Biomilchproduktion mit starken saisonalen Schwankungen

(01.09.2014) 

Die Höhe der Milchproduktion ist generell stark abhängig von der Saison und der Witterung und der Futterqualität. Ab Februar schnellt die Produktion bis Ende Mai in die Höhe und fällt anschliessend rapide ab. Dieser «Knick» in der Milchproduktion entsteht durch den Auftrieb vieler Milchkühe auf die Alp. Nach den Sommermonaten gibt es einen erneuten Anstieg. Die Überproduktion ist daher im Biomilchmarkt nur saisonal ein Thema.

Und auch die Milchmenge bewegt sich nicht in aussergewöhnlichen Dimensionen. Zwar ist die Biomilchproduktion im Vergleich zum Vorjahr um rund vier Prozent gestiegen, aber noch vor zwei Jahren wurden bis Ende Juni 1‘650 Tonnen mehr Biomilch als 2014 produziert.

Auf Überproduktion folgt Knappheit

Ein Blick auf die Markdaten zeigt aber, dass sich seit Frühjahr die Lage entspannt und die allgemeine Preisentwicklung keinen Anlass zur Beunruhigung gibt. Im Durchschnitt lag im Mai das Preisniveau mit 76.88 Rappen sogar 1.29 Rp. über dem des Vorjahres (SMP-Milchpreismonitoring).
Trotz zusätzlichen Milchproduzenten der letzten fünf Jahre ist der Anteil an Biomilch, der während der Überschussphase von Februar bis Mai nicht zu Bioprodukten verarbeitet werden konnte, tendenziell sogar gesunken. 2009 lag er noch bei rund 23 Prozent, 2014 bei knapp 15 Prozent.

Bio Suisse klärt über Absatzchancen auf

Die Marktlage für Biomilch wurde in den vergangen Wochen vermehrt in den Medien diskutiert. Anlass dazu gab unter anderem die Unzufriedenheit der Bärner Bio Bure über teilweise sehr niedrige Produzentenpreise im Frühling. Bio Suisse nimmt die Anliegen der Bärner Bio Bure ernst. Zudem wurde der Vorstand von der letzten Delegiertenversammlung beauftragt, sich für bessere Verhältnisse am Markt einzusetzen. Entsprechend laufen aktuell verschiedene Gespräche mit den Marktakteuren um Lösungen zu finden.

Um die Entwicklung auch bei zusätzlichen Milchproduzenten, das heisst bei steigenden Milchmengen, weiter führen zu können, fördert Bio Suisse den Absatz von Biomilchprodukten weiterhin. Jährlich investiert sie rund eine Million Franken in diverse Aktivitäten. Diese Mittel kommen etwa im Fach- und Detailhandel für Promotionen und Degustationen zum Einsatz. Vor allem die Biokäsebranche wird verstärkt unterstützt, ist doch hier das Marktpotential bei weitem noch nicht ausgeschöpft. Erstmals wird daher im Herbst der Runde Tisch und Workshop für Biokäse von Bio Suisse durchgeführt. Dieser schafft eine notwenige Plattform für die Branche zum Austausch und zum Aufzeigen von Marktchancen.

Trotzdem kommen mit steigenden Produktionsmengen aufgrund neuer Knospe-Produzenten auch kritische Stimmen auf und bestehende Knospe-Produzenten reagieren mit Unmut auf das Anwerben neuer Biobauern. Bio Suisse fördert deshalb vor allem die Umstellung im Getreide- und Weidefleischbereich.

Informationen über Marktlage

Zwar wird grundsätzlich jeder umstellwillige Produzent begrüsst, den Milchproduzenten empfiehlt Bio Suisse aber vor dem definitiven Entscheid einen sicheren Abnehmer für die Biomilch zu suchen. Das unternehmerische Risiko liegt in jedem Fall bei den Produzenten, der Verband schafft nur Transparenz in der Marktlage und fördert den Absatz. Über die aktuelle Marktlage aller Knospe-Produkte wird auf den Marktseiten von bioaktuell.ch informiert. Regelmässig erscheinen zudem Artikel in der Fachpresse zur Marktsituation. Zur Einschätzung des Milchmarktes ist vor allem die Transparenz über die Milchmengen entscheidend. Als Instrument dient dafür zudem die Pflichtmitgliedschaft der Produzenten bei einer der sechs Biomilchorganisationen. Die Biomilchorganisationen führen teilweise Wartelisten für umstellwillige Produzenten. Das bedeutet, dass keine Absatzgarantie gegeben werden kann, wenn die Nachfrage nicht vorhanden ist. Eldrid Funck, Bio Suisse

Weiterführende Informationen

Biokuhmilch (Rubrik Markt)

Die 6 Biomilchorganisationen (Rubrik Markt)



Hinweis: Dies ist eine tagesaktuelle Meldung. Sie wird nicht aktualisiert.

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