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Mineralstoffversorgung des Schafs in der Hochträchtigkeit

Die Mineralstoffversorgung spielt in der Schaffütterung eine zentrale Rolle, insbesondere in der Hochträchtigkeit. Mangelzustände können rasch zu gesundheitlichen Problemen führen und lassen sich durch eine angepasste Fütterung verhindern.

Wenn Calcium zum limitierenden Faktor wird

Im letzten Trächtigkeitsmonat benötigen die Föten grosse Mengen Calcium für den Aufbau ihres Skeletts. Das Muttertier muss diesen Bedarf entweder über die Futteraufnahme decken oder aus den eigenen Knochen mobilisieren. 

Reicht diese Mobilisation nicht aus, entsteht ein Calciummangel, die sogenannte Hypokalzämie. Beim Schaf tritt sie typischerweise vor dem Ablammen auf und unterscheidet sich damit deutlich vom Rind, bei dem sie meist nach der Geburt vorkommt.

Hypokalzämie: Symptome und Verlauf

Die Symptome ähneln teilweise denen der Trächtigkeitstoxikose, entwickeln sich aber schneller:

  • wenig Appetit 
  • unsicherer Gang 
  • Absonderung von der Herde 
  • Festliegen mit ausgestrecktem Kopf 
  • häufig Zuckungen, besonders am Kopf 
  • erhöhte Körpertemperatur und Pulsfrequenz

Der Kalziumspiegel im Blut liegt dabei unter 1,8 Millimol pro Liter. Die Behandlung erfolgt durch die Tierärzt*in durch ein subkutan oder intravenös verabreichte Calciuminfusion. Wird rechtzeitig behandelt, stehen die Tiere meist rasch wieder auf. 

Vorbeugung: den Stoffwechsel gezielt vorbereiten

Eine wirksame Prävention beginnt bereits früh in der Trächtigkeit und richtet sich nach den jeweiligen Stoffwechselphasen.

Erste Trächtigkeitsmonate: In dieser Phase sollte die Ration tendenziell calciumärmer gestaltet sein. Dadurch wird der Körper angeregt, Calcium aus den eigenen Reserven zu mobilisieren. Dies kann beispielsweise durch einen geringen Anteil an Leguminosen sowie den Verzicht auf Futter- oder Zuckerrüben erreicht werden.

Ab dem vierten Trächtigkeitsmonat: Mit dem Wachstum der Föten steigt der Calciumbedarf deutlich an. Jetzt ist eine gezielte Versorgung über das Futter notwendig. Ergänzend dazu ist es sinnvoll ein Mineralfutter zu wählen, in dem Vitamin D3 enthalten ist, vor allem bei Stallhaltung. Das Vitamin D unterstützt die Calciumaufnahme aus dem Futter und die Mobilisation aus den Knochen.

Spurenelemente 

Neben Calcium spielen weitere Mineralstoffe eine wichtige Rolle. Auf Schweizer Böden bestehen häufig Defizite bei Natrium, Selen, (Kupfer,) Cobalt, Jod und Zink. 

Wenn ein erhöhtes Risiko für Mangelerscheinungen besteht, sollte die Versorgung gezielt und prophylaktisch erfolgen, insbesondere bei Muttertieren vor dem Ablammen. Ein häufig unterschätzter Punkt ist Selen: Eine gezielte Versorgung der Muttertiere kann die Vitalität der neugeborenen Lämmer deutlich verbessern.

Vorsicht mit Kupfer

Schafe reagieren empfindlich auf hohe Kupfergehalte. Deshalb sollten ausschliesslich Mineralfutter verwendet werden, die speziell für Schafe formuliert sind und entsprechend niedrige Kupfergehalte aufweisen. 

Mineralstoffversorgung in der Praxis

Mineralstoffe sollten regelmässig zur Verfügung stehen:

  • Mineralsalz oder Lecksteine anbieten 
  • gezielte Ergänzung in kritischen Phasen sicherstellen
  • Aufnahmeverhalten der Tiere regelmässig beobachten 

Auch natürliche Quellen wie Laub, Laubheu, Rinde oder Tannenreis können zur Versorgung beitragen, reichen jedoch in der Regel nicht aus, um den Bedarf vollständig zu decken.

Die Inhalte dieses Artikels basieren auf einem FiBL-Webinar zur Schafhaltung vom 28. Januar 2026. Die Aufzeichnung ist auf YouTube verfügbar und wurde für diesen Beitrag redaktionell aufbereitet.

Zum Film (YouTube)

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