Prävention gegen Drahtwürmer
Drahtwürmer gehören zu den wichtigsten Schaderregern im Kartoffelanbau. Die zähen Larven der Schnellkäfer leben mehrere Jahre im Boden, sind kaum sichtbar und richten massive Schäden an. Die beste Regulierung beginnt vor dem sichtbaren Schaden.
Drahtwürmer, die Larven der Schnellkäfer (Elateridae), zählen zu den grössten Herausforderungen im Kartoffelanbau. Sie leben versteckt im Boden, befallen Kartoffelknollen und hinterlassen tunnelförmige Frassgänge. Bereits wenige befallene Knollen können die Vermarktung ganzer Chargen verhindern.
Risikokulturen
Besonders betroffen sind unterirdisch wachsende Kulturen wie Kartoffeln oder Karotten, bei denen Frassgänge die Vermarktungsfähigkeit direkt beeinträchtigen, sowie indirekt die Lagerfähigkeit. Aber auch bei Mais und Getreide kann der Drahtwurm zu erheblichen Ertragseinbussen führen, etwa durch Lücken im Bestand oder Totalausfälle.
Vorbeugende Massnahmen
Drahtwürmer lassen sich im Nachhinein nur schwer kontrollieren. Umso wichtiger ist eine Vorbeugung über Fruchtfolge, Sortenwahl und Bodenpflege. Vor allem die Jahre vor dem Kartoffelanbau sind entscheidend: Hier wird das Risiko aufgebaut oder reduziert.
Fruchtfolge gezielt planen
Die Wahl der Vorfrucht hat grossen Einfluss darauf, wie hoch das Drahtwurmrisiko in der folgenden Kultur ist. Vor allem, wenn Kartoffeln geplant sind. Besonders mehrjährige Wiesen und Kleegras gelten als kritisch, da sie zur Eiablage ideale Bedingungen bieten. In diesen Beständen können sich Larven ungestört entwickeln.
Günstiger sind Kulturen mit offenem Boden wie Hackfrüchte oder Gemüse. Sie sind weniger attraktiv für Schnellkäfer und die notwendige Bodenbearbeitung wirkt zusätzlich störend. Je mehr Unruhe im Boden und je offener der Bestand, desto unattraktiver ist die Fläche für Schnellkäfer – und desto geringer das Risiko für Drahtwurmschäden im Folgejahr.
Sortenwahl
Forschungsergebnisse zeigen: Manche Kartoffelsorten sind deutlich widerstandsfähiger gegenüber Drahtwurmfrass als andere.
Der Unterschied hängt mit den Gehalten einiger Pflanzeninhaltsstoffen wie dem Glykoalkaloid Chaconin oder der Kaffeesäure zusammen. Diese Inhaltsstoffe scheinen die Larven abzuschrecken.
Bis Sorten mit solchen Merkmalen jedoch in den offiziellen Sortenlisten entsprechend gekennzeichnet werden, wird es voraussichtlich noch einige Zeit dauern.
Ablenkeinsaaten
Untersaaten können als alternative Nahrungsquelle dienen und die Drahtwürmer so von den eigentlichen Kulturpflanzen ablenken. Dazu werden Hafer oder Gerste in geringer Saatstärke mit etwa 50 kg / ha beim letzten Häufeldurchgang als Untersaat zu Kartoffeln als Hauptkultur gesät.
Sie bleibt bis zur Ernte stehen und verbessert zusätzlich die Bodenstruktur und Erosionssicherheit. Versuche zeigten keine Konkurrenz oder Ertragseinbussen.
Erntezeitpunkt
Gerade im Kartoffelanbau ist der richtige Erntezeitpunkt entscheidend, um Drahtwurmschäden zu vermeiden. Viele Schäden entstehen erst nach dem Krautschlagen, wenn die Knollen länger im Boden bleiben.
Empfehlungen:
- Gezielte Krautregulierung ermöglicht eine kontrollierte Abreife der Knollen und eine planbare Ernte.
- 10–20 Tage nach dem Krautschlagen, sobald die Schale fest ist, sollte gerodet werden, um Drahtwurmschäden zu vermeiden.
Diese Informationen sind ein Auszug aus dem Merkblatt Drahtwürmer im Biokartoffelanbau.
Weiterführende Informationen
zum Merkblatt Drahtwürmer im Biokartoffelanbau (FiBL Shop)
Kartoffelanbau (Rubrik Pflanzenbau)
Letzte Aktualisierung dieser Seite: 02.09.2026
