Ein Cervelat ist ein Cervelat ist ein Cervelat, oder doch nicht?

(04.12.2014) 

Vor wenigen Tagen ist am FiBL in Frick über nachhaltige Ernährung diskutiert worden. Für die TeilnehmerInnen war am Schluss des Tages klar, dass man wo immer möglich, das Bioprodukt vorzieht, dass die regionale Herkunft aus ökologischer und ökonomischer Sicht aber mindestens so hoch gewichtet werden muss. 

Ein Cervelat ist ein Cervelat ist ein Cervelat. Diese Binsenwahrheit über die Nationalwurst ist schnell widerlegt. Nicht nur weil je nach Hersteller geschmackliche Unterschiede bestehen, sondern weil er neuerdings auch bräunlich statt rosa daherkommen kann. Das Einheitspink verdankt der Cervelat dem Pökelsalz, welches gesundheitlich nicht unumstritten ist. Und gar nicht nötig, wie eine Degustation am Seminar Biolebensmittel und nachhaltige Ernährung zeigte.

Anlässlich der Veranstaltung am Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) nahm ein gutes Dutzend Teilnehmerinnen die Wurst und weitere Lebensmittel genauer unter die Lupe. Neben dem bereits erwähnten positiven Feedback, das die Fachleute aus dem Lebensmittelbereich für den naturbelasseneren ungepökelten Cervelat gaben, erkannten sie unter anderem auch den Unterschied zwischen aus Konzentrat rückverdünntem konventionellem und direkt gewonnenem Bioorangensaft.

Dabei ging es laut Co-Kursleiterin Regula Bickel nicht um eine Lobhudelei für Bio oder eine Abrechnung mit konventionellen Produkten. Vielmehr wollte man mit den auf den Zungen der TeilnehmerInnen gewonnen Erkenntnissen aufzeigen, dass eine nachhaltige Ernährung nicht mit dem Label auf der Packung alleine garantiert werden kann. «Manchmal isst man lieber einen frisch vom Baum des Nachbarn gepflückten IP-Apfel  als einen aus Argentinien importierten Bioapfel», sagt Bickel.

Wie schwierig die Orientierung für die Konsumentenschaft ist, zeigte sich im Programmpunkt «Hilfe im Labelsalat». Selbst die mehrheitlich sehr gut informierten TeilnehmerInnen hatten punktuell Mühe, die ihnen zugeordneten Labels korrekt zu verorten. Bei der von der Migros eingesetzten Bergmarke «Heidi» und dem von Coop unterstützten «Hochstamm»-Markenzeichen zum Beispiel waren sich einige Teilnehmende unsicher, ob es sich dabei um Bioprodukte handelt (Die Antwort ist nein.) Auch das Label Pro Specie Rara sorgte für Fragezeichen. Anders als mehrheitlich vermutet, ziert das Label für gefährdete Sorten und Rassen nicht ausschliesslich Produkte von Biohöfen. Adrian Krebs, FiBL


Weiterführende Informationen


Lebensmittelqualität- und Sicherheit (Webseite FiBL)

Hinweis: Dies ist eine tagesaktuelle Meldung. Sie wird nicht aktualisiert.

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