Reduzierte Bodenbearbeitung und Beikrautdruck
Bei reduzierter Bodenbearbeitung im Biolandbau entsteht häufig ein Spannungsfeld zwischen dem Wunsch nach Bodenschutz und dem Bedarf an Beikrautregulierung, Nährstoffversorgung und Ertragsstabilität. Einerseits fördert die reduzierte Bearbeitung Bodenleben und Humusbildung und verbessert den Wasserhaushalt, andererseits führt sie in der Regel zu einem erhöhten Beikrautdruck, kann die Nährstoffversorgung beeinträchtigen und erfordert angepasste Fruchtfolgen sowie Investitionen in Maschinen.
Bei der Umstellung auf die reduzierte Bodenbearbeitung kann es zu einer Zunahme von einjährigen Beikräutern und Gräsern kommen. Foto: FiBL, Django Hegglin
Ein geringer Beikrautdruck vor der Umstellung auf reduzierte Bodenbearbeitung ist für den Kulturerfolg während der Umstellung entscheidend. Folgende Massnahmen tragen zu einer effizienten vorbeugenden Beikrautregulierung bei:
- Fruchtfolgen mit Getreide, Mais, Sonnenblumen, Eiweisserbsen in Mischkultur und Ackerbohnen sind einfacher auf reduzierte Bodenbearbeitung umzustellen als konkurrenzschwächere Kulturen wie Soja, Eiweisserbsen in Reinkultur, Zuckerrüben, Hirse, Lein oder Kartoffeln. Für eine gute Beikrautunterdrückung hochwachsende, stickstoffeffiziente Sorten mit rascher Jugendentwicklung wählen.
- Kleegrasanteil von mind. 20 Prozent in der Fruchtfolge (bei hohem Beikrautdruck erhöhen)
- Zwischen Halm- und Blattfrüchten und Sommer- und Winterkulturen abwechseln.
- Säuberungsschnitte im Zwischenfutter durchführen.
- Absamen der Beikräuter verhindern. Samenstände von Ampfer (Blacken) und Disteln spätestens vor der Ernte entfernen.
Konsequente Stoppelbearbeitung
Die Stoppelbearbeitung ist im Biolandbau von zentraler Bedeutung. Sie erfolgt im besten Zeitfenster für die Regulierung von Samen- und vor allem Wurzelunkräutern. Anhaltende Trockenheit nach der Ernte ermöglicht es, den Boden auch mit relativ schweren Maschinen zu befahren, mehrmals zu bearbeiten und die Beikräuter an der Oberfläche vertrocknen zu lassen. Eine Gründüngung direkt nach der Raps- oder Getreideernte zu säen und auf eine Stoppelbearbeitung zu verzichten, ist im Biolandbau nicht zu empfehlen.
Beikrautkuren gegen einjährige Beikräuter
Bei einem hohen Druck von Samenunkräutern und vor konkurrenzschwachen Hauptkulturen sollte eine Beikrautkur durchgeführt werden. Beikrautkuren funktionieren nach dem gleichen Prinzip wie die Stoppelbearbeitung. Das Saatbett wird 2 bis 4 Wochen vor dem geplanten Saattermin hergerichtet, damit die Beikrautsamen keimen können. Danach wird möglichst oberflächlich gestriegelt, was die Keimlinge verschüttet. Achtung: Tieferes Eggen holt wieder Samen an die Oberfläche und führt eher zu einer Zu- statt Abnahme der Beikräuter.
Durchgehende Begrünung
Eine möglichst durchgehende Bodenbedeckung mit Gründüngungen und Untersaaten schützt den Boden nicht nur vor Erosion, sondern unterdrückt auch keimendes Beikraut in lückigen Beständen und reduziert Spätverunkrautung. Zudem kann eine Begrünung Stickstoff fixieren, eine schnellere Futternutzung nach der Ernte der Kultur ermöglichen und die Struktur und Tragfähigkeit des Bodens verbessern. Bleibt eine Untersaat als Kleegraswiese stehen, kann ein Bodenbearbeitungsdurchgang eingespart und die Vegetationsperiode damit effizienter genutzt werden.
Weiterführende Informationen
Merkblatt Reduzierte Bodenbearbeitung (FiBL-Shop)
Boden (Rubrik Pflanzenbau)
Pflanzenbau (ganze Rubrik)
Letzte Aktualisierung dieser Seite: 31.03.2026
