Gemischte Bilanz für das Biogemüsejahr 2016

Die Jahrestagung Biogemüse vom 11. Januar in Olten bot den Teilnehmern ein vielfältiges Programm. Stephan Müller, bis 2016 Präsident der Fachkommission Biogemüse beim VSGP und Vorsitzender Fachgruppe Gemüse und Kartoffeln bei Bio Suisse, leitete die Tagung mit seinem Jahresrückblick auf 2016 und Zukunftsszenarien für 2017 ein.

(13.01.2017) 

Während im vergangenen Jahr die Produktion im geschützten Anbau sehr gut verlief und die Preissituation sowie die Nachfrage nach allen Produkten ideal waren, gab es im Freilandanbau Probleme wegen des Wetters. Auf einen nassen Frühling folgte ein trockener Sommer, was vor allem zu Ausfällen bei Kartoffeln, Blaukohl, Erdbeeren und Spargeln führte. Zusammenfassend meinte Müller, dass alles, was 2016 vor den grossen Niederschlägen gesät wurde, zu Mindererträgen führte. Was danach gesät wurde, erbrachte hingegen gute Ernten.

Für die nahe Zukunft prognostiziert Müller, dass der Biomarkt weiterhin kontinuierlich wachsen wird. Es sind viele Umstellbetriebe auf 2017 gemeldet. Die Koordination des Anbaus und der Produktionsmengen wird eine Herausforderung für die Bio Suisse und die FG Biogemüse. Im Anschluss an seine Präsentation übergab Müller seine Ämter als Präsident der FK Biogemüse beim VSGP und als Vorsitzender der Fachgruppe Gemüse bei Bio Suisse an den Nachfolger Dieter Scheibler.

Weiter präsentierte Martin Koller vom FiBL, was sich 2017 bei den Richtlinien, Verordnungen und Betriebsmitteln im Biogemüsebau ändert. Wer die aktuellen Richtlinien und Weisungen von Bio Suisse einsehen will, findet sie unter
Bioregelwerk (Rubrik Aktuell)

Martin Lichtenhahn von Terraviva gab bekannt, dass bei einer Mitgliederversammlung der bioGemüse Produzenten Vereinigung (bGPV) Ende Januar ein neues Logo und der neue Name Bio Gemüse Schweiz (BGS) verabschiedet werden sollen.

Der Gemüsebau ist auf ausländische Arbeitskräfte angewiesen. Dabei können auch Flüchtlinge (Ausweis B oder F) angestellt werden, wie Monika Schatzmann von Agrimpuls/SBV erläuterte. Grundsätzlich gelten für diese Arbeitnehmer die gleichen Regeln wie für alle anderen. Ausnahme ist, dass für sie eine Arbeitsbewilligung ausgestellt werden muss. Der Gemüseproduzent Hansueli Müller aus dem Kanton Solothurn hat langjährige Erfahrung mit Flüchtlingen. «Wir haben viele Leute, die arbeitswillig sind», sagt er. Klar ist aber auch, dass nicht alle für die Arbeit in der Landwirtschaft geeignet seien. Mit Probezeiten lasse sich das herausfinden – notfalls könne man sich auch wieder von dem Personal trennen. Vier Männer mit Flüchtlingsstatus hat er zurzeit zu einem Vollpensum fest angestellt.

Weiterführende Informationen

Gemüsebau (Rubrik Pflanzenbau)

Biogemüse (Rubrik Markt)

Tanja Hoch, Bio Suisse

Hinweis: Dies ist eine tagesaktuelle Meldung. Sie wird nicht aktualisiert.

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