Problem Brütigkeit
Markus Schütz hält aber auch mit Herausforderungen nicht hinter dem Berg. In seinem Stall habe er mit Sandy deutlich mehr brütige Hühner als vorher.
Die Erfahrungen dazu waren bei den Praktikern sehr verschieden. «Das ist aber auch bei gleichem Management sehr unterschiedlich», ist die Erfahrung von Andreas Braun und Philipp Egger. In zwei Ställen mit demselben Management gäbe es sehr grosse Unterschiede in der Brütigkeit.
Eggers Empfehlung: Über ein paar Wochen den brütigen Hühnern am Nachmittag die Eier wegnehmen oder das Nest zeitweise zumachen. Ausserdem würden andere Nestmatten manchmal helfen, die Zahl der brütigen Tiere zu reduzieren.
Heikel bei der Futterwahl
Das Fressverhalten der Beigeleger reiche von Fresslust bis zur Futterverweigerung, so die Praktiker. Markus Schütz setzt deshalb auf eine Doppelfütterung im Abstand von 30 Minuten. Umgekehrt stellt er fest: «Wenn ihnen am Futter etwas nicht passt, gibt es sofort Tiere, die wenig oder gar nicht fressen.»
Philipp Egger bestätigt: «Auf Futtermittelwechsel reagiert Sandy sofort und oft mit reduzierter Aufnahme.» Aber veränderte Futteraufnahmen könnten auch ein Hinweis darauf sein, dass die Tiere etwas durchmachen, zum Beispiel Krankheiten, so Egger. Es lohne sich daher immer zweimal hinzuschauen, bevor Massnahmen ergriffen werden.
Egger setzt wegen der ausgedehnten Futteraufnahme von Sandy auf energiereduzierte Futtermittel mit geringem Proteingehalt. Bei denselben Futterkomponenten können die Anteile bei Bedarf variiert werden: «Dann bleibt die Futteraufnahme stabil», ist Eggers Erfahrung.
Stressvermeidung bei Mensch und Tier
«Vom Charakter her ist Sandy eher etwas schreckhafter», stellt Schütz fest. Sein Umgang damit hat fast schon philosophischen Charakter: «Man muss lernen, zwei Gänge herunterzuschalten, bevor man in den Stall geht.»
Alle drei Praktiker schätzen Sandy als leistungsstarke Züchtung mit einer hohen Resilienz. Für die rassetypischen Herausforderungen sehen sie Lösungsansätze, die sie auf ihren Betrieben auch gut umsetzen können.
Simona Moosmann, FiBL
