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Verlängerter Umtrieb – Erfahrungen und Tipps aus der Praxis

Der verlängerte Umtrieb bei Legehennen wird immer mehr zum Thema. Das setzt ein angepasstes Management voraus. Die nachfolgenden Erfahrungen und Praxistipps wurden bei der Biolegehennentagung 2026 von Karin Kreyenbühl (Geflügelpraxis AG), Andreas Schneider (Biomühle Lehmann) und Tobias Wettler (Hosberg AG), sowie von Philipp Egger (Die Eiermacher Deutschland GmbH) eingebracht.

Management

Damit die Legehennen ihre hohe Leistung während des verlängerten Umtriebs aufrechterhalten können, muss von Beginn an in ihre Langlebigkeit investiert werden.

Praxistipps: 

  • Austausch mit dem Aufzuchtbetrieb; krasse Umstellungen für die Jungtiere vermeiden
  • Vor Einstallung Informationen über Junghennen austauschen
  • Erste 30 Lebenswochen sind entscheidend

Stall

Verlängerte Umtriebe erhöhen die ununterbrochene Nutzung des Stalls. Prophylaktische Massnahmen vor der Einstallung sowie während des Umtriebs gewinnen an Bedeutung.

Praxistipps: 

  • Würmer und Milben kontrollieren und eindämmen
  • Staubbäder häufiger kontrollieren
  • Hygienekonzepte einhalten
  • Impfkonzepte einhalten
  • Ausreichend lange Leerstandsphasen einhalten

Fütterung

Eine längere Lebensdauer bei hoher Legeleistung erfordert eine Anpassung der Fütterung: Phasenfütterung sowie Augenmerk auf Lebergesundheit und Kalkversorgung. 

Praxistipps: 

  • 2-Phasen-Fütterung hilft, Proteinüberschuss bei einem hohen Leistungsniveau zu begrenzen
  • Vorsicht bei der Futterumstellung, besonders Sandy reagiert sensibel
  • Futterzusammensetzung durch angepasste Körnerfütterung dem Bedarf anpassen
  • Kalkversorgung für Schalenqualität
  • Phasenfütterung und Körnerfütterung hilft bei Regulierung der Eigrösse

Wasserversorgung

Wasser sollte als «wichtigstes Futtermittel» immer in bester Qualität und ausreichender Menge zur Verfügung stehen.

Praxistipps: 

  • Wasserleitungen am besten täglich (mindestens wöchentlich) spülen
  • Das Spülen der Leitungen mit einer anderen Routinearbeit verbinden
  • Cup-Tränken täglich kontrollieren; Ausreichende Nutzung für hohe Durchflussrate sicherstellen
  • Wenn Cup-Tränken in Futternähe installiert sind: darauf achten, dass keine Futterreste hineingelangen

Gesundheit

Mit steigender Lebensdauer steigen auch gewisse Gesundheitsrisiken. Vorbeugen ist das A und O, die investierte Zeit zahlt sich aus durch eine hohe Lebensleistung der Hennen.

Praxistipps:

  • Vorbeugen gegen Coli-Infektionen durch hohe Wasserqualität / Tränkehygiene
  • Coli-Impfungen: Trend geht zu stallspezifischen Impfstoffen
  • Höhere Verwurmung kann ein Thema sein; Parasitenkontrolle
  • Gegen Salmonellen: Gründliche Reinigung und Desinfektion der Ställe vor Einstallung
  • Sinnvolle Reinigungsroutine mit Bestandestierarzt/Bestandestierärztin besprechen
  • Leberstärkende Kuren 3- bis 4-mal pro Umtrieb können unterstützen
  • Sandbad mit groben Magensteinen anbieten 

Genetik

Weltweit geht die Zucht in Richtung lange Nutzungsdauer mit einem Richtwert von 500 Eiern während 100 Alterswochen (ca. 80 Wochen Umtrieb).

Praxistipps:

  • Fokus auf eher spätreife Junghennen
  • Derzeit 18 Monate Nutzung ohne Mauser empfohlen
     

Dies ist ein stark verkürzter Auszug aus dem Protokoll der Biolegehennentagung 2026 (305.8 KB) von Verena Bühl, FiBL 

Weiterführende Informationen

Ausführliche Fassung (305.8 KB) (Protokoll von der Biolegehennentagung 2026) 
Artikel zur Biolegehennentagung 2026 (Rubrik Aktuelles) 

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