Beim Streifenanbau werden verschiedene Kulturen abwechselnd in Streifen (zum Beispiel 6-12 Meter) auf demselben Acker angebaut. Ein vierjähriges Projekt von FiBL und Agroscope – finanziert durch BLW und Fondation Sur-la-Croix – hat in enger Zusammenarbeit mit der Praxis positive Effekte beim Anbau von Kartoffeln und Zuckerrüben mit Getreide (zum Teil mit Ackerbohne gemischt) gezeigt.
Weniger Krankheiten, mehr Nützlinge
Beim Anbau in Streifen reduzierte sich der Befall mit Alternaria bei Kartoffeln im Schnitt um 69 % und mit Cercospora bei Zuckerrüben um rund 12 %. Bei den Kartoffeln führte dies zu rund 8 % mehr Ertrag. Zudem wurden mehr Nützlinge in den Zuckerrüben sowie mehr Bestäuber bei den Kartoffeln gezählt.
Raps reagiert anders
Im Raps fühlten sich die Schädlinge dagegen in den Streifen wohler, was zu einem um 17 % tieferen Ertrag führte. Der erhoffte Nützlingseffekt blieb im Raps aus.
Zusätzlicher Aufwand in der Praxis
Bei der Umsetzung liegt die grösste Herausforderung in der Bewirtschaftung von Kulturen mit stark unterschiedlichen Ansprüchen und in der komplexeren Planung und Kommunikation. Das Projekt errechnete Mehrkosten von 40 bis 70 Franken pro Hektar und Jahr bei einem optimierten Streifendesign, wegen Maschinen mit nicht passender Breite und zusätzlicher Fahrten.
Forschung geht weiter
Der Streifenanbau bietet folglich für bestimmte Kulturen wie Kartoffeln Potenzial. Weitere Kulturkombinationen müssen noch getestet werden. Ein Merkblatt mit praktischen Erkenntnissen wird bis Januar 2027 erwartet.
Maike Krauss, FiBL
Weiterführende Informationen
Film zum Streifenanbau (Rubrik Pflanzenbau)
Projekt Streifenanbau (fibl.org)
