Tafelkirschensorten: Eignung für den Bioanbau unter Witterungsschutz 

Sortenempfehlungen für den Bio-Niederstammobstanbau

Seit einigen Jahren wird für die Sortimentsgestaltung im Bioobstbau auf Basis des Geschmackstypenkonzepts konsequent auf möglichst biotaugliche – sprich krankheitstolerante - und gleichzeitig marktfähige Sorten gesetzt. Diese Strategie erweist sich als erfolgreich: Die Schweiz ist mit 32 Prozent Anbaufläche an schorfresistenten Sorten Weltmeister in dieser Disziplin.

Wann gibt es den Bio-Gala?
Der grösste Bedarf für neue Sorten liegt im Bereich von lang lagerbaren, schorfresistenten und feuerbrandtoleranten  SortenBesonders gesucht sind Sorten für die Geschmacksgruppe „mild bis süsslich“. Ein biowürdiger Gala-Ersatz ist dringend gefragt; aber auch ein länger lagerbarer Topaz Typ (Geschmackgruppe Rot „würzig, eher säuerlich“) und ebenso ein lang lagerbarer (länger als Ecolette) betont säuerlicher Typ. Nicht zuletzt ist auch eine gefällige resistente Sommer-/Frühsorte (Typ Galmac), als Ergänzung/ Ersatz von der nur sehr kurz haltbaren Retina gesucht.
Das FiBL ist seit Jahren intensiv am Suchen bzw. Prüfen von resistenten Gala-Ersatzsorten. Die Kreuzung von Agroscope Wädenswil mit der Nummer FAW 10442 (Inhaberin ist die VariCom) kommt dem Gala-Profil recht nahe. 2009 wurde  rund eine Hektare dieser Sorte im Rahmen des FiBL-Prüfprogramms auf drei Biobetriebengepflanzt. Auf gleichem Stand im Sortenteam ist die vielversprechende Club-Sorte Ariane (Geschmacksgruppe Rot „würzig, leicht säuerlich) zur Verlängerung der Topaz-Verkaufssaison. Die Team-Sorte Ecolette (Geschmacksgruppe Grün „betont säuerlich“) wurde 2009 aufgrund der guten Ergebnisse der Testverkäufe vom Sortenteam für einen erweiterten Anbau empfohlen. Das Sortenteam empfiehlt ihren Anbau gemäss den Marktbedürfnissen auszudehnen (Kontakt: Vogt, Remigen). Die vom FiBL erfolgreich geprüften Schweizer Züchtungen A75 zur Ergänzung bzw. Ablösung von Retina (sehr kurzes Shelflife) und A633 zur Ablösung von Rubinola (schwierige Bäume, geringer Ertrag) können nach Rücksprache mit dem Abnehmer (Tobi AG, Bischofszell) ebenfalls ausgedehnt werden.

Noch keine neuen feuerbrandresistenten Sorten
Die Feuerbrandresistenz hat bei der Sortenwahl einen hohen Stellenwert. Bisher gibt es aber noch kaum feuerbrandresistente, marktfähige Sorten. Die Feuerbrandanfälligkeit der neueren Sorten ist noch ungenügend bekannt.Es können deshalb noch keine neue schorf- und zugleich feuerbrandresistente Sorten für den Bioanbau empfohlen werden.

Sortenempfehlungen und Abnahmesituation beachten
Wir empfehlen den an den Grosshandel liefernden Betrieben dringend, vor dem Bestellen neuer Sorten die jährlich aktualisierte Sortenempfehlungen der Bio-Suisse-Fachkommission, die Abnehmer und die FiBL-Beratung zu konsultieren Nebst der Sortenwahl ist auch der Unterlagenwahl Beachtung zu schenken. FiBL- Versuche haben gezeigt, dass zum Beispiel die Unterlage Supporter 2 deutlich unkrauttoleranter ist als die anspruchsvolle M9. 

Für weiterführende Informationen siehe:

Empfohlene Biokernobstsorten (Sortenliste) (FiBL-Shop)

Sortenblätter von Agroscope (Webseite von Agroscope)

Projekt "Bio-Apfel mit Genuss - Qualitativ hochwertige, gesunde und im Anbau robuste Apfelsorten für den biologisch-dynamischen und biologischen Anbau" (FiBL-Projektdatenbank)

Projekt "Sortenprüfung Kernobst für den biologischen Anbau" (FiBL-Projektdatenbank)

 

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 09.08.2018

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