Wachstum beim Bioabsatz in Deutschland und Österreich

(08.05.2013) 

In Deutschland erlebt Bio einen Boom. Doch das Angebot kann nicht mithalten, ein grosser Teil muss importiert werden. In Österreich wächst der Bioanteil bei der Gastronomie rasant.

Zwischen 2006 und 2012 hat sich die Nachfrage nach Biolebensmitteln in Deutschland verdreifacht, wie eine Studie der Universität Bonn im Auftrag der Grünen zeigt. Die biologisch bewirtschaftete Fläche habe sich in dieser Zeit aber nur verdoppelt, zitiert Fruchthandel Newsnet die Studie. Daher muss ein grosser Anteil der Bioware importiert werden. So kommen knapp 30 Prozent der Biokartoffeln aus Österreich, Israel oder Ägypten und fast die Hälfte der Biokarotten aus den Niederlanden, Israel und Italien. Und auch bei den Eiern stammt ein Viertel der Bioware aus dem Ausland. Laut Studie haben viele andere Länder, unter anderem Polen und die baltischen Staaten, im Vergleichszeitraum viel mehr in den Biolandbau investiert als Deutschland.

Im österreichischen Gastronomiegrosshandel liegt der Bioanteil bei Fleisch zwar noch unter einem Prozent. Doch lege er jedes Jahr kräftig zu, teilt Agrarmarkt Austria (AMA) mit. So stieg die Gesamtmenge an Rind-, Schweine- und Hühnerfleisch in Bioqualität im Gastronomiegrosshandel in den letzten drei Jahren um 54 Prozent. Rindfleisch ist die stärkste Gruppe innerhalb des Bio-Fleisches. Bioeier hätten sich in der Gastronomie schon gut etabliert, ihr Anteil liegt bei rund drei Prozent.
Konsumenten greifen laut einer Studie der AMA-Marketing aus vier Motiven zu Bioprodukten. An vorderster Stelle steht der Genussaspekt, gefolgt vom Wunsch, sich und seinem Körper etwas Gutes zu tun. Das Wecken von Kindheitserinnerungen spielt ebenso eine Rolle wie die Rückbesinnung auf die ursprüngliche Ernährung auf dem Land. Ausserdem wollen Konsumenten ihrer Verantwortung gegenüber der Umwelt, der nachhaltigen Landwirtschaft oder dem Tierschutz gerecht werden und greifen daher zu Bioprodukten.
Österreich ist gemäss AMA Weltmeister in Sachen Biolandwirtschaft: Rund zwanzig Prozent der landwirtschaftlichen Fläche werden biologisch bewirtschaftet. Rund sieben Prozent aller Frischeprodukte kaufen Österreichs Haushalte in Bioqualität. Die umsatzstärksten Bioprodukte sind Milch, Eier, Joghurt und Käse. (LID)

Weiterführende Informationen

Agrarmarkt Austria AMA

Hinweis: Dies ist eine tagesaktuelle Meldung. Sie wird nicht aktualisiert.

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