Feuerbrandbekämpfung im Bioobstbau

(18.01.2008) 

Der Feuerbrand hat im letzten Jahr auf etlichen Biobetrieben stark gewütet. Es ist damit zu rechnen, dass der Erreger auch im kommenden Vegetationsjahr präsent sein wird. Ob und wie schädliche Infektionen er verursachen wird, hängt neben den Witterungsbedingungen stark von den durchgeführten indirekten und direkten Regulierungsmassnahmen ab.

Neben der Befallskontrolle in und um die Obstbestände, dem Entfernen von Cankern (überwinternde Befallstellen) und Rückschnitt oder Tilgung von befallenen Bäumen stehen im biologischen Anbau auch direkte Regulierungsmassnahmen zur Verfügung:

  • Produkte wie das Tonerdepräparat Myco-Sin
  • Biocontrol-Präparate mit Gegenspieler-Organismen wie Bacillus subtilis (BioPro, Serenade)
  • Aureobasidium pullulans (BlossomProtect), sofern eine Zulassung erfolgt

Diese Mittel erreichen aber nur bei sachgemässer Anwendung eine ausreichende Wirkung.

Trotz zunehmendem Wissen durch Forschungsarbeiten und Praxisbeobachtungen zum Beispiel über die Anfälligkeit von Sorten und Unterlagen, sind zum Feuerbrand und seiner Bekämpfung noch viele Fragen offen und beschäftigen die Produzenten:

  • Bringen alternative Mittel wie Löschkalk, Hanftee oder homöopathische Produkte eine Wirkung?
  • Ist in Befallsgebieten des Hochstammanbaus das Unterlassen jeglicher Schnittmassnahmen, wie es einige Experten propagieren, geeigneter als der Rückschnitt, um das Überleben der Bäume zu sichern?

Über solche und andere Fragen wird in der Praxis heftig diskutiert und im In- und Ausland experimentiert. Feuerbrand ist unter anderem ein Thema an der  Bioobstbautagung am 30. Januar 08 in Frick.

Andreas Häseli
FiBL- Beratung
5070 Frick
Tel. 062 865 72 64
andreas.haeseli(at)fibl.org

Bioobstbautagung 30. Januar 2008

Hinweis: Dies ist eine tagesaktuelle Meldung. Sie wird nicht aktualisiert.

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