Feuchtwarmes Wetter ist Lungenwurmwetter

Bei warmfeuchtem Wetter muss damit gerechnet werden, dass Weiderinder mit Lungenwürmern infiziert werden. Rinder können zwar eine körpereigene Abwehr aufbauen, diese ist jedoch zeitlich begrenzt.

(01.07.2018) Die Tiere verlieren oft auf der Alp ihre Abwehrkräfte oder Jungtiere bauen keine auf und sind dann auf der Herbstweide gefährdet. Deshalb sollte jüngere, anfälligere Tiere nur auf Wiesen gebracht werden, die vorher einmal abgemäht und das Futter abgeführt worden ist. Husten Tiere im Sommer, sollte mittels Kotprobe überprüft werden, ob ein Lungenwurmbefall vorliegt. Diese Analyse kostet beim FiBL-Labor 22 Franken. Bei stark hustenden Tieren muss jedoch sofort ein Tierarzt konsultiert werden. Bleiben sie unbehandelt, ersticken befallene Tiere innerhalb weniger Tage, an den Folgen des Lungenwurmbefalls. Der Parasit wird bis zu acht Zentimeter lang. Wichtige untrügliche Anzeichen für einen Befall sind Husten, Nasenausfluss, lautes strenges Atmen, Fieber und Herumstehen mit leicht nach oben gekrümmtem Rücken. Weidetiere sollten deshalb jeden Tag kontrolliert und beobachtet werden, dafür sollte man genügend Zeit einplanen.

Gefördert durch feuchtwarmes Wetter hatten im Jahr 2014 mehrere Weidebetriebe Probleme mit dem Lungenwurm. Dessen Eier befinden sich auf den Futterpflanzen und entwickeln sich bei Temperaturen ab 16 Grad Celsius zu infektionsfähigen Larven. Werden diese Larven beim Weiden vom Rindvieh gefressen, dauert es nur zwei bis drei Wochen bis zum Erscheinen der Symptome. Die befallenen Tiere bringen über das Husten oder den Kot die Eier des Lungenwurms wieder aus. Zwischenstadien des Lungenwurmes überwintern im Tier oder auf der Weide. FJS

Weiterführende Informationen

Parasitenkontrolle (Kotuntersuchungen am FiBL; Rubrik Rindvieh)

Mit gezieltem Weide-Umtrieb Parasitenbefall reduzieren (Rubrik Rindvieh)

Merkblatt Weideparasiten (FiBL-Shop)

Hinweis: Dies ist eine tagesaktuelle Meldung. Sie wird nicht aktualisiert.

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