Mastitiserreger als eine Ursache für Euterentzündungen Zitzentauchen auf Biobetrieben 

Kühe richtig trockenstellen

Trockenstellen heisst Beendigung der Laktation. Die Vorkehrungen für den optimalen Verlauf der Trockenstehzeit sind im jährlichen Produktionszyklus der Milchkuh und für die Eutergesundheit von grosser Bedeutung. Die Trockenstehzeit, insbesondere das erste und das letzte Drittel, gelten als Perioden mit hohem Risiko von Neuinfektionen. 

Wichtige Voraussetzungen für das richtige Trockenstellen sind: 

  • Guter Zitzenkanalverschluss (abhängig von der Zucht, usw.).
  • An den Bedarf angepasste Fütterung (keine Leistungsration!).
  • Abruptes Trockenstellen, kein Übermalen.
  • Tägliche Euterkontrolle der trockenstehenden Tiere in den ersten und in den letzen zwei Wochen der Trockenzeit.
  • Bei Problemen mit dem Zitzenkanalverschluss: Zitzentauchen in den heiklen Phasen der Trockenzeit (siehe oben).
  • Verletzungen am Euter (vor allem kurz vor dem Abkalben) und Vergrösserung des Euters (Ödembildung) sind besondere Beachtung zu schenken. Zitzenkanalverletzungen erhöhen die Anfälligkeit für Infektionen.

Eutergesunde Tiere können am Ende der Laktation ohne weitere Massnahme trockengestellt werden. Die Kühe sollten aber in den ersten und in den letzten drei Wochen der Trockenstehzeit einmal täglich näher begutachtet werden. Das Trockenstellen des Euters sollte mindestens sechs, besser acht Wochen vor dem errechneten Abkalbetermin erfolgen. Die Laktation sollte abrupt beendet werden. 

Besteht der Verdacht, dass sich hochansteckende Erreger im Euter befinden könnten, bei Zitzenverletzungen, Milchtröpfeln oder hohen Zellzahlen, sollte eine bakteriologische Untersuchung der Milch erfolgen, um geiegnete Behandlungsmassnahmen einleiten zu können. Bei Einsatz eines antibiotischen Trockenstellers ist eine bakteriologische Untersuchung der Milch vorgeschrieben. 

Um den Prozess der Regenerierung und Erneuerung des Eutergewebes in der Trockenzeit zu unterstützen, können homöopathische, organgerichtete Mittel wie Phytolacca oder Conium oder eher konstitutionelle Mittel wie Calcium carbonicum oder Pulsatilla verabreicht werden.

Für weiterführende Informationen siehe:
Merkblatt Eutergesundheit im Milchviehbetrieb (im FiBL-Shop)
Melkanleitung (im FiBL-Shop)
Merkblatt Tiermedizin im Biobetrieb (im FiBL-Shop)
Handbuch Tiergesundheit (FiBL-Shop)

 

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 12.10.2018

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