Biolandbau unterstützt BVD-Ausrottung

(26.05.2008) 

Auf den Alpen kommen Tiere von verschiedenen Betrieben zusammen. Es besteht dehalb ein grosses Ansteckungsrisiko für BVD bei trächtigen Tieren. Der Ausrottungsplan beginnt deshalb dieses Jahr mit dem Testen von Kälbern und jungen Rindern, die gealpt werden sollen. Der Tierarzt entnimmt den gemeldeten Tieren eine Ohrstanzprobe. Bei postitivem Befund wird zusätzlich eine Blutprobe entnommen. Ist auch diese positiv, muss das Tier geschlachtet werden. Der Landwirt erhält zusätzlich zum Schlachterlös eine Entschädigung von 300 Franken.

Im Herbst 2008 werden alle übrigen Rinder in der ganzen CH getestet, ausser den Mastbetrieben, deren Tiere direkt zum Schlachthof gehen. Das Ziel ist die PI-Tiere zu finden und alle auszurotten. 

Dann kommt die Kälberphase. Ab dem Jan. 2009 bis Oktober 2009  wird dann noch jedes neugeborene Kalb vom Landwirt selber beprobt. Mit der speziell entwickelten TVD-Ohrmarke wird zugleich eine Ohrstanzprobe gewonnen. Diese Untersuchung stellt sicher, dass keine PI-Kälber mehr weiterleben.

In der Überwachungsphase von Oktober 2009 bis Dezember 2010 werden weiter alle neu geborenen Kälber und nachher die Milch von allen erstlaktierenden Kühen getestet. Ab 2011 sollte dann die Schweiz theoretisch  BVD/MD frei sein. 

BVD (Bovine Virusdiarrhoe) ist eine virusbedingte Durchfallerkrankung bei Rindern. Die tödliche verlaufende Schleimhautform (Mucosal Disease = MD) kommt seltener vor. Die MD tritt nur bei persistent infizierten Tieren (PI-Tiere) auf. Wenn Kühe zwischen dem 2. und 4. Trächtigkeitsmonat infiziert werden, sind deren Kälber nach der Geburt PI-Tiere, d.h. meist Kümmerer, mager, kränklich und sterben oft vor dem 2. Lebensjahr. Diese Tiere scheiden ein Leben lang Viren aus. Vorübergehend infizierte Tiere können Durchfall, Fieber, Nasen-, Augenausfluss oder gar leichte Schleimhauterosionen zeigen. Häufig merkt man ihnen aber die Krankheit nicht an. Die Übertragung der Krankheit erfolgt durch gegenseitiges Belecken, Kontakt mit Augen- und Nasenfluss. Die Hälfte aller Rinder in der Schweiz weisen Abwehrkörper gegen das Virus auf, das heisst, sie sind schon mit dem Virus in Kontakt gekommen.
Die Schweiz hat wie andere Länder beschlossen, die Krankheit auszurotten. Der Biolandbau unterstützt die Ausrottung, weil damit das Problem an der Wurzel angepackt wird. BVD ist für den Menschen ungefährlich.

Weiterführende Informagtionen:
Bundesamt für Veterinärwesen

Eric Meili
FiBL-Beratung
Tel. 055 243 39 39
eric.meili(at)fibl.org

Hinweis: Dies ist eine tagesaktuelle Meldung. Sie wird nicht aktualisiert.

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