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Bioschafmilch 

Bioziegenmilch

Ziegenmilchprodukte sind eine beliebte Alternative zu Kuhmilch, u.a. für Personen mit einer Allergie gegen Kuhmilcheiweiss. Im Vergleich zu Kuh- und Schafsmilch weist Ziegenmilch weniger Protein, Fett und Laktose aus, damit ist sie auch kalorienärmer und leichter verdaulich.

In der Schweiz lebten 2019 80'000 Ziegen, davon waren 37'000 Milchziegen (46%). Von diesen 37'000 Milchziegen wurden 10'000 biologisch gehalten. Sowohl die Anzahl der konventionellen Ziegen als auch der Bioziegen ist in den letzten 20 Jahren gestiegen. Die Anzahl Bioziegen ist allerdings deutlich stärker gewachsen (+4000 Tiere) und so stieg der Bioanteil von 20% im Jahr 2000 auf 27% im Jahr 2019. Die häufigsten Ziegenrassen sind: Gämsfarbige Gebirgsziege, Saanenziege, Toggenburger Ziege und Bündner Strahlenziege. Die Laktationszeit beträgt 220 Tage und die Milchleistung ca. 630 kg pro Jahr.

 

Obwohl die Anzahl der Milchziegen zugenommen hat, ist die Anzahl der Betriebe mit Ziegenmilchproduktion über die Jahre gesunken. Die Anzahl der konventionellen Betriebe hat sich in 20 Jahren mehr als halbiert. Im Biobereich sind etwas mehr als ein Viertel der Betriebe verschwunden. Durch die unterschiedlich starke Entwicklung ist der Bioanteil bei den Betrieben um 6% auf 21% gestiegen. Heute gibt es noch 491 Biobetriebe und 1874 konventionelle. Die durchschnittliche Anzahl Tiere pro Betrieb nimmt langsam zu. Im Jahr 2000 hatte ein Biodurchschnittsbetrieb 9 Milchziegen (konv. 6) und im Jahr 2019 waren es dann 20 Milchziegen (konv. 14).

Die Zahlen spiegeln die zunehmende Professionalisierung der Branche wieder, wobei sie immer noch durch viele kleine Produzenten und Produzentinnen gekennzeichnet ist. Der Strukturwandel dürfte noch nicht abgeschlossen sein. Die Bioziegenmilchproduktion konzentriert sich auf die (südlichen) Alpen. 50% der Biomilchziegen leben in den Südkantonen Graubünden, Tessin und Wallis. In Bern, der Waadt und Freiburg werden weitere 25% der Biomilchziegen gehalten.

 

Gemäss Agristat wurden im Jahr 2019 23'100 Tonnen Ziegenmilch produziert, das entsprich 0.4% der totalen Milchproduktion. Davon wurde allerdings nur 14'800 Tonnen in Verkehr gesetzt. Der Eigenkonsum und insbesondere die Verfütterung ist mit 8’200 Tonnen sehr hoch. Schätzungsweise betrug die Bioziegenmilchproduktion 5800 Tonnen. Ziegenmilch wird vor allem zu Käse verarbeitet.

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Marktsituation

Die Nachfrage steigt und ist zumindest regional grösser als das Angebot. Ziegenmilchprodukte werden vor allem in Form von Käse gekauft. Joghurt und Trinkmilch spielen nur eine untergeordnete Rolle. Sowohl konventioneller als auch Bioziegenkäse erfreuen sich einer zunehmenden Beliebtheit. Die Verarbeitung zu Biokäse nimmt jedes Jahr (zwischen 2015 und 2019) um 7% zu (konv. 4% p.a.). 2019 wurden 179 Tonnen Bioziegenkäse hergestellt, was einem Bioverarbeitungsanteil von 16% entspricht (+3 Prozentpunkte vs. 2015).

Aufgrund des hohe Importanteil von Ziegenmilchprodukten sind die Preise teilweise unter Druck. Auf der anderen Seite sind neue Bioproduzenten und Produzentinnen nach wie vor gesucht. Die Produzierenden erhalten einen Basispreis von ca. 1.30 CHF pro Kilo mit Zu- und Abschlägen je nach Saison und Qualität. Im Handel werden für den Halbliter zwischen 2.20 CHF (konventionell) und 2.70 CHF (Pro Spezie Rara) verlangt.

Marktakteure

Ziegenmilch ist eine etablierte Nische im Fach- wie auch im Detailhandel. Interessierte Produzentinnen und Produzenten sollten sich zunächst mit einem möglichen Abnehmer in Verbindung setzen, um den Bedarf zu klären.

Die grössten Verarbeiter: 

 

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Letzte Aktualisierung dieser Seite: 04.02.2021

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