Biogetreidesaatgut wird knapp

(01.10.2013) 

Momentan ist nur noch wenig Winterweizensaatgut in Bioqualität erhältlich. Da Winterweizen in der Saatgutverfügbarkeitsstufe 1 eingestuft ist, muss auf eine andere Biosorte ausgewichen werden, auch wenn sie im Anbau noch nicht so bekannt ist. Wintergerste, Roggen und Triticale sind bereits in die Saatgutverfügbarkeitsstufe 2 gesetzt worden.

2013 war kein gutes Weizenjahr

Rückblickend gesehen kann das vergangene Getreidejahr als schwierig bezeichnet werden. Angefangen hat es mit den schlechten Aussaatbedingungen im Herbst. Entsprechend schwach ist der Weizen aufgelaufen und lückig in den nassen Frühling gegangen. An vielen Orten waren kein Striegeleinsatz und keine Düngung möglich. Die Folge waren verunkrautete und unregelmässige Bestände. Die Lücken wurden vor allem durch Gräser wie Ackerfuchsschwanz geschlossen. Die Trockenheit ab Juni von der Blüte bis zur Ernte setzte den Beständen dann vor allem in der Westschweiz zu.

Auf unseren sieben Versuchsstandorten lag der durchschnittliche Ertrag mit 36.7 dt/ha (Dezitonnen pro Hektare) so tief wie noch nie. Der Unterschied zwischen den besten und den schlechtesten Standorten war mit 21.9 dt/ha wesentlich grösser als der Unterschied zwischen den Sorten mit 5.2 dt/ha. Als Sorte mit dem höchsten Ertrag erwies sich die Versuchssorte Camedo mit knapp 40 dt/ha. Die aktuell auf der Sortenliste aufgeführten Sorten Wiwa, Tengri und Claro wiesen leicht überdurchschnittliche Erträge auf und die beiden Versuchssorten Suretta und Molinera fielen leicht ab. Dafür hatten diese beiden Sorten die höchsten Klebergehalte. Die Qualität mit einem mittleren Feuchtklebergehalt von 27.3 war ebenfalls deutlich schwächer als im Vorjahr. Auffallend war, dass Wiwa und Claro das erste Mal die tiefsten Feuchtglutenwerte aufwiesen.

Autor: Hansueli Dierauer, FiBL Frick

Weiterführende Informationen

Sortenliste Biogetreide (FiBL-Shop)

Getreide (Rubrik Ackerbau)

 

Hinweis: Dies ist eine tagesaktuelle Meldung. Sie wird nicht aktualisiert.

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