichtig:
Sollen im ersten Umstellungsjahr Ernteprodukte aus überwinternden Kulturen als Umstellungsware vermarktet werden, muss der Betrieb vor dem Saattermin für die Umstellung angemeldet werden. Die entsprechenden Kulturen müssen ab Aussaat biokonform angebaut werden.

Absatzmöglichkeiten

Bei allen Umstellungsprodukten besteht selbstverständlich die Möglichkeit, sie direkt ab Hof zu verkaufen.
Über den Handel können die nachfolgend aufgeführten Produkte als Umstellungsware abgesetzt werden. In jedem Fall muss vor der Umstellung mit dem möglichen Abnehmer der Kontakt gesucht und der Absatz gesichert werden. Kommt kein Liefervertrag zustande, muss die Umstellungsware in die konventionellen Kanäle geliefert werden.

Brotgetreide (Rubrik Markt)

Futtergetreide, Körnermais, Futterkörnerleguminosen (Rubrik Markt)

Raps (Rubrik Markt)

Kartoffeln (Rubrik Markt)

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Soja

Sowohl die Mühle Rytz wie auch fenaco übernehmen Umstellungssoja zu einem Preis von Fr. 220.-- bis 225.- pro 100 kg.
Die Mühle Rytz ist aktuell der wichtigste Biosojaabnehmer der Schweiz.

Mühle Rytz AG
3206 Biberen
Tel. 031 754 50 00
Fax 031 754 50 01
mail@mühlerytz.ch
www.muehlerytz.ch

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Milch

Milch (Rubrik «Markt»; im Moment bestehen keine Absatzmöglichkeiten für Umstellungsmilch)

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Mastschweine

Da sich der Bioschweinefleisch-Markt als gesättigt präsentiert, empfiehlt Bio Suisse Schweinezüchtern dringend, die Abnahme vor dem Einstieg in den Bioschweinemarkt vertraglich abzusichern. Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an das Produktmanagement Fleisch.

Produktmanagement Fleisch (Rubrik Markt)

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Mastpoulets

Micarna und Bell sind an der Zusammenarbeit mit neuen Biogeflügelproduzenten interessiert. Seit Anfang 2013 vermarktet Bell auch Produkte mit der Umstellungs-Knospe in den Coop-Kanal. Um das Absatzwachstum abdecken zu können, sind weitere Umstellungsbetriebe und Geflügelmast-Einsteiger willkommen.

Biopoulet (Rubrik Markt)

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Status der Tiere während der Umstellungszeit

Grundsätzlich gilt: Der Status eines Tieres oder eines Produkts ist nie höher als der Status des Betriebes.

1. Vor oder während der Umstellungszeit auf dem Umstellbetrieb geborene Tiere

Nach erfolgter Kontrolle und Zertifizierung, aber frühestens ab dem 1. Mai des ersten Umstellungsjahres und bis zum 31. Dezember des zweiten Umstellungsjahres, gelten diese Tiere als Umstelltiere.
Ab dem 1. Januar des dritten Jahres gelten die Tiere als Biotiere.

2. Vom Umstellbetrieb  zugekaufte Biotiere

Diese gelten während der Umstellungszeit als Umstelltiere und ab dem 1. Januar des dritten Jahres als Biotiere.

3. Vom Umstellbetrieb zugekaufte Nichtbiotiere

(Für Rinder, die im Rahmen eines Aufzuchtvertrages von einem Nichtbiobetrieb zurückgekauft werden, gilt die Spezialregelung unter 3.a.)

Diese Tiere gelten während der Umstellungszeit als Umstelltiere.
Ab dem 1. Januar des dritten Jahres gelten sie als Biotiere, sofern sie die Wartefristen (siehe weiter unten) fertig durchlaufen haben.

Für den Zukauf von Nichtbiotieren gelten folgende Einschränkungen:
Ein Bio- oder Umstellungsbetrieb darf pro Jahr wie folgt Nichtbiotiere zukaufen:

  • 10 % nullipare weibliche Tiere der Rinder- und Pferdegattung,
  • 20 % nullipare weibliche Tiere der Schweine-, Schaf- und Ziegengattung.
  • Männliche Zuchttiere dürfen frei zugekauft werden, jedoch keine Masttiere.

