Schneckenregulierung auf Knospe-Betrieben

(07.07.2014) 

Biobetrieben bekämpfen Schnecken vor allem präventiv und mechanisch, zum Beispiel durch walzen, einarbeiten der Ernterückstände, beachten der Lage der Parzelle, berücksichtigen der Vorkultur. Die mit Abstand wichtigste Massnahme, um dem Schaden durch Ackerschnecken vorzubeugen, ist das Walzen nach der Saat. Dadurch werden die Hohlräume im Boden zerstört, die den Schnecken als Rückzugsorte dienen.

Zusätzlich dürfen seit dem Jahr 2008 auf Knospe-Betrieben zur direkten Schneckenregulierung auch Körner mit dem Wirkstoff Eisenphosphat eingesetzt werden. Das erlaubt den Knospe-Produzenten, ihre Kulturen besser zu schützen, vor allem, wenn diese an Wiesen grenzen. Eisenphosphat kommt als natürliche Substanz im Boden vor und wir von Mikroorganismen zu Eisen und Phosphat abgebaut. Das Präparat ist für Regenwürmer, Igel, Laufkäfer, Vögel und Haustiere ungiftig. Die Schneckenkörner sind allerdings nur eingeschränkt zugelassen:

  • Gemüse- und Ackerbau: Behandlung bis maximal zwei Wochen nach der Pflanzung oder dem Auflaufen.
  • Der Einsatz ist auf besonders gefährdete Kulturen wie Erdbeeren, Gemüse, Raps, Sonnenblumen, Zucker- und Futterrüben sowie Zierpflanzen beschränkt. Massgebend sind die Vorgaben auf der FiBL-Betriebsmittelliste.
  • Alle Kulturen inklusive Jungpflanzen: Rückstände von Schneckenkörnern auf den verkaufsfertigen Produkten müssen durch den richtigen Behandlungszeitpunkt und durch geeignete Ausbringungstechnik vermieden werden.

Wichtig sind die sofortige Anwendung bei ersten Anzeichen an den Keimblättern und die ganzflächige Ausbringung gegen die kleinen Ackerschnecken. Bei Wegschnecken, die von den Rändern her einwandern genügt eine Randbehandlung. CF


Weiterführende Informationen


Schneckenregulierung im Bioraps (Dossier Bioraps)

Neue Bioschneckenkörner im Handel (Rubrik Pflanzenbau)

Betriebsmittelliste (Kapitel 2-2-2-1 Eisenphosphat; FiBL-Shop)

Merkblatt «Biokulturen vor Schnecken schützen» (FiBL-Shop)

Hinweis: Dies ist eine tagesaktuelle Meldung. Sie wird nicht aktualisiert.

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