Pro und contra den Einsatz von Biogasgülle

(06.01.2014) 

Die Pflanzenernährung erfolgt im Biolandbau grundsätzlich über den Boden und nicht über das «Blatt». Deshalb steht in den Richtlinien an erster Stelle: «Die Düngung soll das Bodenleben fördern». Die Düngung über das Blatt ist aber viel schneller und lässt höhere Erträge erwarten. Diesem Trend folgen vor allem Biobetriebe mit intensivem Feldgemüse und Ackerbau an guten Lagen.

Solche Betriebe setzen neben organischen Handelsdüngern immer mehr auch Biogasgülle ein. In den letzten fünf Jahren wurden in der Schweiz grosse Biogasanlagen gebaut. Die Distanzen zu den Anlagen sind nicht mehr so gross. Da fragt sich mancher Biobauer, ob er sich auch an einer solchen Anlage beteiligen soll. Statt die Hofdünger mühsam zu kompostieren, können sie zur Biogasanlage geführt werden. Dort werden sie unter Luftabschluss vergärt und daraus wird Energie gewonnen. Das zurückbleibende Gärsubstrat hat einen höheren Stickstoffgehalt und wirkt somit schneller. Eigentlich alles nur Vorteile? Verkörpern Biogasanlagen das Bild eines modernen Biolandbaus oder sind sie grundsätzlich abzulehnen?

Unsere Pioniere mussten sich noch nicht mit solchen Fragen auseinander setzen. Zur Geburt des Biolandbaus war die Energiegewinnung noch keine Frage. Mit der heutigen Energiepolitik steht der Biolandbau in einem Dilemma, da eigentlich die Kompostierung im Vordergrund stehen sollte. Weil sich immer mehr Biobauern an einer Biogasanlage beteiligen oder das anfallende Substrat beziehen wollen, musste sich auch Bio Suisse mit dem Thema auseinandersetzen. Sie hat nun relativ komplizierte Richtlinien verabschiedet und den Bezug von Biogasgülle vorsichtshalber auf maximal fünfzig Prozent Zufuhr beschränkt.

Bioackerbautagung am 14. Januar 2014 in Frick

Das Thema Biogasgülle wird neben andern Themen an der Bioackerbautagung am FiBL diskutiert werden. Programm und Anmeldung unter:

Bioackerbautagung 2014 (Rubrik Agenda)

Hinweis: Dies ist eine tagesaktuelle Meldung. Sie wird nicht aktualisiert.

Werbung