Film: Zwischen Zorn und Zärtlichkeit

Der Film mit dem vollständigen Titel «Zwischen Zorn und Zärtlichkeit - Die Geschichte des Biolandbaus in der Schweiz» zeigt in 66 Minuten, wie der Biolandbau entstanden ist und wie er sich über die letzten 90 Jahre entwickelt hat.

Gedreht wurde der Film von Thomas Alföldi vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) und dem Basler Filmemacher Benno Hungerbühler im Auftrag von Bio Suisse und der Fondation Sur-la-Croix.

Der Film ist aufgeteilt in zwei Teile (Teil 1 oben und Teil 2 unten):


Der Film spannt einen dokumentarischen Bogen von den Pionierinnen und Pionieren bis zu den jungen Biobäuerinnen und Biobauern in Ausbildung von heute. Ihre Aussagen werden von historischem Foto- und Filmmaterial untermalt. Und bald wird klar: Die Mischung zwischen Auseinandersetzung, Skepsis, Überzeugung, Einsatz, Kampf, Durchsetzungs- und Durchstehvermögen oder manchmal auch einfach stillem Schaffen gegen ein breites Unverständnis hat zu dem geführt, was Biolandbau in der Schweiz heute ist - eine Bewegung, die sich weiterbewegt mit dem Ziel wertorientierten Handelns, das Ökologie, Ethik und Wirtschaftlichkeit zu verbinden vermag.

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Filmpremiere

Am 12. Februar 2012 fand im Kino Monti in Frick die Filmpremiere statt. Mit dabei waren die Film-Protagonisten und viel Bioprominenz.


Weitere Eindrücke von der Filmpremiere...

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Hintergrund

Warum dieser Film?

Biobäuerinnen und Biobauern prägten die Anfänge des biologischen Landbaus. Auch einzelne Wissenschaftler, Politiker und Marktvertreter haben sich früh exponiert und für die Anliegen einer umweltfreundlichen Landwirtschaft engagiert. Der Durchbruch und die erfolgreiche, kontinuierliche Weiterentwicklung des Biolandbaus in der Schweiz ist somit sicherlich der Weitsicht und der Hartnäckigkeit der Pioniere jener Zeit zu verdanken, aber auch dem Engagement vieler Menschen, die sich ungeachtet von vorherrschenden Trends für den Biolandbau und die Knospe eingesetzt haben. Insgesamt ist die Geschichte des Biolandbaus in der Schweiz bisher erst wenig dokumentiert. Aufgabe des Films ist es, die Erinnerungen und Berichte wichtiger Zeitzeugen festzuhalten und die Bedeutung, aber auch die Auseinandersetzungen der Pioniere zu würdigen.

Wie entstand dieser Film?

Thomas Alföldi vom FiBL und der Basler Filmemacher Benno Hungerbühler suchten nach den Gründen, weshalb der Biolandbau von Behörden und Öffentlichkeit lange nicht ernst genommen, teilweise sogar bekämpft wurde. Dazu befragten sie nicht nur Pioniere, sondern liessen auch Vertreter der konventionellen Landwirtschaft zu Wort kommen.

Statements von Zeitzeugen bilden denn auch die Grundlage dieses dokumentarischen Films. Was war und was ist der Biolandbau in der Schweiz? Direkt vor Ort, auf ihren Höfen, an ihren Arbeits- und Wohnorten, gehen die Protagonisten auf diese Fragen ein. Einen reichen Fundus an Film- und Fotomaterial aus dem Archiv des Schweizer Fernsehens sowie aus privaten Archiven hat Thomas Alföldi zusammengetragen und gesichtet. Der Filmemacher Benno Hungerbühler hat in der Folge alles Material strukturiert und zu einem kompakten Film verdichtet. Das 1994 erschienene Buch „Der Stand der Bauern“ von Peter Moser sowie eine Studie von Patrick Kupper aus dem Jahr 1996 dienten dabei als zusätzliche wertvolle Quellen.

Zielpublikum

Die Pionierzeit prägt das Selbstverständnis der Biobewegung und ist auch Thema im landwirtschaftlichen Unterricht. Der Dachverband Bio Suisse setzt sich über ihre Bildungskommission für die Ausbildungswege in der landwirtschaftlichen Berufslehre ein. Verschiedene Wege führen heute zum Titel «Landwirtin oder Landwirt mit Schwerpunkt Biolandbau»: über die Bioschule, in Bioklassen oder in Form eines Wahlfachs mit Blockkursen. Der von Bio Suisse für Menschen in Ausbildung in Auftrag gegebene Film war ursprünglich als Kurzfilm geplant. Rasch zeigte sich, dass die wertvollen Aussagen der Zeitzeugen sowie die reiche Auswahl an Dokumentationsmaterial einen längeren Film rechtfertigten. Um den Einsatz im Unterricht zu erleichtern, wurde eine chronologische Reihenfolge eingehalten, die auf der DVD über die Kapitelfunktion gezielt angewählt werden kann.

