Kein „Chabis“: Mit Blühstreifen Nützlinge fördern

(23.06.2014) 

Versuche haben gezeigt, dass man mit Blütenpflanzen gezielt Nützlinge fördern kann, die Schadraupen (Kohlweisslinge, Kohleule und Kohlmotte usw.) an Kohlarten befallen. Jedes Schadinsekt hat «seine» Gegenspieler, zum Beispiel Schlupfwespen. Es gilt also, genau diese Schlupfwespenarten mit dem Nektar von Blütenpflanzen zu fördern.

Die Anforderungen an diese Blütenpflanzen sind hoch. Der Nektar muss in der Zusammensetzung und zeitlich den Bedürfnissen der Parasiten entsprechen und die kleinen Insekten müssen ihn gut erreichen können. Zudem sollen sich auf diesen Blütenpflanzen keine Schadinsekten vermehren. Am FiBL suchte man für Kohlkulturen über mehrere Jahre die richtige Pflanzenmischung. Mit Buchweizen, Kornblumen, Knorpelmöhre, Futterwicken und Klatschmohn wurde die ideale Zusammensetzung gefunden.

Die Mischung wird von Hand oder mit der Krummenacher-Sämaschine im April direkt neben den zukünftigen Kohlschlag ausgesät. Der Blühstreifen bietet so rechtzeitig Futter für die Schlupfwespen der diversen Kohlraupen, um zum Beispiel beim Einschneidekabis den Schädlingsdruck unterhalb der Schadschwelle zu halten. Idealerweise werden die Blühstreifen erst im Frühling des Folgejahres umgebrochen, so können die Nützlinge darin auch gleich überwintern.

Das Konzept mit den Blühstreifen wurde in den letzten Jahren auf zahlreichen Praxisbetrieben unter verschiedensten Bedingungen erfolgreich getestet. Einzige Einschränkung: Die Mischung ist auf stark verunkrauteten Parzellen, vor allem also auf leichten Moorböden, nur ungenügend konkurrenzfähig gegenüber einjährigen Unkräutern.

Die Blühstreifen gelten aktuell noch nicht als Ökoausgleichsfläche gemäss Direktzahlungsverordnung, aber sie können als eine der zwölf Biodiversitätsmassnahmen angerechnet werden, die ab 2015 jeder Knospe-Betrieb erfüllen muss.

Blühstreifen am «Erfahrungsaustausch Biogemüse» vom 10. Juli 2014

Mehr Informationen zum Thema Blühstreifen gibt es am «Erfahrungsaustausch Biogemüse» vom 10. Juli auf der Rheinau. Konkrete Beispiele von Nützlingsstreifen werden in Theorie und Praxis angeschaut. Weitere Themen sind Bodenerosion und Biodiversität. Details zum Kurs:

Erfahrungsaustausch Biogemüse (Agenda)

 

Weiterführende Informationen

Kohlnützlinge lieben Kornblumen (Rubrik Gemüsebau)

Martin Koller und Henryk Luka, FiBL

Hinweis: Dies ist eine tagesaktuelle Meldung. Sie wird nicht aktualisiert.

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