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Sömmerung: Warum zuvor nicht alle Tiere entwurmt werden sollten

Meldung  | 

Die Alpsaison naht und auf den Betrieben wird emsig vorbereitet. Eine wichtige Frage: Wie geht man mit Parasiten um? Da Behandlungen in den Bergen oft schwierig sind, fällt die Entscheidung meist kurz vor dem Auftrieb.

Schaflämmer nach der Ankunft auf einer Alp im Misox-Tal. Foto: FiBL, Steffen Werne

Viele Tierhalter entwurmen alle Tiere vor der Alp – manchmal wird dies auch so von den Alpbetreibern verlangt. Doch dieses Vorgehen kann nachteilig sein: Die Bergweiden hatten monatelang Ruhe. Die meisten Würmer aus dem Vorjahr sind im Winter gestorben. Die Weiden sind zu Beginn der Saison also relativ sauber, und das Infektionsrisiko für die Tiere ist gering.

Resistenzbildung bremsen

Durch den häufigen Einsatz von Entwurmungsmitteln haben sich resistente Würmer entwickelt. Werden alle Tiere behandelt, überleben diese resistenten Parasiten und dominieren dann die Alpweiden. Das verschärft das Problem langfristig.

Besser ist es, einen Teil der Herde ohne Entwurmung auf die Alp zu schicken. Diese Tiere bringen auch natürliche, nicht-resistente Würmer mit, die die resistenten Parasiten teilweise verdrängen. So kann die Resistenzentwicklung gebremst werden.

Jungtiere sind anfälliger für Parasiten, daher sollten eher ältere Tiere unbehandelt bleiben. Am besten mit wenigen Tieren beginnen. Bei guter Gesundheit kann der Anteil im nächsten Jahr schrittweise steigen, um Resistenzen stärker zu verlangsamen.

Steffen Werne, FiBL

Weiterführende Informationen

Parasitäre Erkrankungen (Rubrik Kleinwiederkäuer)

Hinweis: Dies ist eine tagesaktuelle Meldung. Sie wird nicht aktualisiert.

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