Mais im Biolandbau politisch umstritten

(07.04.2014) 

Das zurzeit bei Bio Suisse heftig diskutierte Obligatorium für eine graslandbasierte Milch- und Fleischproduktion (GMF) würde zu einer Einschränkung des Maisanbaus führen. Aus agronomischer Sicht spricht im Biolandbau nichts gegen den Anbau von Mais. Das negative Image des Mais kommt aus der konventionellen Landwirtschaft, wo der Mais einen hohen Anteil in der Fruchtfolge einnahm. Vor über zwanzig Jahren wurde das Unkraut mit exzessivem Atrazineinsatz bekämpft, der Boden musste «sauber» sein. Das hat sich bis heute leider nicht gross verändert, nur wurde Atrazin durch andere, etwas weniger heikle Herbizide ersetzt, die schwerer nachweisbar sind. Als fortschrittlich wird die Direktsaat eingestuft. Diese benötigt in der Regel aber eine hohe Portion Roundup gegen die Raigräser.

Im Biolandbau hat Mais seinen festen Platz in der Fruchtfolge, meistens nach Kunstwiese. Mais wird gehackt und gestriegelt. Die Restverunkrautung schützt den Boden und verhindert eine allfällige Erosion. Pilz- und Insektenprobleme sind im Gegensatz zu anderen Kulturen weitgehend gelöst. Das Problem mit «Helminthosporium» kann über tolerante Sorten gelöst werden. Ein erhöhter Maiszünslerbefall kann effizient mit dem Ausbringen von Trichogramma Schlupfwesen reguliert werden. Auch die Erträge sind beachtlich. Auf Betrieben mit genügend Hofdünger lassen sich unter Biobedingungen die gleichen Erträge erzielen wie im konventionellen Anbau. Das ist bei keiner anderen Kultur der Fall. Einzige negative Punkte sind unter unseren Klimabedingungen die relativ hohen Trocknungskosten beim Körnermais sowie mögliche Bodenbelastungen bei der Ernte. Die Diskussion um die zukünftige Bedeutung des Maisanbaus im Biolandbau muss also weitgehend politisch und nicht agronomisch geführt werden. Hansueli Dierauer

Weiterführende Informationen

Mais (Rubrik Ackerbau)

Graslandbasierte Milch- und Fleischproduktion (Rubrik Bioregelwerk, Direktzahlungsverordnung 2014, Anhang 5, Seite 76 ff)
Direktzahlungsverordnung im Bioregelwerk 2014

Hinweis: Dies ist eine tagesaktuelle Meldung. Sie wird nicht aktualisiert.

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