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Mäusebekämpfung im Biolandbau

Die Wühlmaus ist in der Landwirtschaft ein bedeutender Schädling. Um die Wühlmauspopulation niedrig zu halten, können eine Reihe vorbeugende Massnahmen ergriffen werden.

Der wirtschaftliche Schaden, den Wühlmäuse, auch Schermäuse genannt, anrichten können, ist erheblich. Sie sind vor allem im Obst- und Futterbau ein Problem, können aber auch im Acker- und Gemüsebau grosse Schäden anrichten. Die unterirdisch lebenden Wühlmäuse ernähren sich hauptsächlich von Wurzeln, wobei ihr täglicher Futterbedarf etwa ihrem eigenen Körpergewicht von bis zu 130 Gramm entspricht. 

Im Obstbau kann das Abfressen der Wurzeln bis zum Absterben der Bäume führen, vor allem Kernobstbäume sind gefährdet. Neben den direkten Ernteeinbussen trägt zum wirtschaftlichen Schaden zudem bei, dass nachgepflanzte Bäume bei Kulturmassnahmen gesondert behandelt werden müssen. Im Futterbau sind neben den Ertragseinbussen vor allem die Erdhaufen der Wühlmäuse ein Problem. Diese verschmutzen das Futter, was zu Fehlgärungen in der Silage und schliesslich zu einer niedrigeren Milchleistung führen kann. 

Bekanntermassen macht auch der Maulwurf Erdhaufen, weshalb eine Verwechslungsgefahr zwischen Maulwurf und Wühlmaus besteht. Der Maulwurf kommt jedoch wesentlich seltener vor und ernährt sich hauptsächlich von Insekten und Würmern. Dies macht ihn in der Regel zum Nützling. Daher ist es ratsam, vor einer Bekämpfung abzuklären, ob die Fläche von Maulwurf oder Wühlmaus besiedelt ist (siehe Artikel «Wühlmaus oder Maulwurf»  (578.4 KB)Bioaktuell Magazin 8|2019). 

Das Mausen hat fast immer Saison

Saison für die Wühlmausbekämpfung ist fast das ganze Jahr, ausser im Winter, wenn der Boden gefroren ist oder Schnee liegt. Wühlmäuse machen keinen Winterschlaf, legen aber im Winter eine Vermehrungspause ein. «Nach meiner Erfahrung richten Wühlmäuse im Obstbau im Winter den grössten Schaden an, daher empfiehlt sich hier die Bekämpfung im Herbst», berichtet Kathrin Hirsbrunner. Als professionelle Feldmauserin ist sie in den Regionen Zürich, Luzern, Zug und im Berner Oberland unterwegs. 

Fast alle Wühlmäuse überleben den Winter 

Ansonsten ist auch das Frühjahr prädestiniert für die Wühlmausbekämpfung – bevor die Mäuse mit dem Start der Vegetationsperiode beginnen, sich explosionsartig zu vermehren. «Das Problem ist dann aber, dass man die Mäuse suchen muss», erläutert Kathrin Hirsbrunner. «Im Frühjahr verstossen die Mäuse nur selten Hügel und so ist es nach der Schneeschmelze schwierig, Erdflecken am Boden als Wühlmaushügel aus dem Herbst zu identifizieren.» Daher müsse man dann die Fläche um Erdflecken mit einer Sonde nach Gängen absuchen. «Im März haben die Bauern oft das Gefühl, dass sie keine Wühlmäuse mehr haben, aber das ist ein Trugschluss», weiss Kathrin Hirsbrunner. «Die Mäuse überwintern etwa 30 Zentimeter unter der Erde, 80 bis 90 Prozent der Population vom Herbst sind auch im Frühjahr noch da.» 

Nach dem ersten Mähen ist es einfacher, die Wühlmäuse zu finden. Die Gänge werden vom Traktor verfahren, sodass die Mäuse ihre Gänge reparieren und Hügel verstossen. Sobald ein frischer Hügel entdeckt wird, sollte mit der Bekämpfung begonnen werden, um einer grossen Population vorzubeugen. «Eine gründliche Kontrolle der Fläche zwei bis drei Tage nach dem Mähen ist daher wichtig», sagt Kathrin Hirsbrunner. «Danach bleiben im Sommer etwa zwei Wochen Zeit für die Bekämpfung, bevor das Gras wieder zu hoch ist.» 

