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Selbsterntegärten: Direktvermarktung mit Planungssicherheit

Selbsterntegärten haben das Potenzial, sich zu einem attraktiven Betriebszweig im Gemüsebau zu entwickeln. Sie verbinden landwirtschaftliche Produktion mit der aktiven Einbindung der Konsument*innen. Gleichzeitig eröffnen sie neue Wege der Direktvermarktung. Für Betriebe bieten sie stabile Einnahmen, für Teilnehmende ein unmittelbares Erleben von Landwirtschaft.

Was sind Selbsterntegärten?

Selbsterntegärten sind saisonale Angebote. Kund*innen erhalten gegen einen festen Beitrag Zugang zu Gemüseflächen, auf denen sie ihr Gemüse direkt ernten können. Teilweise übernehmen sie auch Pflegearbeiten, während der landwirtschaftliche Betrieb für Anbau und Organisation verantwortlich bleibt. Die Teilnehmenden nutzen das Angebot im Rahmen eines Abonnements. So entsteht eine längerfristige Beziehung zwischen Betrieb und Kundschaft. Diese geht über den reinen Kauf von Lebensmitteln hinaus. Abzugrenzen sind Selbsterntegärten von Selbstpflückfeldern, die sich eher an spontane Besuche richten. Selbsterntegärten hingegen basieren auf verbindlichen Vereinbarungen über eine ganze Saison.

Ein Konzept, zwei Modelle

In der Schweiz haben sich zwei Modelle etabliert. Der wichtigste Unterschied liegt in der Verteilung des Arbeitsaufwands. Konkret geht es um die Frage, wer die Kulturen pflegt: der Betrieb oder die Kundschaft. Diese Entscheidung prägt den gesamten Betriebszweig. Beide Modelle bieten interessante Perspektiven für landwirtschaftliche Betriebe.

Pflege-Erntegarten

Beim Pflege-Erntegarten bauen Landwirt*innen etwa 20 bis 30 verschiedene Gemüsekulturen in Reihen an, die quer in Parzellen unterteilt werden. Konsument*innen übernehmen für eine Saison die Pflege und Ernte einer Parzelle; dies wird in einer Nutzungsvereinbarung geregelt. Sie tragen damit einen Teil der Verantwortung für den Ertrag. Für den Betrieb bedeutet dieses Modell einen geringeren Pflegeaufwand während der Saison. Gleichzeitig bringen unterschiedliche Pflegequalitäten sowie der zusätzliche Bedarf an Kommunikation und Betreuung gewisse Herausforderungen mit sich. Besonders geeignet ist dieses Modell für Betriebe mit begrenzten Arbeitskapazitäten, aber auch für solche mit Fokus auf Bildung und Austausch. Vorteilhaft ist zudem eine gärtnerisch interessierte Kundschaft.

Erntegarten

Beim Erntegarten liegt die gesamte Produktion beim Betrieb. Die Landwirt*innen übernehmen Anbau und Pflege der Kulturen, während die gesamte Fläche allen Kund*innen zum Ernten zur Verfügung steht. Was gerade erntereif ist, wird mit Fähnchen oder Schildern markiert. Dies ermöglicht eine zentrale Steuerung von Anbau und Pflege. Die Qualität der Kulturen ist einheitlich. Der Arbeitsaufwand für den Betrieb ist jedoch über die gesamte Saison hinweg hoch, zudem trägt er die volle Verantwortung für Ertrag und Qualität. Dieses Modell eignet sich besonders für erfahrene Gemüsebaubetriebe. Wichtig sind ausreichende personelle Ressourcen. Das Erntegarten-Modell passt gut zu einer Kundschaft, die nur begrenzt Zeit für Gartenarbeit aufbringen möchte.

Beispiele für Selbsterntegärten:
Verein Selbsterntegarten.ch (selbsterntegarten.ch)
Selbsterntegarten Erlenhof (mein-hof.ch)
Hof Rinderbrunnen (rinderbrunnen.ch)

Weiterführende Informationen

Podcast

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