Schorfbulletin vom 29.04.2026
Aktuelle Lage
Die Reifung der ausstossbaren Ascosporen ist durch die warme Witterung bereits sehr weit fortgeschritten und entsprechend besteht aktuell ein sehr hohes Sporenpotenzial. Gleichzeitig zeigen sich die Wetterprognosen derzeit unbeständig. Beginn und Intensität der angekündigten Niederschläge schwanken laufend und je nach Vorhersage ist bereits am Wochenende oder erst Anfang der kommenden Woche mit Regen zu rechnen. Die regionalen Vorhersagen sollten deshalb aufmerksam verfolgt werden.
Es wird empfohlen, möglichst kurz vor Beginn der nächsten Regenperiode eine präventive Behandlung durchzuführen.
Am Standort Frick wurden bereits erste Schorfsymptome gefunden. Zudem ist zu erwarten, dass die Symptome der starken Infektion vom 13.04. in den kommenden Tagen sichtbar werden. Die Anlagen sollten daher gezielt auf Befall kontrolliert werden, um das Risiko früher Sekundärinfektionen besser einschätzen zu können.
Sekundärinfektionen durch Konidien können bereits bei kürzeren Blattnässeperioden erfolgen und die Nachreifung erfolgt deutlich schneller als bei Ascosporen. Dadurch kann es während längerer Feuchtphasen zu einer kontinuierlichen Freisetzung kommen. In Abhängigkeit vom Befallsdruck, der Sortenanfälligkeit sowie dem Abwaschungsgrad des Schutzbelags sollte bei anhaltenden Niederschlägen eine zusätzliche abstoppende Behandlung in Erwägung gezogen werden.
Bezüglich Mittelwahl und Konzentrationen beachten Sie bitte die Empfehlungen im Bioobstbulletin sowie dem entsprechenden FiBL-Merkblatt.
Schorfbulletin vom 16.04.2026
Die Niederschläge vom vergangenen Wochenende haben zu sehr starken Ausstössen von Ascosporen geführt. Dies konnte durch die Auszählung der Sporenfallen bestätigt werden. In Kombination mit der anhaltenden Blattnässe resultierte daraus in den meisten Regionen ein äusserst hohes Infektionsrisiko.
Für das kommende Wochenende sind erneut Niederschläge angekündigt. Gleichzeitig fördern die aktuell steigenden Temperaturen die Reifung weiterer Sporen, sodass erneut mit einem grossen Potenzial an ausstossbaren Ascosporen zu rechnen ist. Je nach Dauer der Blattnässe kann dies abermals zu einem sehr starken Infektionsrisiko führen.
Es wird daher empfohlen, alle Anlagen vorrangig mit einem präventiven Schutzbelag zu schützen. Eine vorbeugende Behandlung mit Tonerde in Kombination mit Schwefel kann in der jetzigen Situation zusätzlich einen Schutz gegenüber Feuerbrand bieten.
Da die Blattnässeprognose erfahrungsgemäss eher konservativ kalibriert ist und die tatsächliche Blattnassdauer tendenziell überschätzt wird, dürfte das effektive Infektionsrisiko etwas geringer ausfallen als aktuell prognostiziert. Bei besonders anfälligen Anlagen oder nach Befall in der Vorsaison sollte dennoch situativ unter Berücksichtigung des Abwaschungsgrades sowie des tatsächlichen Infektionsgeschehens entschieden werden, ob ergänzend eine Stop-Behandlung erforderlich ist.
Schorfbulletin vom 09.04.2026
Die frühlingshaften Temperaturen der vergangenen Tage haben sowohl die Nachreifung der Ascosporen als auch die phänologische Entwicklung der Apfelbäume deutlich beschleunigt. Infolge dieser raschen Entwicklung ist derzeit von einem sehr hohen Sporenpotential auszugehen.
Derzeit muss für das kommende Wochenende in vielen Regionen der Schweiz mit erhöhter Niederschlagswahrscheinlichkeit gerechnet werden. Abhängig von der Intensität der Niederschläge sowie der Tageszeit ( Lichtabhängigkeit des Sporenausstosses) ist davon auszugehen, dass ein Grossteil der herangereiften Ascosporen freigesetzt wird.
Je nach resultierender Blattnassdauer kann sich hieraus ein sehr hohes Infektionsrisiko ergeben.
Empfohlene Maßnahmen:
- Es wird dringend empfohlen, alle Apfelanlagen vor den prognostizierten Niederschlägen mit einer präventiven Pflanzenschutzmaßnahme zu behandeln.
