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Birnenschorf-Bulletin vom 12.03.2026

Aktuelle Lage

Es kann davon ausgegangen werden, dass die gestrigen Niederschläge sowie die für das Wochenende angekündigten Regenereignisse zu ersten Infektionen durch aus Holzläsionen ausgewaschene Konidien führen können. Betroffen sind insbesondere Anlagen mit Vorjahresbefall, in denen sich Holzläsionen auf ein- und zweijährigen Trieben befinden. Aus diesen Befallsstellen können Konidien durch Niederschläge ausgewaschen und in offene Knospen gelangen.

Erfahrungsgemäss wird die Blattnassdauer in den Vorhersagemodellen häufig eher konservativ bewertet und tendenziell überschätzt. Dennoch kann es insbesondere in offenen Knospen zu einer verzögerten Abtrocknung kommen. In diesen geschützten Bereichen können eingewaschene Konidien erste frühe Infektionen auf Rosettenblättern verursachen.

Solche frühen Infektionen bilden Ausgangspunkte für sekundäre Infektionen und können die Bekämpfung des Birnenschorfs im weiteren Verlauf der Saison deutlich anspruchsvoller machen.

Aus diesem Grund wird empfohlen, Anlagen mit Vorjahresbefall und vorhandenen Holzläsionen engmaschig zu überwachen und präventiv vor anstehenden Infektionsereignissen zu schützen.
 

In Anlagen ohne sichtbare Holzläsionen besteht derzeit ein geringeres Infektionsrisiko. Hier geht die Hauptinfektionsquelle für Primärinfektionen vor allem von befallenem Falllaub der letzten Saison aus.
Für die Planung von Pflanzenschutzmaßnahmen ist es in dieser Situation zudem ratsam das Birnenschorf Ascosporen-Modell zu konsultieren und sich an den Empfehlungen des Apfelschorf-Bulletins zu orientieren.

Weitere Informationen zu Mittelwahl und Konzentrationen können Sie den Empfehlungen im Bioobstbaubulletin sowie dem entsprechenden FiBL Merkblatt entnehmen.

 

Birnenschorfbulletin vom 03.03.2026

Vereinzelt wurden bereits offene Knospen in Birnenbeständen gemeldet. In den meisten Regionen befinden sich die Bestände jedoch noch zwischen Winterruhe und Knospenschwellen. Ein stabiles Hochdruckgebiet sorgt germäss aktueller Prognosen für anhaltende trockene Bedingungen mit frühlingshaften Temperaturen. Diese Bedingungen dürften die phänologische Entwicklung nun rasch vorantreiben, sodass sich die Knospen in vielen Regionen bis Anfang der Woche öffnen werden.

Besonders in Anlagen mit starkem Vorjahresbefall und vorhandenen Holzläsionen kann es ab diesem Zeitpunkt zu ersten Infektionen durch ausgewaschene Konidiosporen kommen. Bereits geringe Niederschlagsmengen genügen, um die Sporen aus den Befallsstellen auszuwaschen und in die sich öffnenden Knospen zu spülen.

Für die Kalibrierung der RIMpro Modell sind wir auf die Rückmeldung von phänologischen Daten aus den verschiedenen Regionen der Schweiz angewiesen. Hierbei sind insbesondere die Zeitpunkte des Knospenschwellens (BBCH 51 / B) sowie der Knospenaufbruch (BBCH 53 / C) relevant. Wir wären Ihnen sehr dankbar, wenn Sie das Erreichen dieser Stadien für frühe Sorten kurz via Mail (mathias.ludwig(at)fibl.org) rückmelden könnten.

Das RIMpro-Birnenschorfmodell simuliert die Reifung und Verbreitung von Konidiosporen aus Holzläsionen und bewertet ausschließlich das Infektionsrisiko, das von diesen Sporen ausgeht. In Anlagen ohne Vorjahresbefall ist davon auszugehen, dass in der vergangenen Saison keine Triebinfektionen aufgetreten sind. Daher sind die Aussagen des Modells in diesen Fällen nur bedingt relevant. Eine sorgfältige Kontrolle auf Holzläsionen ist daher unerlässlich.
Holzläsionen treten typischerweise an ein- bis zweijährigen Trieben als kleine bis mittelgroße, oliv-gräulich verkorkte Stellen auf. Bei starkem Befall kann es zudem zu Triebdeformationen kommen.

Anlagen mit Holzläsionen: Bei Regen oder starkem Tau werden Konidien aus den Läsionen freigesetzt, was bereits jetzt zu ersten frühen Primärinfektionen auf den jungen Blättern führen kann. Die Nachreifung der Konidien erfolgt kontinuierlich, sodass für eine erfolgreiche Sanierung enge Spritzintervalle erforderlich sind.
Für eine erfolgreiche Kontrolle des Schorfbefalls in Anlagen mit hohem Infektionsdruck sollten die jungen Blätter und offenen Knospen vor den nächsten Niederschlägen durch eine präventive Kupferbehandlung geschützt werden. Bei längeren Feuchtperioden ist zusätzlich eine Kombination aus präventiven Maßnahmen und einer Stop-Behandlung erforderlich.
In mehrjährigen Versuchen niederländischer Kolleg*innen haben sich für die Nutzung des RIMpro Birnenschorfmodells in Abhängigkeit der Infektionsstärke (s. oberste Grafik des Modells «Effektive Infektion») folgende Handlungsempfehlungen abgeleitet:

  • 0 – 100: Präventive Behandlung in Anlagen mit bestehendem starken Befall. Keine Behandlung in Anlagen ohne Holzläsionen.
  • 100 – 300: Präventive Behandlung in Anlagen mit geringem Krankheitsdruck, präventive und kurative Behandlung in Anlagen mit starkem Krankheitsdruck und vielen Holzläsionen.
  • Über 300: Präventive und kurative Behandlung in allen Anlagen.

 

Bei spezifischen Fragen zur Nutzung des Modells oder allgemeinen Rückmeldungen stehen wir Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung.

Einen guten Saisonstart allerseits.

 

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 03.03.2026

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