Düngen mit Kleegras in unterschiedlicher Form Sandhafer - eine fruchtfolgeneutrale Gründüngungspflanze 

Gemüse mit Silage füttern – ein Denkanstoss

Gründüngungen haben verschiedene positive Auswirkungen auf Bodenstruktur, Aktivität des Bodenlebens und Nährstoffhaushalt. Vor allem für intensivere, viehlose Betriebe sind Grünflächen in der Fruchtfolge eine Herausforderung, da man die Flächen in der Regel „produktiver“ nutzen möchte.

Dass die Gründüngung eine wertvolle Investition in die nahe und fernere Zukunft ist, wird dabei oft zu wenig hoch eingeschätzt. Der Nutzen von Gründüngungen kann allerdings noch gezielt optimiert werden, zum Beispiel so: Jeder Biobetrieb braucht bekanntlich ein Minimum an einjährigem Grünland und Gründüngungen in der Fruchtfolge – häufig und empfehlenswert sind Mischungen mit Leguminosen. Am einfachsten werden im viehlosen Betrieb diese Flächen gemulcht oder von anderen Betrieben zur Futtergewinnung genutzt. Damit werden entweder die Nährstoffe exportiert (ausser es kommt als Gegenleistung Hofdünger zurück) oder die Nährstoffe verbleiben am Ort – beides valable Lösungen.

Gründüngung silieren, lagern und auf andere Flächen bringen

Als neue Idee nutzen Betriebe den vorzugsweise jungen und an Stickstoff reichen Aufwuchs zur Nährstoffversorgung anderer Flächen. Dazu ernten und silieren sie das Grüngut, um den Zeitpunkt und den Ort des Einsatzes frei bestimmen zu können. Was sonst der Rinderpansen macht, wird in diesem Fall der Milchsäuregärung beim Silieren und anschliessend dem Bodenleben überlassen. Gut zubereitete Grünsilage aus Kleegras und allenfalls aus Rüstabfällen, sei es als Siloballen oder im Flachsilo, ist weitgehend unkrautfrei, hat einen beachtlichen Nährstoffgehalt und trägt einen wesentlichen Beitrag zur Eigenversorgung mit Stickstoff bei. Die Silagen werden entweder wie Mist vor der Kultur eingearbeitet oder als Mulch verwendet.

Anwendung fand das Silageverfahren bisher im Gewächshaus, zum Beispiel bei Tomate oder Gurke, aber auch im Freiland. Der Arbeitsaufwand ist dabei gegenüber einer Lösung mit organischen Handelsdüngern klar grösser. Zudem können in der Mulchvariante Schnecken Probleme machen. In der Abwägung beurteilen die Betriebsleiter das Verfahren aber positiv, da sich die Pflanzen sehr gut entwickeln, betriebliche Nährstoffkreisläufe optimal nutzbar sind und die Wasserversorgung des Bodens ausgeglichener ist.

ERFA Biogemüse am 21. November 2013 in Frick

An der Tagung erfahren sie mehr zum Silieren von Gründüngungen. Dies im Rahmen von «Tomatissima – viel Interessantes zu Tomate und anderen Fruchtgemüsen».

ERFA Biogemüse 21.11.2013 (Agenda)

Martin Lichtenhahn

 

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 11.11.2013

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