Nordmanntannen – eine Chance für Schweizer Biobetriebe 

Weihnachtsbäume vom Knospe-Hof

Der Ifanghof von Lori Spuhler liegt am Südwesthang von Wislikofen AG. Auf 1.5 von rund 13 Hektaren wachsen verschiedene Arten von Weihnachtsbäumen, darunter Blaufichten sowie Kork-, Nordmann- und Rottannen. Die Bäume werden im Alter von vier Jahren in den Kulturen gepflanzt. Bis zum kleinen Weihnachtsbaum vergehen dann noch fünf Jahre, die grossen Bäume brauchen mindestens doppelt so lange. Die Plantage dient auch als Schafweide. Knospe-Bauer Lori Spuhler erklärt, worauf es bei Anbau und Pflege der Weihnachtsbäume ankommt und was ihm persönlich an einem Weihnachtsbaum wichtig ist.

Warum bauen Sie Weihnachtsbäume an, und worauf achten Sie dabei?
Lori Spuhler: Weihnachtsbäume haben bei uns Tradition. Mein Grossvater hat mit dem Pflanzen der Weihnachtsbäume angefangen. Ich wurde schon in jungen Jahren mit dem «Weihnachtsbaum-Virus» infiziert. Seither habe ich den Anbau stetig verbessert und ausgedehnt. Bei der Pflege der Bäume achte ich auf ein schön gleichmässiges Wachstum. Mit der Baumschere werden Korrekturschnitte gemacht und mit einer Spezialzange wird das Wachstum gebremst. Somit wächst ein gleichmässiger und dichter Weihnachtsbaum. Die Arbeit in den Weihnachtsbäumen ist für mich sehr beruhigend und macht mir grosse Freude. Die grösste Herausforderung ist sicher zur richtigen Zeit die wichtigen Arbeiten erledigen zu können. Beispielsweise werden im Frühling bei den grössten Bäumen Vogelstäbe montiert. Damit wird verhindert, dass sich Vögel auf die neuen Triebe setzen und diese dann abbrechen. Wir verwenden keinen Dünger für die Bäume, darum ist ein guter Standort sehr wichtig. Spätfrost, sehr trockene Sommer und Schädlinge können auch zu Ertragsausfällen führen.

Wieso lassen Sie Schafe bei den Weihnachtbäumen weiden, und lohnt sich der Anbau?
Die Shropshire-Schafe fressen das Gras zwischen den Bäumen und unterstützen mich so bei der Pflege der Bäume. So entfallen fast sämtliche Mäharbeiten. Zudem düngen sie die ganze Fläche mit ihrem Kot. Anfangs Dezember können dann auch noch die Lämmer vom Frühling geschlachtet und vermarktet werden. Im Vergleich zu anderen Kulturen ist der Weihnachtsbaum-Anbau sicher eine gute Alternative. Allerdings ist das Marktpotenzial ziemlich ausgeschöpft. Billigimporte vorwiegend aus Dänemark erzeugen einen grossen Preisdruck.

Welche Baumarten sind besonders gefragt, und wo sind Ihre Bäume erhältlich?
In den letzten zehn Jahren ist die Nachfrage nach einheimischen Rottannen sehr stark zurückgegangen. Viele Leute kaufen stattdessen eine Nordmanntanne. Aktuell beträgt der Anteil der Rottannen zwanzig Prozent. Blaufichte, Korktanne, Weissfichte und Engelmannsfichte brauchen wir nur im Direktverkauf und nur in kleinen Mengen. Neben dem Direktverkauf beliefern wir Vereine, Gemeinden und andere Landwirtinnen und Landwirte, die dann die Bäume an verschiedenen Orten verkaufen. Entweder werden die Bäume bei uns abgeholt, oder wir liefern sie vor Ort. Eine Woche vor Weihnachten verkaufen wir die Bäume auch auf dem Ifanghof und am 19. Dezember abends im schönen Städtchen Kaiserstuhl AG. Im Weiteren werden sie in weiteren Gemeinden des Kantons Aargau verkauft, im Salzhaus in Brugg, in Neerach, in Glattfelden und in Freienstein.

Was ist Ihnen persönlich wichtig an einem Weihnachtsbaum?
Einen möglichst kurzen Transportweg, dass der Baum möglichst frisch geschnitten und mit keinen synthetischen Dünge- und Spritzmitteln behandelt wurde, finde ich sehr wichtig. Mein Werbespot würde lauten: «Loris Bioweihnachtsbäume – frisch, ökologisch und wunderschön.»

Bildergalerie (Webseite Ifanghof)

Tipps zur Weihnachtsbaumpflege (Webseite Ifanghof)

Weitere Informationen zum Ifanghof (Webseite Ifanghof)

Interview: Ania Biasio, Bio Suisse

 

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 13.12.2018

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