Hecken im Winter pflegen, Artenvielfalt im Frühling ernten

(17.10.2011) 

Früher prägten Hecken die Kulturlandschaft sehr stark. Da der agronomische Nutzen (Holz, Früchte, Parzellenabgrenzung) verschwunden ist, wurden viele gerodet. Die übrig gebliebenen haben sich häufig mangels Pflege in eintönige Gehölze verwandelt.

Hecken sind Grenzlebensräume für zahlreiche Lebewesen und beherbergen sowohl typische Wald- wie auch Wiesenarten und sind deshalb von grosser Bedeutung für die Förderung und Erhaltung vieler Tierarten.

Um die Vielfalt an Strauch- und Baumarten zu fördern, ist eine regelmässige Pflege nötig. Da nicht alle Arten gleich schnell wachsen, müssen ungefähr alle 5 bis 8 Jahren die schnellwüchsigen auf den Stock gesetzt werden. Die Pflege erfolgt im Winter. Gemäss ÖQV (Ökoqualitätsverordnung) darf höchstens ein Drittel der Hecke auf einmal geschnitten werden. Mit dem Schnittgut kann man an sonnigen Stellen grosse Haufen anlegen. Diese und weitere Strukturen wie verschieden alte Bäume, Dornensträucher, totes Holz, Stein- oder Asthaufen bieten zusätzliche Versteck- und Nestmöglichkeiten.

Zur Hecke gehört der drei Meter breite extensive Krautsaum. Er bildet eine wichtige Pufferzone zum intensiv bewirtschafteten Land. Im Krautsaum haben zahlreiche Insekten ihren Lebensraum und bereichern das Menü vieler Tiere. Der Streifen wird vorzugsweise jährlich einmal und alternierend geschnitten: Die erste Hälfte beim Schnittzeitpunkt von extensiven Wiesen, die zweite Hälfte frühestens sechs Wochen später. So sind immer Flächen mit hohem Gras vorhanden, in der Vögel ihre Nahrung finden können.

Mit angepassten Pflegeeinsätzen gemäss den ÖQV Anforderungen kann man für eine Hecke zusätzliche Beiträge in der Höhe von 2000 Franken pro Hektare erhalten.

Weiterführende Informationen

Biodiversität (Rubrik Pflanzenbau)

Hinweis: Dies ist eine tagesaktuelle Meldung. Sie wird nicht aktualisiert.

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