Bioackerkulturen

Die Nachfrage nach Schweizer Bio-Ackerprodukten ist weiterhin steigend. Für dieses Wachstum und um den Bedarf an Schweizer Bio-Rohwaren decken zu können, wird auch in Zukunft zusätzliche Bio-Ackerfläche benötigt.

Brotgetreide

Beim Brotgetreide liegt der Inlandanteil bei rund 35%. Gerade in diesem Markt besteht noch grosses Potential für die inländische Produktion. Eine gute Fruchtfolge besteht aber nicht nur aus Brotgetreide, es wechseln sich verschiedene Kulturen ab. Neben dem Brotgetreide wird auch für die anderen Ackerprodukte entsprechend Absatz benötigt. Eine Steigerung des Inlandanteils bei Brotgetreide hängt daher auch stark von den Absatzmöglichkeiten der anderen Produkte aus der Fruchtfolge ab. Deshalb sind Verarbeiter und Händler gefordert, zusätzliche Absatzmöglichkeiten für weitere Ackerprodukte zu schaffen.

Futtergetreide

Der Bedarf an Futtergetreide und Körnerleguminosen ist von der Entwicklung Tierbeständen sowie deren Fütterung abhängig. Die Märkte für tierische Produkte (Milch, Eier, Fleisch) sind nach wie vor wachsend und so auch der Bedarf an Mischfutter. Rund 45% des Bedarfs der Mischfutterhersteller kann durch die inländische Produktion gedeckt werden. Es bestehen jedoch unterschiede je nach Kultur: Bei Gerste, Hafer und Triticale liegt der Inlandanteil auf über 70%. In guten Jahren und bei einer zu schnellen Zunahme der Bio-Ackerfläche, könnte es zu Überschüssen kommen, was sich auf die Richtpreise auswirken dürfte. Bei Futterweizen und Körnermais liegt der Inlandanteil hingegen unter 30%, damit sind diese Kulturen sehr gesucht.

Ölsaaten

Mit der diesjährigen Ernte konnte der Bedarf an inländischen Bio-Ölsaaten zum ersten Mal gedeckt werden. Auch diese Märkte weisen ein Wachstum auf und es bestehen weitere Marktpotentiale, die es auszuschöpfen gilt (z.B. Schälsonnenblumen, HO Sonnenblumen für die industrielle Verwertung, Soja für Sojamilch und Jogurt etc.). Fakt ist aber, dass zurzeit das Interesse der Produzenten am Anbau dieser Kulturen grösser ist, als die Absatzmöglichkeiten. Hier ist die gesamte Wertschöpfungskette gefordert, neue Produkte und Märkte zu erschliessen.

Spezielle Ackerkulturen

Marktpotentiale bieten zudem auch spezielle Ackerkulturen, welche langsam aber sicher aus ihrer Nische herauswachsen und mengenmässig ein für den Detailhandel genügend grosses Angebot bieten. Dazu zählen z.B. Speisehafer oder Hirse. Des Weiteren bietet auch die regionale Vermarktung von z.B. alten Getreidesorten wie Emmer und Einkorn weitere Chancen oder diverse andere Kulturen, welche unter anderem die Biofarm vermarktet.

Kartoffeln

Der Bio-Kartoffelmarkt ist wachsend und in guten Erntejahren kann die Nachfrage meist gedeckt werden. Neben den Grossabnehmern, ist die Direktvermarktung attraktiv.

Zuckerrüben

Die Nachfrage nach Bio-Zuckerrüben und Schweizer Bio-Zucker ist vorhanden. Das Potential konnte in der Vergangenheit aus diversen Gründen nicht erschlossen werden. Bio Suisse ist bestrebt, dass in naher Zukunft auch Schweizer Bio-Zucker verfügbar sein wird.

Umsteller

Potentielle Umsteller mit Ackerfläche sollten vor der Umstellung neben den Marktmöglichkeiten ebenso genau prüfen, wie die Nährstoffversorgung auf dem Betrieb sichergestellt und wie die Grünflächen resp. das Raufutter in Wert gesetzt werden kann.

Die Tabelle gibt Auskunft über die aktuelle Marktsituation bei den Bio-Ackerkulturen:

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