Alpbewirtschaftung veränderten Rahmenbedingungen anpassen

Der Arbeitskräftemangel wirkt sich auf den Alpen besonders stark aus, weil dort sehr viel Handarbeit anfällt. Mit einer geschickten Weidenutzung und geeigneten Rassen können die Problempflanzen zurückgedrängt werden. Auf einer Alpvisite oberhalb Ollon werden Lösungen diskutiert.

(18.06.2018) 

Der Strukturwandel in der Landwirtschaft hat weitreichende Folgen für die Arbeitsbewältigung von Berg- und Talbetrieben gebracht, so auch für die gesamte Alpwirtschaft. Während auf den Ganzjahresbetrieben Personal durch zunehmende Mechanisierung ersetzt wurde, ist dies auf Sömmerungsbetrieben nur sehr limitiert möglich. Auf vielen Sömmerungsbetrieben fehlt heute schlicht das Personal um die täglichen Arbeiten auszuführen und um eine angepasste Bewirtschaftung mit Pflege der Alpweiden sicherzustellen. So wachsen Waldränder oder Dornenbüsche in die Weideflächen oder Giftpflanzen und Platzräuber können nicht mehr in Schach gehalten werden. Es braucht darum eine angepasste Bewirtschaftung, die den strukturellen, aber auch klimatisch veränderten Bedingungen entspricht. So können zum Beispiel mit einem frühzeitigen und hohen Weidedruck Problempflanzen tendenziell zurückgedrängt werden, denn der frühe Weidegang fördert die Bestockung und eine dichte Grasnarbe. Dies in Kombination mit eher leichten, genügsamen und an den Standort angepassten Tieren reduziert die Belastung auf die Alpweide zusätzlich. Die angepasste Bewirtschaftung ist die wichtigste Problempflanzenprävention. Die direkte Bekämpfung kann damit drastisch reduziert werden.

Alpvisite am 06.07.2018 in Ollon VD
An der deutsch- und französischsprachigen Alpvisite vom Freitag, 6. Juli 2018 in Ollon VD werden Probleme in der der Alpbewirtschaftung und deren Lösungen diskutiert. Infos und Anmeldung unter:
Alpvisite Westschweiz in Ollon (Rubrik Agenda)

Stefan Schürmann, FiBL

Hinweis: Dies ist eine tagesaktuelle Meldung. Sie wird nicht aktualisiert.

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