Fütterung von Lämmern: Bedarf, Futterqualität und Entwicklung
Die Fütterung von Lämmern richtet sich nach Wachstumspotenzial, Futterqualität und Entwicklungsphase. Entscheidend ist, dass Energie- und Proteinversorgung sowie Futteraufnahme optimal aufeinander abgestimmt sind.
Entwicklung der Lämmer und Futteraufnahme
Lämmer beginnen bereits wenige Tage nach der Geburt, gutes Heu oder Emd aufzunehmen. Die Aufnahme von Festfutter wird schrittweise gesteigert. Gleichzeitig nimmt die Milchleistung der Aue ab, sodass die zunehmende Festfutteraufnahme diese Entwicklung kompensieren muss.
Mit einem Alter von etwa acht bis zehn Wochen und einem Gewicht von rund 20 bis 25 Kilogramm sind Lämmer in der Lage, sich selbstständig zu ernähren.
Bedarf in Abhängigkeit vom Wachstumspotenzial
Lämmer haben im Verhältnis zu ihrem Körpergewicht einen hohen Bedarf an Energie und Eiweiss. Dieser hängt stark vom Wachstumspotenzial (rassebedingt) und den angestrebten Tageszunahmen ab.
Entsprechende Richtwerke sind zum Beispiel die Tabellen 11.7 – 11.11 aus dem Merkblatt «Fütterungsempfehlungen für das Schaf» (Agroscope)
Beispiel: Ein Lamm mit hohem Wachstumspotenzial, 20 Kilogramm Lebendgewicht und einer täglichen Zunahme von 300 Gramm benötigt rund 5,2 MJ NEV Energie und 113 Gramm Eiweiss pro Tag. Ein solches Lamm nimmt etwa 0,8 Kilogramm Trockensubstanz auf. Um diesen Bedarf zu decken benötigt die Ration einen Energiegehalt von 6,5 MJ NEV und einen Proteingehalt von 141,25 Gramm pro Kilogramm Trockenmasse.
Diese Bedarfswerte sollten bei der Rationsgestaltung berücksichtigt werden.
In der Praxis bedeutet dies, dass hochwertiges Grundfutter zur freien Verfügung stehen sollte. Ergänzend kann je nach Intensität der Fütterung eine geringe Menge Kraftfutter eingesetzt werden. Die Mineralstoffversorgung erfolgt über Mineral- und Viehsalz.
Nach dem Absetzen reicht für Aufzuchtlämmer ab einem Gewicht von etwa 35 Kilogramm in der Regel gutes Grundfutter aus. Damit verschiebt sich der Fokus der Fütterung von einer intensiven Versorgung in der frühen Wachstumsphase hin zu einer stabilen Grundfutterversorgung.
Fütterungsfehler und Breinierenkrankheit
Die Umstellung auf andere Futterquellen muss schrittweise erfolgen, insbesondere beim Übergang von der Winterfütterung zur Weide. Abrupte Futterwechsel führen dazu, dass sich die Mikroorganismen im Pansen nicht schnell genug anpassen können. Dies kann zu Verdauungsstörungen führen.
Besonders kritisch ist eine Kombination aus hoher Milchaufnahme und jungem, gehaltreichen Gras. In solchen Situationen kann es zu einem Überschuss an Energie und Eiweiss kommen. Das fördert eine übermässige Vermehrung des Bakteriums Clostridium perfringens im Darm, deren Toxine die Nieren des Tieres zerstören.
Die Folge ist die sogenannte Breinierenkrankheit, eine akut verlaufende Erkrankung, die innerhalb kurzer Zeit zum Tod führt. Häufig sind davon die am schnellsten wachsende Tiere betroffen, da diese auch am meisten fressen.
Vorbeugung: Fütterung aktiv steuern
Ein angepasstes Fütterungsmanagement ist entscheidend zur Vermeidung von Risiken.
- Futterwechsel kontrolliert durchführen: Neue Futterquellen stets schrittweise einführen.
- Struktur anbieten: Heu sollte jederzeit verfügbar sein, um die Verdauung zu stabilisieren.
- Weidegang begrenzen: Zu Beginn nur begrenzten Zugang zu sehr gehaltreichem Gras ermöglichen.
- Futteraufnahme beobachten: Verhalten, Entwicklung und Futteraufnahme der Tiere regelmässig kontrollieren.
Die Inhalte dieses Artikels basieren auf einem FiBL-Webinar zur Schafhaltung vom 28. Januar 2026. Die Aufzeichnung ist auf YouTube verfügbar und wurde für diesen Beitrag redaktionell aufbereitet.
Zum Film (YouTube)
Weiterführende Informationen
Webinar Schafhaltung: Bedarfsgerechte Fütterung (gleiche Rubrik)
Futterbedarf des Schafes (gleiche Rubrik)
Mineralstoffversorgung des Schafs (gleiche Rubrik)
Merkblatt «Fütterungsempfehlungen für das Schaf» (Agroscope)
Letzte Aktualisierung dieser Seite: 19.05.2026
