On-Farm-Forschung im Streifenanbau
Im Streifenanbau werden verschiedene Kulturen in Streifen auf demselben Feld angebaut. Ein Forschungsprojekt von FiBL und Agroscope zeigt, dass dieses Anbausystem Krankheiten reduzieren, Nützlinge fördern und die Erträge einzelner Kulturen steigern kann. Ein neues Video gibt Einblick in die wichtigsten Ergebnisse.
Der Klimawandel und das gesellschaftliche Bedürfnis nach einer nachhaltigen landwirtschaftlichen Produktion verschärfen den Schädlings- und Krankheitsdruck im Pflanzenbau. Innovationen werden benötigt, um weiterhin stabile Erträge zu gewährleisten. Beim Streifenanbau werden Kulturen als Reinsaat in Streifen nebeneinander angebaut. Durch die Barrierewirkung und kleinräumige Diversität wird der Befallsdruck von Schädlingen und Krankheiten reduziert und Nützlinge werden gefördert.
Im Projekt «Streifenanbau – Neue Wege zur Schädlings- und Krankheitsregulierung im Biolandbau» sammeln das FiBL und Agroscope in Zusammenarbeit mit Landwirtinnen und Landwirten Erfahrungen mit dem Streifenanbau unter Schweizer Bedingungen. Im Fokus stehen die technische Umsetzbarkeit, die Wahl geeigneter Kulturkombinationen, die Auswirkungen auf Schädlinge und Krankheiten sowie die Wirtschaftlichkeit des Anbausystems.
Die Ergebnisse des vierjährigen Forschungsprojekts zeigen, dass die Wirkung des Streifenanbaus stark von der Kultur abhängt. Besonders Kartoffeln profitierten von den natürlichen Barrieren zwischen den Kulturen: Der Befall mit Alternaria war im Durchschnitt um 69 Prozent geringer als in Reinkulturen. Gleichzeitig wurden 21 Prozent mehr bestäubende Insekten festgestellt und die Erträge lagen durchschnittlich acht Prozent höher.
Auch bei Zuckerrüben wirkte sich der Streifenanbau positiv auf einzelne Krankheiten und die Biodiversität aus. Der Befall mit Cercospora fiel um zwölf Prozent geringer aus, ausserdem wurden 38 Prozent mehr Nützlinge wie Schwebfliegen und Spinnen beobachtet. Die Erträge unterschieden sich jedoch nicht von jenen in Reinkulturen.
Weniger geeignet erwies sich der Streifenanbau für Raps. Hier wurden höhere Schädlingszahlen und durchschnittlich 22 Prozent tiefere Erträge festgestellt. Erste Ergebnisse aus einem grossflächigen Versuch deuten zudem darauf hin, dass auch Soja und Sonnenblumen von Streifenanbau profitieren könnten. Diese Resultate werden in den kommenden Jahren weiter untersucht.
Neben den ökologischen Effekten untersuchte das Projekt auch die praktische Umsetzung. Entscheidend für einen erfolgreichen Streifenanbau sind passende Kulturkombinationen sowie eine gute Abstimmung von Streifen- und Maschinenbreite. Die zusätzlichen Kosten wurden je nach Betrieb auf 40 bis 70 Franken pro Hektare und Jahr geschätzt. Moderne RTK-Lenksysteme können die Bewirtschaftung deutlich erleichtern.
Film: Streifenanbau – Vorteilhaft und umsetzbar im Ackerbau?
Wie wirkt sich Streifenanbau auf Schädlinge, Pflanzenkrankheiten und Erträge aus? In einem vierjährigen Projekt untersuchten das FiBL und Agroscope gemeinsam mit Praxisbetrieben die Chancen und Herausforderungen des Anbausystems im Schweizer Ackerbau. Die Ergebnisse zeigen, dass Streifenanbau die Biodiversität fördern kann, die Auswirkungen auf die Kulturen jedoch unterschiedlich ausfallen. Neben den ökologischen Effekten beleuchtete das Projekt auch die praktische Umsetzung und die Wirtschaftlichkeit. Im Video geben Forschende und Landwirt*innen Einblick in die Versuchsergebnisse und berichten, welche Erfahrungen sie auf den Betrieben gemacht haben und wo noch Optimierungsbedarf besteht.
Zum Film (YouTube)
Update zur On-Farm Forschung im Streifenanbau
Im Film teilen die Projektbeteiligten ihre Erfahrungen aus dem ersten Versuchsjahr.
Zum Film (YouTube)
Weiterführende Informationen
FiBL-Podcast: Können Felder in Streifen besser reifen? (fibl.org)
Projekt «Streifenanbau – Neue Wege zur Schädlings- und Krankheitsregulierung im Biolandbau» (FiBL Projektdatenbank)
Artikel «Eigenheiten des Streifenanbaus» (Bioaktuell Magazin 9|26, Seite 12-13)
Letzte Aktualisierung dieser Seite: 29.10.2026
