Düngerstrategie im Gemüsebau überdenken?

(14.11.2011) 

Genügt „gäng wi gäng“ noch oder sollte alles überdacht werden? Eine Frage die sich auch bei der Stickstoffversorgung der Gemüsekulturen stellt. Auf viehschwachen oder viehlosen Betrieben ist der Zukauf von organischen Handelsdüngern die üblichste Lösung. Im Hinblick auf besser geschlossene Kreisläufe, Kostensenkung oder mehr Transparenz für Konsumenten ist die Frage berechtigt, ob dies der Weisheit letzter Schluss ist.

Als Alternativen wurde in den vergangenen Jahren in Forschung und Praxis die Stickstoffdüngung mit Leguminosen-Grünmasse genauer untersucht. Dabei gibt es zwei Möglichkeiten:

  • Gründüngung
    (zum Beispiel überwinternde Eiweisserbsen kurz vor der Blüte schlegeln und an Ort und Stelle einarbeiten)
  • Schnittgut von Leguminosen
    (abführen und auf einer anderen Parzelle verwenden)

In beiden Fällen kann mit einer raschen Stickstoffmineralisierung gerechnet werden, so dass auch N-hungrige Gemüsekulturen wie Kohlarten zu einem wesentlichen Teil mit Leguminosen ausreichend versorgt werden können.

Steht eigener oder im Rahmen des Möglichen zugeführter Mist zur Verfügung, erweist sich die Kompostierung von Mist als am geeignetsten, denn damit ergeben sich keine hygienischen Probleme beim Einsatz im Gemüsebau und kompostierter Mist wirkt sich zudem auf die Humusbildung sehr günstig aus.

Wenn Mistkompost und Leguminosen für die N-Versorgung nicht geeignet sind, zum Beispiel im Frühjahr, bei kurzen Kulturen wie Salat oder wenn die N-Mengen dieser „Gründünger“ nicht ausreichen, ist eine Ergänzung mit Stickstoff aus organischen Handelsdüngern nach wie vor eine passende Lösung.

ERFA-Tagung Gemüsebau

Mehr zu diesem Thema ist an der Tagung vom 17. November 2011 in Frick zu erfahren.

ERFA-Tagung Gemüsebau (Rubrik Agenda)

Weiterführende Informationen

Gemüsebau (Rubrik Pflanzenbau)

Hinweis: Dies ist eine tagesaktuelle Meldung. Sie wird nicht aktualisiert.

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