Möglichkeiten für eine Schwefeldüngung
Wenn ein Schwefelmangel vorliegt, sollte gedüngt werden. Hofdünger enthält immer auch einen Schwefelanteil. Der Gehalt variiert je nach Betrieb und Tierart. Zudem stehen mineralische und organische Handelsdünger mit Schwefel zur Verfügung.
Es gibt drei unterschiedliche Arten von Schwefeldüngern: Elementarer Schwefel, Sulfatschwefel und Organischer Schwefel.
Hofdünger ist auf vielen Betrieben verfügbar und kann ohne Zusatzkosten einen gewissen Schwefelanteil auf die Fläche bringen. Foto: FiBL, Simona Moosmann
Elementarer Schwefel
Elementarer Schwefeldünger hat eine langsame Wirkung, weil er durch Bakterien in Sulfat umgewandelt werden muss, bevor er von den Pflanzen aufgenommen werden kann. Dieser Prozess ist temperaturabhängig und kann mehrere Wochen dauern: bei tiefen Temperaturen bis zu zehn Wochen. Elementarer Schwefel eignet sich deshalb nicht bei akutem Schwefel-Mangel.
Die Ausbringung sollte früh erfolgen, eventuell bereits im Herbst. Dabei ist der pH-Wert des Bodens zu berücksichtigen, da elementarer Schwefel eine versauernde Wirkung hat.
Sulfatschwefel
Sulfathaltige Dünger sind wasserlöslich und haben eine schnelle Wirkung. Sie sind gut zur gezielten Behebung eines akuten Mangels geeignet. Um eine Auswaschung zu vermeiden, muss die Düngemenge an den kurzfristigen Bedarf der Pflanzen angepasst werden.
Organischer Schwefel
Dünger mit organischem Schwefel haben eine langsame und schwer steuerbare Schwefelwirkung. Zu diesen Düngern gehören Hof- und Recyclingdünger, aber auch Handelsdünger, die Keratin (Horn, Federn, Haare) enthalten. Im Anwendungsjahr stehen den Pflanzen nur 5 bis 10 Prozent des enthaltenen Schwefels zur Verfügung.
Organische Dünger tragen langfristig zum Schwefelnachlieferungspotenzial des Bodens bei, sind aber für eine gezielte Schwefeldüngung nur eingeschränkt geeignet. Aufgrund der nicht gut kontrollierbaren Sulfat-Mineralisierung besteht insbesondere bei grossen Düngergaben Auswaschungsgefahr.
Wie viel Schwefel steckt im Hofdünger?
Der grosse Anteil des Schwefels in Hofdüngern ist organisch gebunden und steht den Pflanzen nur zu einem kleinen Teil (5 bis 10 %) im Anwendungsjahr zur Verfügung. Eine Faustregel besagt, dass der Schwefelgehalt in Hofdüngern circa 10 Prozent des Stickstoffgehalts entspricht. Bei Geflügelmist fällt der Gehalt etwas niedriger aus.
Weitere Anhaltspunkte:
- In Milchviehgülle sind im Durchschnitt rund 0,35 Kilo Schwefel pro Kubikmeter Gülle enthalten.
- Mist enthält etwa 1 Kilo Schwefel pro Tonne Frischmist.
- Der Anteil Sulfatschwefel am Gesamtschwefel ist bei Gülle mit rund 16 Prozent höher als bei Mist mit 3 Prozent.
- Der Schwefelanteil macht bei Mist und Gülle rund 0,5 Prozent der Trockensubstanz aus.
Alle diese Angaben sind Durchschnittswerte. Eine praxisübliche Gülleanalyse umfasst auch den Schwefelgehalt und gibt Klarheit über die Situation in den eigenen Hofdüngern.
Handelsdünger mit Schwefel
Auf der Betriebsmittelliste gibt es eine grosse Auswahl verschiedener Schwefeldünger, die im biologischen Landbau eingesetzt werden dürfen. In der untenstehenden Tabelle ist aufgeführt für welche Schwefeldünger eine Bodenprobe als Bedarfsnachweis nötig ist.