- Je nach Intensität der Niederschläge könnte es sich bei dieser Periode um eine der Hauptinfektionsperioden der Primärsaison handeln. Insbesondere in Anlagen mit Vorjahresbefall wird zu einer ergänzenden Stop-Behandlung geraten, sofern die prognostizierte Infektionsstärke die Schwelle für ein «Extremes Infektionsrisiko überschreitet.
Wir empfehlen in jedem Fall die lokalen Wettervorhersagen in den kommenden Tagen aufmerksam zu verfolgen, um die optimalen Entscheidungen aus den Aussagen des Infektionsmodells ableiten und somit den Schutz der Anlagen sicherzustellen zu können.
Schorfbulletin vom 19.03.2026
Die gestiegenen Tagestemperaturen und sonnigen Bedingungen haben sowohl die phänologische Entwicklung der Kulturen als auch das Heranreifen der Ascosporen vorangetrieben. In einigen Regionen besteht für das kommende Wochenende beziehungsweise zu Beginn der nächsten Woche ein erhöhtes Niederschlagsrisiko.
Niederschläge während der Nacht führten bei dem derzeitig geringen Sporenpotenzial sowie der niedrigen Nachttemperaturen zu keinen nennenswerten Sporenausstössen. Insgesamt zeigen sich die Wetterprognosen derzeit jedoch uneinheitlich und variabel. Vor diesem Hintergrund ist es empfehlenswert, die lokalen Wetterprognosen aufmerksam zu verfolgen und kurzfristige Entwicklungen in die Entscheidungsfindung einzubeziehen.
Unabhängig davon wird geraten, im Vorfeld der nächsten Niederschlagsereignisse in jedem Fall eine präventive Behandlung durchzuführen, um einem frühzeitigen Krankheitsaufbau entgegenwirken zu können.
Schorfbulletin vom 12.03.2026
Infolge der gestrigen Niederschläge wurden gemäss den Auszählungen der Sporenfallen erste Ascosporen an mehreren Standorten ausgestossen. Die Ausstösse in der Deutschschweiz lagen dabei auf einem sehr niedrigen Niveau und korrespondieren mit den Aussagen des RIMpro-Modells.
Es ist davon auszugehen, dass die für das Wochenende angekündigten Niederschläge zu einem weiteren, etwas stärkeren Sporenausstoss führen werden. Trotz der anhaltenden Nässe dürfte sich das Infektionsrisiko derzeit, aufgrund des geringen Potentials an ausstossbaren Sporen, weiterhin auf einem niedrigen Niveau bewegen.
Sollte noch keine erste präventive Behandlung erfolgt sein, wird empfohlen, diese insbesondere bei anfälligen Sorten oder einem starkem Vorjahresbefall im Vorfeld der nächsten Niederschläge durchzuführen.
Schorfbulletin vom 09.03.2026
In fast allen Lagen der Schweiz schreitet die phänologische Entwicklung der Apfelbäume weiter voran. In den meisten Regionen wurde inzwischen das Grünknospenstadium (BBCH 53) erreicht. Sollte die phänologische Entwicklung in Ihrer Region vom im Modell hinterlegten Datum abweichen, können Sie uns dies gerne an mathias.ludwig@fibl.org melden.
Sobald der Knospenaufbruch erreicht ist, kann es grundsätzlich zu Infektionen durch Apfelschorf kommen. Das derzeitige Potential an ausstossbaren Sporen wird als gering eingeschätzt. Eine abschliessende Einschätzung lässt sich allerdings erst nach dem ersten Niederschlagsereignis und dem Auszählen der Sporenfallen treffen.
Dennoch ist zu berücksichtigen, dass in frühen Lagen oder an Standorten mit deutlich fortgeschrittener phänologischer Entwicklung auch die Reifung ausstossbarer Sporen entsprechend weiter fortgeschritten sein kann. In Anlagen mit anfälligen Sorten und Vorjahresbefall sollte daher vor den nächsten Niederschlägen vorsorglich eine erste präventive Behandlung appliziert werden, sobald die Knospen geöffnet sind.
Behalten Sie die phänologische Entwicklung Ihrer Anlagen gut im Blick und treffen Sie Ihre Entscheidungen situativ. Zu diesem frühen Zeitpunkt der Saison besteht naturgemäss eine gewisse Unsicherheit hinsichtlich möglicher Sporenausstösse und tatsächlich eintretender Infektionsbedingungen. Das RIMpro Prognosemodell ist jedoch sehr gut validiert und wird zusätzlich durch die kontinuierliche Auszählung von Sporenfallen ergänzt. Über neue Entwicklungen werden wir Sie in den kommenden Bulletins informieren.
Wir wünschen einen erfolgreichen Saisonstart.
Letzte Aktualisierung dieser Seite: 29.04.2026
