Letzte Pflanzenschutzmassnahmen in Bioapfelanlagen

(31.07.2014) 

Bei der anhaltend regnerischen Witterung besteht nach wie vor die Gefahr von Schorfinfektionen. Bei Schorffreiheit der Anlagen kann der Behandlungsschwerpunkt für die letzte Phase vor der Ernte auf die Regenfleckenkrankheit, die Lagerkrankheiten und gegen die in den letzten Jahren aufgekommene Marssonina-Blattfallkrankheit ausgerichtet werden.

Sowohl Lagerkrankheiten wie auch Marssonina finden bei einer langen Blattnassdauer und Temperaturen von 20 bis 25 °C die besten Entwicklungsbedingungen vor. Beide Krankheiten können mit Tonerdepräparate wie Myco-Sin bei einem Einsatz bis drei Wochen vor der Ernte und vor angesagten Niederschlagsperioden am besten reguliert werden.

Die Regenfleckenkrankheit kann im Bioanbau nebst dem Schorf zu den grössten Ernteausfällen führen. Speziell gefährdet sind Anlagen mit Vorjahresbefall sowie spätreife Sorten. Gegen die Regenfleckenkrankheit erzielt das Kaliumbicarbonat-Präparat Armicarb mit 4-5 kg pro Hektare die beste Wirkung. Bei gefährdeten Lagersorten sollte bis eine Woche vor der Ernte behandelt werden.

Liegt sowohl für die Regenfleckenkrankheit wie auch für Lagerkrankheit und Marssonina eine Gefährdung vor, so empfiehlt sich eine alternierende Anwendung von Tonerdepräparaten und Armicarb. Bei beiden Präparaten kann Netzschwefel mit 2 bis 3 kg pro Hektare zur Regulierung von Schorf und Mehltau beigemischt werden. Mit den Armicarbbehandlungen kann gleichzeitig ein Granuloseviruspräparat zur Regulierung des Apfelwicklers zugesetzt werden (nicht mischbar mit Tonerdepräparaten).

Eine gute Benetzung des ganzen Baumes ist Voraussetzung für eine optimale Wirkung. AH

Weiterführende Informationen

Pflanzenschutz im Bioobstbau (Rubrik Pflanzenbau)

Merkblatt «Pflanzenschutz im Biokernobstanbau» (FiBL-Shop)

Hinweis: Dies ist eine tagesaktuelle Meldung. Sie wird nicht aktualisiert.

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