Elementarer Schwefel ist in fester und flüssiger Form erhältlich und weist eine hohe Schwefelkonzentration von bis zu 90 Prozent auf. Da bei der festen Form entsprechend nur wenige Körner pro Fläche ausgebracht werden, ist eine gleichmässige Verteilung etwas schwieriger als mit Sulfatschwefel.
Achtung, die Verwendung von elementarem Schwefel als Güllezusatz ist extrem gefährlich, da sich hochgiftiger Schwefelwasserstoff bilden kann, der beim Aufrühren oder Pumpen schwallartig freigesetzt wird und für Mensch und Tier lebensgefährlich ist.
| Dünger | S (%) | Weitere Nährstoffe | Bemerkung | CHF pro 100 kg S (Stand Juni 2025) |
| Elementarer Schwefel fest | 90 | - | Vorsicht gefährlich! Bedarfsnachweis gemäss CH Bio V | 111 |
| Elementarer Schwefel flüssig | 50-90 | - | Vorsicht gefährlich! Bedarfsnachweis gemäss CH Bio V | 738 |
| Kalisulfat | 15-20 | 52% K2O | Säureliebende Kulturen; Bodenprobe max. 4 Jahre alt | 586 |
| Kali-Magnesia (Patentkali) | 17 | 30% K2O 10% MgO | Bodenprobe max. 4 Jahre alt | 466 |
| Magnesia-Kainit | 4 | 9% K2O 4% MgO 25% Na | Wiesen, Weiden, Kunstwiesen; Bodenprobe max. 4 Jahre alt | |
| Kieserit | 20 | 25% MgO | Bodendüngung | 320 |
| Bittersalz, Epso Top | 13 | 16 % MgO | Blattdüngung | 677 |
| Gips, Anhydrit | 15-23 | 21% Ca | 293 | |
| Azopower Plus | 5 | 11% N | 1904 |
Formen von Sulfatdüngern
Bei den Handelsdüngern mit Sulfat gibt es mit Kalium, Magnesium und/oder Calcium kombinierte Produkte. Die Schwefelkonzentration schwankt zwischen 4 und 23 Prozent Schwefel.
Gemäss Bio Suisse Richtlinien dürfen Kalisulfat, Kali-Magnesia (Patentkali) und Magnesia-Kainit nur eingesetzt werden, wenn eine maximal vierjährige Bodenprobe den Bedarf nachweist. Wenn Kalium und Magnesium gemäss Bodenprobe nicht im Mangel sind, dann empfiehlt sich Calciumsulfat (Gips, Anhydrit) zur Schwefeldüngung.
Liegt hingegen ein Mangel in der Kalium-Versorgung vor, so ist Kalisulfat ein geeignetes Produkt. Ist eher Magnesium im Mangel, empfiehlt sich Kieserit. Wenn Magnesium und Kalium benötigt werden, können Patentkali oder Magnesia-Kainit eingesetzt werden.
Bei leichtem Mangel kann eine Blattdüngung mit Bittersalz (Magnesiumsulfat) schnell Schwefel nachliefern, ist bei starkem Mangel jedoch nicht ausreichend. In diesem Fall ist eine Bodendüngung wirksamer.
Kombinierte und organische Düngeprodukte
Es gibt auch einen mit Stickstoff kombinierten Handelsdünger, der eine Mischung aus elementarem und Sulfat-Schwefel enthält (Azopower Plus).
In organischen Handelsdüngern ist ebenfalls Schwefel enthalten: In Produkten mit Keratinen wie Horn, Federn und Haare sind es 1,7 bis 2,4 Prozent Schwefel der Trockensubstanz und in abgetragenem Pilzsubstrat rund 2,35 Prozent.
Bezüglich Kosten pro Kilogramm Schwefel, ist elementarer Schwefel in der festen Form die günstigste Variante, gefolgt von Gips und Kieserit.
Aline Dallo, FiBL
Weiterführende Informationen
Schwefel (Rubrik Nährstoffversorgung)
Projekt Schwefelversorgung im Bioackerbau (FiBL Projekte)
Letzte Aktualisierung dieser Seite: 02.02.2026
