GV Bio Luzern: Mehr Biobeeren und weniger Antibiotika

(16.02.2014) 

Bio Luzern engagiert sich bei einigen neuen Schwerpunktthemen wie reduzierte Bodenbearbeitung, Förderung des Beerenanbaus, Aufbau von Biopfaden oder Reduktion des Antibiotikaeinsatzes. Die Projekte wurden an der GV vom 10. Februar 2014 im «Erlebnis Agrovision» Burgrain präsentiert.

Nicht wie eine alte Dame sondern jugendlich, frisch, zupackend und zukunftsfreudig geprägt war die Generalversammlung von Bio Luzern. Treffpunkt war das im Mai 2013 eröffnete «Erlebnis Agrovision» Burgrain. Wahrscheinlich lag es am attraktiven und biokonformen Tagungsort, dass mit 136 Stimmberechtigte deutlich mehr als im Vorjahr (84) erschienen sind. Bereits die musikalische Eröffnung durch drei Jugendliche bewirkte eine positive Stimmung.

Zukunftsthemen im Vordergrund

Gleich mehrere interessante und wichtige Themen will Bio Luzern im Jahr 2014 angehen. «Den Antibiotika-Einsatz reduzieren ist uns Biobauern ein vorrangiges Ziel», betonte Vereinspräsident Josef Bircher aus Malters. Das wäre ein echter Beitrag zur Vertrauensbildung gegenüber der Konsumentenschaft und ein gewünschter Fortschritt gegen Resistenzbildungen in der Humanmedizin. Mitgetragen von Bio Suisse werden bei Rindvieh und Schweinen entsprechende Projekte gestartet.

Wie die Bodenbearbeitung im Ackerbau vermindert und die Bodenqualität und -fruchtbarkeit gefördert werden kann, sind Ziele in einem anderen, fünfjährigen Praxisversuch.

Dran bleiben an aktuellen Entwicklungen will Bio Luzern durch diverse Weiterbildungs- und Informationsangebote ihrer Mitglieder. Dazu gehören das Fördern des Biobeerenanbaus, der Aufbau von regionalen Biopfaden und das attraktivere Gestalten der fachlichen Grundbildung mit Schwerpunkt Biolandbau.

«Weiterhin kreativ und konsumentennah Öffentlichkeitsarbeit leisten gehört zu unseren Daueraufgaben», betonte Beat Krummenacher aus Escholzmatt als ressortzuständiges Vorstandsmitglied. Er wies auf den Luga-Auftritt vom 25. April bis 4. Mai 2014 hin. Maya Probst warb für noch mehr Präsenz am O Sole Bio vom 30./31. August 2014 in Zug.

Aufwärtstrends vereinsintern und auf dem Biomarkt

ie Trends bei Biolebensmitteln und in der Konsumentengunst seien ermunternd, freuten sich die engagierten Vorstandsmitglieder am Rednerpult. Auch vereinsintern gab’s für 2014 Positives zu vermelden: Solide Finanzen, erfolgreiche Mitgliederanlässe und öffentliche Aktionen. Zehn Neueintritten standen zwei ausgetretene Betriebe und 4 Austritte von Einzelmitgliedern gegenüber. Gründe genug für den Vertreter von Bio Suisse, Christian Vögeli, den Verein Bio Luzern als eine sehr aktive und für stets Neues aufgeschlossene Sektion zu loben. Als Vertreter der Zentralschweiz bewirbt sich Wendel Odermatt (Wolfenschiessen NW) für einen umkämpften Sitz im Vorstand von Bio Suisse.

Ein ganzheitliches Vorzeigeprojekt in der Biolandschaft

it der Eröffnung von «Erlebnis Agrovision» im Burgrain sei ein biokonformes Projekt, ja ein echtes Highlight in der Biobewegung umgesetzt worden, freute ich Präsident Bircher. Dass Geschäftsführer Andi Lieberherr ein Mann mit grossen Visionen und gleichzeitig ein beherzter Macher ist, davon zeugte nebst der Gastfreundschaft auch seine humorvolle und motivierende Präsentation der nunmehr sechsjährigen Entwicklungsgeschichte bis zum heutigen „Erlebnis Agrovision“ und hinsichtlich neuer Projektziele.

Erfahrungswissen sammeln über Hausrezepte

um Mitwirken gerade der Biobäuerinnen und -bauern eingeladen haben zwei junge Forscherinnen, welche das Projekt «Bäuerliches Erfahrungswissen mit Hausmitteln oder Heilkräutern bei Nutztieren» präsentierten. (siehe Bericht unten)

Umrahmt wurde die Jahresversammlung der Luzerner Biobäuerinnen und -bauern durch kulinarische Genüsse aus betriebseigener Produktion und Verarbeitung, aufmerksam serviert durch das freundliche Gastropersonal der Burgrain-Stube. Eine Tüte mit «Burgrain-Meringues» aus der Bio-Holzofen-Bäckerei gab’s als Bhaltis zum Daheimgeniessen.

Weitere Informationen

www.bio-luzern.ch

Hausmittel und Hofrezepte gesucht

Gegen das Verlorengehen und für das Fördern von Heilkräutern und praxiserprobten Anwendungen bei Nutztieren läuft beim FIBL ein Forschungsprojekt.

Das Sammeln, Erfassen und wissenschaftliche Auswerten mit Datenbank sowie das Wissen für weitere Generationen sichern sind die Ziele eines Forschungsprojektes, betonten Karin Stucki und Mirjam Zbinden, welche beide derzeit für ihre Masterarbeit am FIBL in Frick tätig sind.

Mit den Ergebnissen dieses Projektes hoffen sie, dass Hausmittel auf Basis von Arzneipflanzen und Naturstoffen längerfristig beitragen könnten, den Einsatz von Antibiotika bei Nutztieren zu vermindern. Vorab appellieren die beiden Studentinnen an die Bauersleute, ihre Erfahrungen mitzuteilen und soweit möglich zu dokumentieren. Nach der Ost- und Innerschweiz sind 2014 die Kantone Luzern, Bern, Solothurn und Baselland die Forschungsregionen. Je nach Antworten auf den Fragebogen oder gemeldetem Bedarf sind die Studentinnen auch für Hausbesuche bereit.

Meldungen sind womöglich bis Anfangs April 2014 zu machen. Die Daten werden anonym behandelt. Alle Teilnehmer erhalten eine Sammlung der zusammengetragenen Rezepte aus den obgenannten vier Kantonen. Mit Kamillenaufguss bei offenen Wunden beim Rind oder Ringelblumesalbe zeigten die beiden Frauen zwei Beispiele von Hausmitteln auf.

Kontaktadressen:

Karin Stucki
Tel. 062 865 04 57
Mobil 079 587 15 49
E-Mail 

Mirjam Zbinden
Tel. 062 865 72 87
Mobil 076 336 40 81
E-Mail

Michael Walkenhorst
Projektleiter und Tierarzt
Tel. 062 865 72 86
Mobil 079 277 16 08
E-Mail

Text und Bilder: Alois Hodel, Egolzwil

Hinweis: Dies ist eine tagesaktuelle Meldung. Sie wird nicht aktualisiert.

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