Sowohl mit seinem historischen Hintergrund als auch mit seinem starken Bezug auf gesellschaftliche Entwicklungen ist der Film indes für ein breites Publikum von Interesse. Denn stets war die Geschichte des Biolandbaus auch mit gesellschaftlichen und landwirtschaftlichen Krisen in unserem Land eng verbunden.

Einige Beispiele dazu aus dem Film: Der ETH-Professor Philippe Matile verfasst 1966 einen Artikel über die Grenzen der Kunstdüngerwirtschaft und erzürnt damit viele Vertreter der konventionellen Landwirtschaft. Der Agrarhistoriker Peter Moser erklärt die historischen Gründe, weshalb Coop 1993 als erster Grossverteiler Bioprodukte lancierte. Bemerkenswert: Zu Beginn der 1960er-Jahre war die Migros bei Bio führend. Nicht zuletzt wird auch die bisher unterschätzte Rolle der Frauen für die Biobewegung aufgezeigt. „Von denen, die ich kenne, haben mindestens 90 Prozent wegen ihren Frauen auf Bio umgestellt“ sagt der Biopionier Ernst Frischknecht im Film.

Inhalt

Die Geschichte des Biolandbaus beginnt in den 1920er Jahren. Bis Anfang der 1970er-Jahre prägen einzelne Richtungen und Persönlichkeiten die Biobewegung. Mit der Gründung des Forschungsinstituts für biologischen Landbau (FiBL) (1973) und des Biodachverbands Bio Suisse (1981) setzt eine Institutionalisierung ein. In der untenstehenden Abbildung ist die Entwicklung schematisch dargestellt.
Die Geschichte des Biolandbaus in der Schweiz lässt sich in vier Perioden unterteilen: Zwischen 1920 und 1930 prägt lebensreformerisches Gedankengut (Rückkehr zur Natur) den Biolandbau. In den 1950er- und 1960er-Jahren soll mit dem Biolandbau die bäuerliche Unabhängigkeit von der Betriebsmittelindustrie gewährleistet werden. Seit den 1970er-Jahren etabliert sich der Biolandbau als umweltschonende Alternative zur konventionellen Landwirtschaft. Entscheidend für die Akteptanz ist der Zusammenschluss der verschiedenen Biolandbau-Richtungen in der Vereinigung Schweizerischer Biologischer Landbauorganisationen VSBLO, der späteren Bio Suisse im Jahre 1981. Gleichzeitig werden gemeinsame Biorichtlinien vorgestellt. In den 1990er-Jahren führen Direktzahlungen und Einstieg der Grossverteiler zu einem Bioboom.

Interviewte Zeitzeugen

Folgende Personen wurden befragt:
Hanni Buess, Fritz Dähler, Christof Dietler, Ursina Eichenberger, Padruot Fried, Dorli Frischknecht, Ernst Frischknecht, Regina Fuhrer, Lisa Koller, Philippe Matile, Peter Moser, Urs Niggli, Martin Ott, Hans Popp, Werner Scheidegger, Otto Schmid, Samuel Spahn, Martin Schüpbach, Hardy Vogtmann, Felix Wehrle, Heinz Zumstein sowie Schülerinnen und Schüler der landwirtschaftlichen Schule Bio-Schwand.

Das Film-Budget war limitiert und somit waren auch die Drehtage eng begrenzt. Zudem sollte die Dauer des Films bei rund einer Stunde liegen. Diese Einschränkungen führten dazu, dass viele weitere interessante Persönlichkeiten nicht interviewt werden konnten.

Finanzierung

Der Film ist durch die Bildungskommission der Bio Suisse und die Fondation Sur-la-Croix finanziert. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit haben Thomas Alföldi vom FiBL und der Basler Filmemacher Benno Hungerbühler bereits mehrere Kurzfilme für den landwirtschaftlichen Unterricht und die Praxis realisiert.

Weitere Filme

Aus gesammeltem Material zum Film «Zwischen Zorn und Zärtlichkeit - Die Geschichte des Biolandbaus in der Schweiz» wurde der separate Film «Die FiBL-Chronik» zusammengestellt.

Diesen Film und alle weiteren Filme auf dieser Webseite finden Sie unter:

Filme (Rubrik Aktuell)

Alle Filme des FiBL finden Sie im FiBL-Kanal von Youtube:

FiBL-Filme

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