Wertschöpfung und Landschaftsästhetik fördern
Der Betrieb hat sich für den Gemüseanbau entschieden, um auf kleiner Fläche Wertschöpfung zu erzielen. Bereits im ersten Jahr werden Bäume gepflanzt, um die Landschaft zu strukturieren, und die Früchte sorgen für Diversifizierung. Sie spenden zudem Schatten und fördern die Artenvielfalt, wodurch eine natürliche Schädlingsbekämpfung ermöglicht wird. Der ästhetische Aspekt bleibt jedoch die Hauptmotivation und hat den doppelten Vorteil, dass er die Arbeitsfreude steigert und dank des Schattens ein angenehmeres Arbeitsumfeld schafft.
Die Agroforstwirtschaft entstand aus dem Wunsch heraus, eine Landschaft zu schaffen, die etwas schöner und strukturierter ist als ein völlig flaches, hässliches Feld. Foto: FiBL
Die Parzelle umfasst 63 Bäume, die in sieben Reihen angeordnet sind und verschiedene Baumarten vereinen. Zwischen jeder Reihe befinden sich neun Gemüsebeete.
Die Bewirtschaftenden möchten durch den Wechsel von Bäumen und Gemüseanbau wellenförmige Strukturen in der Landschaft schaffen. Später möchten sie auf den Beeten, die den Bäumen am nächsten liegen, Beerenobst anpflanzen sowie Feigenbäume in den Reihen (zwischen den Bäumen).
Die Auswahl der Baumarten orientierte sich an den bereits auf dem Hof vorhandenen Arten. Die Bäume werden als Hochstämme erzogen, wobei die ersten Haupttriebe 1,80 Meter über dem Boden ansetzen, um den Durchgang von Landmaschinen zu ermöglichen.
Übersicht
Der Betrieb
| Einrichtung | 2015 |
| LN gesamt | 3 ha |
| Produktion | Obstbau, Gemüseanbau |
| Arbeitskraft | 2,5 Vollzeitäquivalente (VZÄ) |
| Zertifizierung | Bio |
| Vermarktung | 3 Märkte pro Woche, 70 Gemüsekisten, Weiterverkauf an Kolleg*innen |
Obst- und Gemüseanbau
| Ersteinrichtung | 2015 |
| Fläche | 1,2 ha |
| Obstarten | Apfelbäume, Pflaumenbäume, Birnbäume, Kirschbäume |
Konzeption
Bewässerung
Der Hof verfügt über nur wenige Wasserressourcen. Die Baumreihen werden nach dem ersten Jahr nicht mehr bewässert. Die Gemüsebeete werden nur wenig bewässert, und zwar von Hand bei Einbruch der Dunkelheit.
Düngung
Die Gemüsebeete werden mit einer Mischung aus Pferde-, Hühner-, Schweine- und Schafmist sowie Weintrub gedüngt. Diese Grunddüngung erfolgt am Ende des Winters.
Beikrautmanagement
Der Grasstreifen in den Baumreihen wird einmal jährlich gemäht und vor Ort belassen. Der Baumfuß wird zudem regelmäßig von Gestrüpp befreit (zwei Arbeitstage pro Jahr).
Pflanzenschutz
Im Frühjahr werden die Bäume bei Austrieb behandelt (mit einem Öl gegen Insekten und Kupfer gegen Krankheiten). Falls erforderlich, werden sie später in der Saison ein zweites Mal mit Kupfer behandelt. Das Hauptaugenmerk liegt auf dem Gemüseanbau. Der Betrieb verwendet keine Fungizide, setzt jedoch Insektizide gegen die Möhrenfliege und die Lauchfliege ein.
Vermarktung
Jedes Jahr werden etwa 10 Bäume gepflanzt. Im Jahr 2024 wurden im Rahmen des Projekts "Agro4esterie" 50 Bäume gepflanzt.
Die verschiedenen Pflanzungen wurden hauptsächlich von einer einzigen Person (in etwa einem Arbeitstag) mit einem Bagger durchgeführt. Für jeden Baum wird eine Stütze gesetzt. Die druckimprägnierten Pfähle sind groß (2,5 Meter hoch, 30 Zentimeter tief eingegraben), um zu verhindern, dass die Bäume durch den Wind an der Spitze abbrechen.
Der Formschnitt in den ersten Jahren sorgt für eine relativ hohe Krone und reduziert die Anzahl der Haupttriebe, um später eine leichtere Ernte zu ermöglichen. Wird das von Anfang an praktiziert, gewöhnen sich die Bäume an den Schnitt. Sie werden etwa alle zwei Jahre beschnitten.
Entscheidungen und Argumente
Hochstammbäume
Im Gegensatz zu Niederstammbäumen ermöglichen sie den Bezug von Qualitätsprämien der Stufe zwei und die Mechanisierung bestimmter Arbeiten wie beispielsweise des Mähens.
Gemischte Anordnung der Baumarten
Bäume mit dichtem Kronendach wechseln sich mit kleineren, lichten Bäumen ab, um ein ausgewogenes Schattenbild zu erzielen.
Schmaler Grasstreifen zwischen den Bäumen und den Gemüsebeeten
Der Platz wird optimal für den Gemüseanbau genutzt, und der Betrieb hat kein Interesse daran, das Mähgut als Viehfutter zu verwerten.
Anlegen der Beete in Hangrichtung
Aufgrund der Hangneigung der Parzelle können die Maschinen nicht jäten, wenn man den Höhenlinien folgt. Die Erde rutscht durch die Schwerkraft ab.
Keine direkte Düngung der Bäume
Sie profitieren von dem, was dem Gemüse zugeführt wird.
Stärken und Schwächen des Systems
Stärken
- Die Einrichtung einer kleinen Baumschule soll die Kosten für die Setzlinge senken.
Schwächen
- Die Ausrichtung des Obst- und Gemüsegartens in Hangrichtung führt zu starker Bodenerosion.
Pour en savoir plus
Merkblatt Créer un verger maraîcher (auf Französisch, FiBL Shop)
Letzte Aktualisierung dieser Seite: 13.08.2026