Die Prozentsätze beziehen sich auf den aktuellen Bestand an ausgewachsenen weiblichen Tieren. Für Biobetriebe mit weniger als 10 Tieren der Rinder- oder der Pferdegattung oder mit weniger als fünf Schweinen, Schafen oder Ziegen ist die Erneuerung auf ein Tier im Jahr beschränkt. Für einen höheren Zukauf von Jungtieren oder für den Zukauf von adulten Tieren aus Nichtbiobetrieben wird eine Ausnahmebewilligung der Zertifizierungsstelle benötigt. Die Bewilligung wird nur unter bestimmten Bedingungen erteilt.

Wartefristen für zugekaufte Nichtbiotiere

  • 12 Monate bei Tieren der Pferde- und Rindergattung (einschliesslich Büffel- und Bison-Arten) für die Fleischerzeugung, und, bei kurzlebigen Tieren, auf jeden Fall mindestens drei Viertel ihres Lebens;
  • 6 Monate bei kleinen Wiederkäuern und Schweinen;
  • 6 Monate bei milchproduzierenden Tieren;
  • 56 Tage bei Geflügel für die Fleischerzeugung, das eingestallt wurde, bevor es drei Tage alt geworden war;
  • 6 Wochen bei Geflügel für die Eiererzeugung

3.a Vom Umstellbetrieb zugekaufte Nichtbiotiere mit Aufzuchtvertrag

Eigene Tiere des Umstellbetriebes dürfen aus einem nichtbiologischen Aufzuchtbetrieb ohne anzahlmässige Einschränkung auf den Umstellungsbetrieb zurückkehren, falls alle folgenden Bedingungen erfüllt sind:

  • Der Aufzuchtvertrag wurde vor der Anmeldung zur Umstellung abgeschlossen.
  • Die Tiere wurden vor Umstellungsbeginn auf den nichtbiologischen Betrieb in Aufzucht gegeben.
  • Die Tiere müssen innerhalb der Umstellungszeit auf den Betrieb zurückkehren.
  • Die Wartefristen (siehe unter 3.) müssen eingehalten werden.

4. Verkauf von Tieren eines Umstellungsbetriebes an einen Biobetrieb

Nach durchlaufener Wartefrist (siehe oben) gelten solche Tiere auf dem Biobetrieb als Biotiere. Die Tiere können die Wartefrist auf dem Umstellungsbetrieb oder teilweise auf dem Biobetrieb absolvieren.

Beispiel:
Ein Biobetrieb kauft Mitte Mai eine Kuh von einem Umstellungsbetrieb, der im ersten Umstellungsjahr steht. Dann kann der Biobetrieb die Milch dieser Kuh ab dem 1. Juli als Biomilch verkaufen. Das Fleisch dieser Kuh darf der Biobetrieb aber erst ab dem folgenden 1. Januar als Biofleisch verkaufen.

Vermarktung von Milch und Eiern

Die oben erwähnten Wartefristen beziehen sich auf Zucht- und Schlachttiere. Nach Beginn der Umstellungszeit dürfen die Milch und die Eier als Umstellungsprodukte vermarktet werden, sobald der Betrieb zertifiziert ist, aber frühestens ab dem 1. Mai. Das gilt auch für alle pflanzlichen Produkte, wie in der Grafik dargestellt.

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Direktvermarktung

Eine gute Möglichkeit die Prokute während und nach der Umstellung mit Mehrpreis zu verkaufen, ist die Direktvermarktung. Der Aufbau einer Kundschaft auf dem Wochenmarkt, im Hofladen oder bei einem Hauslieferdienst, ist aber anspruchsvoll. Neuumsteller, die schon bis anhin Direktvermarktung betrieben hatten, sind natürlich im Vorteil, sie können ihre Produkte problemlos als Umstellungsware verkaufen.

Richtpreise für die Direktvermarktung werden von Bio Suisse jährlich publiziert.
Richtpreise Direktvermarktung (Rubrik Markt auf dieser Webseite)

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