Effizientes Mäusefangen braucht Erfahrung Die Feldmauserin hat bei der Bekämpfung die besten Erfahrungen mit Topcat-Fallen gemacht. Bei einem niedrigen Befall könne man mit einzelnen Fallen etwas ausrichten, bei einem hohen Befall empfiehlt sie jedoch, mit mindestens 50 Fallen je Hektare zu arbeiten. Zudem sei es wichtig, sich für das Mausen Zeit zu nehmen und vor Ort zu bleiben. So kann man die Fallen leeren, wenn sie besetzt sind und direkt wieder aufstellen. Gerne gibt Kathrin Hirsbrunner ihr Wissen weiter und bietet auf Anfrage Kurse an. Da das effiziente Arbeiten mit der Topcat-Falle etwas Erfahrung braucht, habe es sich bewährt, dass Landwirte, die das Mausen lernen möchten, einen Tag mit ihr zusammenarbeiten. 

Fangen ist die ökologischste Methode 

Neben dem Fangen von Wühlmäusen ist laut Knospe-Richtlinien «die Bekämpfung im Freien mit Kohlenmonoxid und einem abgestimmten Gasgemisch (z. B. Sauerstoff und Propangas), das in das Tunnelsystem der Tiere eingeleitet und entzündet wird, erlaubt». Davon hält die Feldmauserin jedoch wenig: «Im Boden leben ja nicht nur Mäuse, es werden auch die anderen Bodenlebewesen in Mitleidenschaft gezogen. Nach meiner Erfahrung ist das Fangen der Mäuse zudem effizienter.» Weil es die ökologischste Methode ist, empfiehlt auch die Markenkommission Anbau (MKA) von Bio Suisse in den Richtlinien die Mäusebekämpfung mit mechanischen Mäusefallen. 

Kontrollieren und vorbeugen

Für das Stellen der Fallen werden Öffnungen in die Gänge gemacht. Um zu kontrollieren, ob alle Wühlmäuse gefangen wurden, ist es wichtig, die Löcher nach dem Entfernen der Fallen offen zu lassen. Wenn noch Wühlmäuse vorhanden sind, reparieren sie die Löcher. «So lässt sich nach einem Tag kontrollieren, ob alle Mäuse erwischt wurden», erläutert Kathrin Hirsbrunner. Zudem sei vor allem in der Nähe von Obstbäumen zu empfehlen, die Gänge zu zerstören, um die Kontrolle darüber zu haben, ob neue Mäuse einwandern. «Denn wenn Wühlmäuse eine unversehrte bestehende Wohnung besiedeln, müssen sie keinen Hügel machen und können sich unbemerkt vermehren. Kein Hügel heisst also nicht automatisch, dass keine Mäuse vorhanden sind.» Verhindern lässt sich das Einwandern neuer Mäuse durch das Aufstellen eines Mäusezauns – eine von zahlreichen vorbeugenden Massnahmen für die Regulierung von Wühlmäusen (siehe Artikel «Wühlmausregulierung: Vorbeugende Massnahmen (578.4 KB)» Bioaktuell Magazin 8|2019). 

Theresa Rebholz, FiBL

Dieser Artikel ist im Bioaktuell 8|2019 erschienen (PDF siehe weiterführende Informationen).

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Kleinstrukturen wie Ast- und Steinhaufen werten den Lebensraum für Wildtiere im Kulturland auf. Im Video zeigt Cristina Boschi von WIN Wieselnetz, wie man Ast- und Steinhaufen anlegt. Mit einer speziellen Aufzuchtkammer ausgestattet eignen sich die Ast- und Steinhaufen besonders auch für Mauswiesel und Hermeline. Diese Mäusejäger benötigen Verstecke mit Hohlräumen, die für sie, nicht jedoch für ihre Feinde zugänglich sind.

Weiterführende Informationen

Artikel «Mit Fallen auf die Mäusejagd (230.7 KB)» (Bioaktuell Magazin 8|2019)

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