Highspeed im Futterbau und neue Topsorten beim Mais

(01.12.2008) 

Die für 2009 aktualisierte Biosortenliste für den Futter- und Ackerbau (ohne Getreide und Kartoffeln) wartet mit einigen Neuerungen auf. Auch die neue Sortenliste enthält ein umfassendes Angebot an Maissorten.

In der Biosortenliste wird neu zwischen Maissorten unterschieden, welche von Swissgranum geprüft wurden oder für welche eigene Bioversuche vorliegen und Sorten, die zwar in Bioqualität erhältlich sind, aber nicht uneingeschränkt empfohlen werden können.

Für den Maisanbau stehen bei den frühreifen Sorten mit Aurelia, Coxximo, Justina und Birko altbewährte Sorten zur Verfügung. Neu sind die Sorten Aspekt und Askan, welche aber noch nicht geprüft worden sind.

Aus der wichtigen Gruppe der mittelfrühreifen Sorten können Amadeo und Ronaldinio, sowie Amelior und Ciclixx empfohlen werden. Neu in der Sortenliste sind Padrino, PR39W45 und Ricardinio. Wie für die „Biozüchtung“ KWS 5133 ECO steht die abschliessende Prüfung durch Swissgranum noch aus.

Bei den mittelspätreifen Maissorten ist PR39G12, welche im Bioversuch sehr gut abgeschnitten hat, noch immer erhältlich. Dazu gekommen sind die vielversprechende Aviator und PR39F58, welche in Biopraxisversuchen sehr gut abgeschnitten hat.

Im Gegensatz zu den Maissorten gab es bei den Leguminosen kaum Änderungen. Bei den Eiweisserbsen und den Ackerbohnen ist die Auswahl nach wie vor gross. Neu steht als überwinternder Gründünger die extrem spätsaatverträgliche Futter- und Grasigerbse EFB 33 zur Verfügung. In FiBL-Versuchen brachte diese Erbse bis 150 kg Stickstoff in den Boden!
Bei den Gründüngungen sind 2009 auch die Mischungen, meist Kleearten mit Phacelia, namentlich aufgeführt. Das Bioangebot ist hier sehr umfangreich.

Nach wie vor sehr gut ist das Angebot an Futterbaumischungen. Hier wird für 2009 ein Preisanstieg erwartet, weil Futtersaatguthändler oft auf dem Weizenpreis basierte Verträge abschliessen. Da dieser Preis letztes Jahr enorm in die Höhe geschnellt ist, wird auch der Saatgutpreis anziehen. Neu dürfen aber einzelne Komponenten in Mischungen sowohl bio als auch konventionell sein. Dies erlaubt dem Handel die unveränderte Grenze von 40 oder 50% Bioanteil genauer zu erreichen und kann helfen, den Preisanstieg im Mass zu halten.

2009 werden viele Anbieter Wiesenrispe nur noch in Form von vorgekeimtem „Highspeed“-Saatgut beimischen. Die Bio Suisse hat dieses Verfahren, sowie Pillierungen und Coatings von Samen erlaubt, sofern keine Pestizide oder Kunstdünger enthalten sind. Ummantelter Wiesenfuchsschwanz ist daher meist nicht zulässig, weil dort chemischer Dünger zugesetzt wird.

Auskunft zum Angebot und bezüglich Ausnahmebewilligungen gibt die Biosaatgutstelle des FiBL,
Tel. 062 865 72 08,
andreas.thommen(at)fibl.org

Sortenliste Futterbau und übrige Ackerkulturen (FiBL-Shop, PDF, 550 KB)

Hinweis: Dies ist eine tagesaktuelle Meldung. Sie wird nicht aktualisiert.

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