Svizra AgriCultura fördert eine achtsame Landwirtschaft

Für besonders gute heimische Bioprodukte sollen Bäuerinnen und Bauern einen angemessenen Preis erhalten und damit ihre Position am Markt gestärkt werden. Dafür setzt sich die neu gegründete Bewegung Svizra AgriCultura ein.

(27.06.2018) 

Die auf Initiative der Landwirtschaft und des Biofachhandels Ende 2017 entstandene Bewegung Svizra AgriCultura will neben der Stärkung der Bäuerinnen und Bauern am Markt mit den entsprechenden landwirtschaftlichen Produkten einen Beitrag zu einem modernen Biofachhandel leisten. Vereinspräsident Martin Graf fasst die Ausrichtung folgendermassen zusammen: «Wir wollen einen neuen Umgang mit unseren Lebensmitteln erwirken; einen bewussten, einen achtsamen Umgang mit dem ursprünglichsten Gewerbe der Menschheit und seinen Produkten.»

Existenzsichernde Produzentenpreise für hochwertige Bioprodukte
Der Ansatz von Svizra AgriCultura ist Chance und Paradigmenwechsel zugleich, steht in der Medienmitteilung. Und weiter: Es sei der Versuch, das bisherige Marktsystem umzukehren. Dies sei nötig, da selbst in der Biolandwirtschaft der Preisdruck stetig zunehme. Immer öfter müssten deshalb auch hochwertige landwirtschaftliche Lebensmittel nicht kostendeckend produziert werden. Svizra Agricultura setze sich deshalb dafür ein, dass der Bauer existenzsichernde Preise für seine rücksichtsvolle Arbeit mit Tieren, Pflanzen und Boden erhält. Die daraus entstehenden hochwertigen Biolebensmittel sollen den Konsumenten unter Aufzeigen des Mehrwerts angeboten werden. Dazu Martin Graf: «Ob diese Chance, den Lebensmittelmarkt nachhaltig zu verändern, genutzt wird, hängt von der gesamten Wertschöpfungskette bis hin zum Konsumenten ab. Wir glauben jedoch fest daran, dass dieser Kraftakt gelingen kann.»

Die Bewegung von Svizra AgriCultura «vom Feld zum Teller» wird ergänzt durch die Renaissance-Initiative, mit der die Bio Partner Schweiz AG, den Biofachhandel unterstützt. Als Bewegung «vom Teller zum Feld» wirke sie in umgekehrter Richtung und ermögliche damit eine ganzheitliche Veränderung der Bionahrungsmittelbranche. Erste Svizra AgriCultura-Produkte könnten bereits gegen Ende 2018 in den Regalen unabhängiger Bioläden stehen.

Innovationsförderung im Biolandbau
Svizra AgriCultura steht allen Bio- und Demeterbetrieben sowie Umstellern offen. Sie bietet ihnen ein Bewerbungsverfahren an, an welchem sie sich mit eigenen Vorstellungen für einen nachhaltigen Biolandbau beteiligen können. Diesem Verfahren soll ein vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) erarbeiteter Leistungskatalog auf Produktebene zugrunde liegen. Bauern und Bäuerinnen können Svizra AgriCultura ein eigenständiges Produkteangebot mit Preis unterbreiten, beispielsweise einen saisonalen Gemüsekorb direkt vom Hof mit natürlich gewachsenem (nicht kalibriertem) Gemüse. Die Angebote werden nach definierten Kriterien durch eine Jury bewertet und zum Programm zugelassen. Svizra AgriCultura will auf diese Weise die Innovation im Biolandbau fördern und die beiden Biolabels Bio Knospe und Demeter stärken.

Bei erfolgreicher Zulassung erhalten die Landwirte von der Bio Partner Schweiz AG einen Liefervertrag zu einem fixen Preis und für eine vereinbarte Abnahmemenge. Dies ermöglicht ihnen nachhaltiges Wirtschaften durch die Öffnung eines existenzsichernden Lieferkanals. mgt


Weiterführende Informationen


Svizra AgriCultura (externe Webseite)




Hinweis: Dies ist eine tagesaktuelle Meldung. Sie wird nicht aktualisiert.

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