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Übersicht über die Hoftötung von Kleinwiederkäuern

Die Hoftötung von Rindern ist in der Schweiz bereits gut etabliert. In jüngster Zeit werden auch vermehrt Schweine und Kleinwiederkäuer auf dem Hof getötet. Die Anforderungen hierfür weichen leicht von der Hoftötung von Rindern ab.

Ziegen oder Schafe werden nicht einzeln fixiert, wie dies bei Rindern der Fall ist. Stattdessen werden sie meist zusammen mit bekannten Artgenossen in eine Bucht eingestallt , wo sie betäubt und getötet werden. Oftmals werden mehrere Tiere gleichzeitig geschlachtet, nicht zuletzt aus wirtschaftlichen Gründen.

Der wichtigste Vorteil der Hoftötung ist die deutliche Stressreduktion. Im Vergleich zur Schlachtung im Schlachthof entfällt der Lebendtransport, der nebst der unbekannten Umgebung und dem Kontakt zu fremden Tieren und Menschen einen zentralen Stressfaktor für die Tiere darstellt. Messungen im Rahmen eines FiBL Projekts zeigen, dass Cortisol- und Laktatwerte bei Hofschlachtungen signifikant niedriger liegen als bei Tieren, die im Schlachtbetrieb getötet wurden. Besonders stressarm ist die Tötung in Anwesenheit bekannter Herdenmitglieder, idealerweise aus der Herde heraus und ohne hektische Einwirkungen durch Menschen.

Pionierbetriebe sammeln erste Erfahrungen

Das FiBL begleitet Pionierbetriebe in diesem Bereich und hat ein Merkblatt zur Hoftötung von Kleinwiederkäuern erarbeitet. Diese Publikation fasst die Erfahrungen der Betriebe aus dem Projekt zusammen und bereitet sie für die Praxis auf. Es beschreibt die drei möglichen Verfahren einer Hoftötung: Zusammenarbeit mit einem Dienstleistungsunternehmen, einem*einer Metzger*in oder nach einer Fortbildung die selbstständige Durchführung von Betäubung und Entblutung. Ebenso ist die notwendige Infrastruktur sowie mögliche Orte der Tötung – in der Herde, in einer Wartebucht oder über Lockfütterung aus der Herde in einen separaten Bereich – beschrieben. Die wichtigsten Erkenntnisse zur Durchführung einer Hoftötung von Schafen und Ziegen wurden zusätzlich in einem Animationsfilm veranschaulicht.

Die Abläufe bei der Erstellung eines Gesuches für die Bewilligung für die Hoftötung von Kleinwiederkäuern sind gleich wie bei Rindern. Für eine Bewilligung müssen Betriebe ein detailliertes Prozess-Konzept vorlegen und nach jeder Hoftötung eine dokumentierte Selbstkontrolle durchführen. Die Lebendviehschau wird auf dem Landwirtschaftsbetrieb durchgeführt, während die amtliche Fleischuntersuchung weiterhin im Schlachthof stattfindet.

Anpassung des T-Trailers für die Hoftötung von Schafen und Ziegen

Um den T-Trailer, welcher auf einigen Landwirtschaftsbetrieben für die Hoftötung von Rindern genutzt wird auch für die Hoftötung von Kleinwiederkäuern einzusetzen, kann ein entsprechender Aufsatz hergestellt werden. Dadurch können die Schlachtkörper, gleich den Rindern, auf dem fahrbaren Wagen vom T-Trailer in den Schlachthof gebracht werden. Dies ist besonders dann hilfreich, wenn der Schlachthof nicht für die Annahme von toten Tieren eingerichtet ist.

Dazu wird pro Tier eine U-förmige Wanne auf einem Gestell angebracht, welches in die bestehende Konstruktion für den Transport der Rinder integriert werden kann. Die Beine des Gestells fixieren die Wannen im bestehenden Wagen und sind so zu positionieren, dass die Wannen im Gestell arretiert sind. Die Wanne sollten etwa 40 Zentimeter breit sein, so dass die Schlachtkörper darin fixiert werden können. Die Konstruktion sollte möglichst leicht sein, so dass sie von Hand gehoben werden kann. Alle verwendeten Materialien sollten einfach zu reinigen und für den Kontakt mit Lebensmitteln zugelassen sein.

Wichtig ist eine dichte Transportwanne, damit kein Blut austritt, wobei beim T-Trailer diese Vorgabe bereits erfüllt ist. Die Schlachtkörper können auch auf einem herkömmlichen Sachtransportanhänger, der auch für andere Zwecke verwendet werden kann, zum Schlachthof gebracht werden In diesem Fall muss der Anhänger mit einer dichten Plane ausgestattet sein, die es ermöglicht, die Schlachtkörper für den Transport zu sichern. Die Schlachtkörper müssen innerhalb von 90 Minuten nach dem Entblutungsstich im Schlachthof ausgeweidet sein. Transportweg und Organisation müssen deshalb eng getaktet sein und werden im Bewilligungsverfahren geprüft.

Anna Jenni, FiBL

Weiterführende Informationen

Merkblatt Hoftötung von Kleinwiederkäuern (FiBL Shop)
Animationsfilm Hoftötung von Schafen und Ziegen (YouTube)
Anbietende von Hof- und Weidetötungen (Rubrik Tierhaltung)
Praxisbeispiele Hoftötung Kleinwiederkäuer (Rubrik Tierhaltung)
Kleinwiederkäuer (Rubrik Tierhaltung)

Projekt Lebwohl
KAGfreiland will die Situation aller Nutztiere auf ihrem letzten Weg verbessern und hat dafür das Projekt «Lebwohl» lanciert. Mit dem Projekt möchte KAGfreiland auf die Probleme der Schlachttiertransporte und Schlachtbetriebe aufmerksam machen und die Hoftötung als schonende Alternative fördern. Dazu unterstützt KAGfreiland interessierte KAGfreiland Betriebe beim Einstieg in die Hoftötung.
Zum Projekt… (kagfreiland.ch)

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