Fettqualitätsbezahlung passt nicht zu 100 Prozent Biofutter Darauf ist beim Einstallen zu achten 

Futter nicht an Spulwürmer vergeuden

Ein hoher Parasitendruck reduziert die Tiergesundheit und ist wirtschaftlich nicht tragbar. Andererseits ist ein systematisch zu häufiges Entwurmen kostenintensiv und belastet Tier und Umwelt. Nur wenn man den Parasitenstatus kennt, können die geeigneten Massnahmen gewählt werden.

So vermehren sich die Spulwürmer

  • Die Schweine nehmen Spulwurmeier aus Boden oder Kot auf.
  • Die Eier entwickeln sich im Darm zu Larven.
  • Die Larven gelangen über den Blutkreislauf in die Leber.
  • Die Larven fressen sich durch das Lebergewebe und hinterlassen Fressgänge, die später mit Bindegewebe ausgefüllt werden. Solche Bindegewebsnarben werden als sogenannte „milk spots“ sichtbar.
  • Von der Leber gelangen die Larven über das Blut in die Lunge.
  • Der Reiz in der Lunge führt zu Husten und die Larven gelangen ins Schweinemaul zurück und werden „erneut“ geschluckt.
  • Im Darm entwickeln sich die erwachsenen Würmer, fressen fleissig mit und legen Eier.

Strategisch und konsequent vorgehen

Um die Parasiten einzudämmen ist ein strategisches Vorgehen notwendig. Für Biobetriebe gibt es keine zugelassenen Desinfektionsmittel gegen Spulwürmer, deshalb ist eine optimale Reinigung der Ställe sehr wichtig. Verunreinigte Flächen müssen regelmässig und in kurzen Abständen gereinigt werden. Das Rein-Raus Verfahren ermöglicht ein Reinigen und Leerstehenlassen des Stalles und damit eine Reduzierung des Parasitendruckes.

Zuchtsauen

  • Die Zuchtsauen werden eine Woche vor dem Einstallen in den Abferkelstall entwurmt. Dies nur nach positivem Erregernachweis, was Voraussetzung für eine Entwurmung ist.
  • Am Tag des Umstallens werden die Sauen gewaschen, insbesondere das Gesäuge und die Klauen. Neugeborene Ferkel werden so relativ gut vor einer Ansteckung geschützt.
  • Eine Woche vor dem Umstallen bzw. dem Verkauf in den Maststall sollten die Jager entwurmt werden.

Mastschweine

  • Mastbetriebe mit nur einem Ferkellieferanten und Rein-Raus-Buchten können auf eine Entwurmung verzichten, wenn der Zuchtbetrieb die Jager vor dem Verkauf entwurmt hat.
  • Ist das nicht der Fall und der Wurmdruck auf einem Mastbetrieb hoch, werden die Schweine entwurmt. Dies nur nach positivem Erregernachweis, was Voraussetzung für eine Entwurmung ist.
  • Etwa sechs Wochen nach der Erstentwurmung wird die Behandlung wiederholt, um möglichst viele Entwicklungsstadien abzutöten.
  • Auf Betrieben, die kontinuierlich einstallen, kann eine zweimalige Entwurmung des gesamten Bestandes pro Jahr gute Ergebnisse bringen.

Möglichst umweltverträgliche Mittel einsetzen

Wird ein Tierarzneimittel vom Tierarzt verordnet, sollten Biobetriebe darauf achten, dass die Mittel der Gruppe der Avermectine (Ivomec®, Dectomax®) extrem schwer abbaubar sind und die Umwelt belasten. Andere Produkte (z.B. Flubenol® oder Panacur®) wirken ebenso gut gegen Spulwürmer und beeinflussen die Umwelt deutlich geringer.

Autorin: Barbara Früh


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Letzte Aktualisierung dieser Seite: 28.10.2013

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