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Raufutter für Bioschweine

Raufutter liefert im Vergleich zu Konzentratfutter weniger Energie und Protein. Es ist aber für die Verdauung, Beschäftigung und Gesundheit der Schweine von zentraler Bedeutung. 

Bioschweine müssen gemäss den Vorgaben von Bio Suisse täglich Zugang zu Raufutter haben. Zu Raufutter zählen alle wenig oder gar nicht verarbeiteten Futterpflanzen mit einem hohen Strukturanteil. 

Dazu gehören in erster Linie: 

  • Gras oder Weissklee-Gras-Gemenge (frisch, getrocknet oder siliert; keine Pellets),
  • Silagen von Ackerpflanzen (Bohnen/Getreidemischungen, Luzerne, Ganzpflanzenmais, Buchweizen, Phacelia; keine Pellets),
  • unverschmutzte Trogreste aus der Rinderfütterung. 

Stroh ist kein Raufutter

Auch Stroh muss den Schweinen jederzeit zur Verfügung stehen. Allerdings ist Stroh für Schweine kein Futtermittel, sondern Einstreu. Es ist sehr wichtig für die Beschäftigung und die Gesundheit der Schweine, enthält aber kaum Nährstoffe und ist nicht sehr schmackhaft.

Welches Raufutter mögen Schweine am liebsten?

Schweine bevorzugen saftiges, feuchtes Raufutter gegenüber trockenem oder holzigem. Dabei gilt: 

  • Ideal ist frisches Gras. 
  • Silagen sind beliebter als Heu. 
  • Bei Heu oder Grassilagen eignet sich ein früher zweiter oder ein späterer Schnitt mit jungem Futter.

Raufutter fördert die Magen-Darm-Gesundheit

Studien an der ETH in Zusammenarbeit mit Agroscope und dem FiBL haben gezeigt, dass Grassilage das Auftreten von Magengeschwüren deutlich reduzieren kann. Raufutter hilft zudem gegen Verhaltensstörungen, beruhigt und sättigt die Tiere und verbessert die Verdauung. Eine gute Magen-Darm-Gesundheit wirkt sich wiederum positiv auf die Nährstoffaufnahme aus.

In der Vergangenheit wurde häufig diskutiert, ob die Raufutterfütterung die Gefahr birgt, bei den PUFA-Werten (PUFA = mehrfach ungesättigte Fettsäuren) in einen Abzugsbereich zu kommen. Rechnerisch ist jedoch heute belegt, dass sich Raufutter nicht negativ auf die Fettqualität auswirkt, wenn weniger als zehn Prozent der aufgenommenen Trockensubstanz aus Raufutter besteht.

Tipps für die Praxis

Damit das Raufutter für die Schweine attraktiv bleibt, soll es täglich frisch angeboten werden. Sehr wichtig ist eine hohe Qualität: Raufutter darf nicht verschimmelt sein, denn Mykotoxine sind für Schweine sehr schädlich. Bei Silagen bietet sich darum die Konservierung in Kleinballen mit einem Gewicht von rund 60 Kilogramm an, wie sie für Pferde verwendet werden. Bei grösseren Ballen dauert es oft zu lang, bis das Futter aufgebraucht ist, und es droht zu verderben.

Idealerweise wird das Raufutter entweder in einem sauberen Teil der Bucht am Boden oder in einer Raufe angeboten. Wichtig ist, dass die Schweine gut an das Futter kommen. Die Raufe sollte nicht zu hoch sein. Gut geeignet sind Raufen mit vertikalen Stäben mit rund vier Zentimeter Abstand zwischen den Stäben.

Früh anfangen ist wichtig

Raufutter wird hauptsächlich von den Mikroorganismen im Dickdarm verdaut. Je besser diese auf die Strukturbestandteile eingestellt sind, desto mehr Energie können sie dem Schwein aus der Fermentation zur Verfügung stellen. Deshalb sollten bereits Ferkel Raufutter erhalten, damit sie sich auf eine optimale Nährstoffaufnahme aus dem Raufutter vorbereiten können. Die Gewöhnungszeit beträgt rund zwei Monate.

Barbara Früh und Verena Bühl, FiBL

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