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Ergänzungsfutter für Mastlämmer

Lammfleisch wird in der Schweiz meist extensiv und graslandbasiert produziert. Lohnt es sich dennoch, das Weidefutter mit anderen Futtermitteln zu ergänzen, um das Schlachtgewicht schneller zu erreichen und die Schlachtkörperqualität zu steigern?

Sind die Tageszunahmen der Lämmer zu tief, kann Ergänzungsfutter Sinn machen. Je nach Rasse, Futter und System liegen die durchschnittlichen Zunahmen zwischen 200 und 400 g pro Tag. Es lohnt sich, das Gewicht der Lämmer im Alter von rund drei Monaten zu bestimmen, um Tageszunahmen zu berechnen. 

Checkliste hilft bei der Entscheidung

Die Entscheidung für oder gegen Ergänzungs- oder Kraftfutter hängt aber auch von anderen Faktoren ab: zum Beispiel von den Futterkosten, der gewünschten Flächennutzung, der verfügbaren Arbeitszeit oder auch von persönlichen Prinzipien. Die Checkliste des FiBL hilft beim Abwägen der Vor- und Nachteile für den eigenen Betrieb.

Fünf Prozent sind erlaubt

Die Knospe-Fütterungsrichtlinien erlauben bei Wiederkäuern maximal fünf Prozent Kraftfutter in der Ration. Diese Menge bezieht sich auf den Jahresverzehr; entsprechend kann man für einen begrenzten Zeitraum auch einen höheren Anteil Kraftfutter geben. Ein Beispiel:

  • Ein Lamm mit einer durchschnittlichen Tageszunahme von 300 g ist mit vier Monaten schlachtreif (42 kg Lebendgewicht). 
  • In dieser Zeit verzehrt es rund 105 kg Trockensubstanz (nach Angaben im Grünen Buch). 
  • Nach den Richtlinien von Bio Suisse darf das Lamm total bis zu 5,3 kg Kraftfutter erhalten.
  • Das entspricht etwa 90 g Kraftfutter pro Lamm und Tag, wenn dies nur in den letzten zwei Monaten vor der Schlachtung verfüttert wird.

Andere Futtermittel, die laut Bio-Suisse-Richtlinien nicht zum Kraftfutter zählen, könnten in grösseren Mengen verfüttert werden, etwa Mühlennebenprodukte (Krüsch), Zuckerrübenschnitzel oder Ganzpflanzenmaiswürfel. 

Kraftfutter für Weidelämmer – das sagt die Forschung

Das FiBL verglich elf Forschungsstudien zur Lämmermast mit und ohne Ergänzungsfutter. Die Studien stammen aus verschiedenen Ländern, aber sie wurden mit für die Schweiz passenden Schafrassen und Weidebeständen durchgeführt. Die täglich zugefütterten Mengen reichten von 100 g vor dem Absetzen oder 250 g nach dem Absetzen bis zur Ad-libitum-Fütterung (das ist mehr als im oben genannten Beispiel nach Bio-Suisse-Richtlinien). Die Ergebnisse zeigen:

  • Lämmer mit Ergänzungsfütterung hatten im Vergleich zur reinen Weidefütterung durchschnittlich um 55 g höhere Tageszunahmen. 
  • Einige Studien berichten von einem früheren Erreichen des Schlachtgewichts der Tiere mit Ergänzungsfütterung. 
  • Teilweise konnte auch die Qualität der Schlachtkörper gesteigert werden. 
  • Ob das Ergänzungsfutter auch wirtschaftlich sinnvoll ist, wurde in mehreren Studien in Frage gestellt – besonders, wenn das Weidefutter von hoher Qualität war. 

Kosten-Nutzen-Rechnung

Zugekauftes Ergänzungsfutter ist ein Kostenpunkt, der durch höhere Einnahmen wettgemacht werden muss. Es gilt also abzuschätzen, ob sich die zusätzliche Investition auf dem eigenen Betrieb lohnt. Das verlinkte Rechenbeispiel vergleicht drei Fütterungssysteme und zeigt, wie eine realistische Kosten-Nutzen-Rechnung aussehen kann.

Beispiel für eine Kosten-Nutzen-Rechnung

Verena Bühl, Bioaktuell Magazin

Eine ausführliche Version dieses Artikels erschien im Bioaktuell Magazin 8|26.

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